1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Eichstätt ist Vorreiter bei der Pflege der Natur

Ingolstadt

14.03.2018

Eichstätt ist Vorreiter bei der Pflege der Natur

Willi Reinbold, Christina Fehrmann (Geschäftsführerin), Tanja Schorer-Dremel (Vorsitzende) vom LPV, Ivenia Eichner (Untere Naturschutzbehörde) und Nina Wettengel, LPV-Mitarbeiterin, besichtigen die Plantage.
Bild: mad

Doch Ingolstadt und der Landkreis Neuburg wollen ähnliche Kooperationen mit der Umwelt eingehen. Was hinter dem Projekt steckt.

Wenn man über den Hang mit den zurechtgestutzten Haselnusssträuchern wandert, kann man kaum glauben, dass diese Magerwiese bereits komplett eingewachsen war. Die im ersten Weltkrieg angelegte Plantage war regelrecht überwuchert. Sie ist nur eines von mehreren Projekten des Landschaftspflegeverbandes Landkreis Eichstätt (LPV). Der Hang wurde so freigelegen, dass er durch Schafherden wieder abgegrast werden kann. Die Aktion wurde vom Freistaat bezuschusst.

Und damit sind wir auch schon mitten im Kerngeschäft des LPV Eichstätt, der vor einem Jahr gegründet wurde. Geschäftsführerin und Geografin Christina Fehrmann und Biologin Nina Wettengel kümmern sich um Konzepte und Projektumsetzungen aller Art bei der Pflege der Natur und unterstützen die Gemeinden des Landkreises bei der Pflege ihrer Ausgleichsflächen. 25 der insgesamt 30 Landkreisgemeinden sind Mitglied in dem Verband. Die Haselnussplantage hoch über Eichstätt ist nur ein Beispiel.

Darüber hinaus ist der Verband eine Kommunikationsplattform zwischen der Lokalpolitik, den Umweltverbänden und den Land- und Forstwirten. Denn im Vereinsvorstand sitzen – jeweils durch zwei Personen vertreten – genau diese Interessengruppen zusammen. Den Vorsitz führt die Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel: „Wir haben mit dem Landschaftspflegeverband eine einmalige Kommunikationsplattform. In der Runde können Probleme schnell diskutiert werden. Und wir diskutieren oft.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Alle sechs bis acht Wochen würde der Vorstand, unterstützt von einem Fachbeirat, zusammensitzen. Die Kommunen zahlen pro Einwohner 30 Cent Mitgliedsbeitrag. Und der Landkreis legt pro Landkreiseinwohner noch einmal 90 Cent drauf. Ivenia Eichner von der Unteren Naturschutzbehörde sagt warum: „Wir haben einen großen Mehrwert aus dem Landschaftspflegeverband und damit Experten an der Hand, die uns und den Kommunen mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

Ingolstadts Umweltreferent Rupert Ebner (Grüne) möchte auch einen Landschaftspflegeverband installieren. Schließlich gibt es in Bayern inzwischen 59 solche Verbände, aber die Region um Ingolstadt ist da noch Brachland. Ebner scheiterte allerdings vor einem Jahr an der CSU Fraktion im Stadtrat.

Die hat kürzlich allerdings neue Pläne von ihrer Klausurtagung mitgebracht. Sie möchte eine „Landschafts- Entwicklungs- und Pflege-GmbH“ gründen. Diese Gesellschaft soll, ähnlich der Landesgartenschaugesellschaft, die Zukunftsvision eines Stadtparks Donau konsequent und unter Einbeziehung von Fördermitteln umsetzen. Neben den Stadträten sollen auch Vertreter der Naturschutzbunde und der Landwirtschaft mit einbezogen werden. Klingt fast wie ein LPV, wäre aber eine städtische GmbH. Umweltreferent Rupert Ebner schaut sich diese Entwicklung genau an. Eigentlich wollte er einen neuen Vorstoß in Richtung Landschaftspflegeverband Ingolstadt starten. Nun wird er das Konzept der CSU-Fraktion erst einmal prüfen. „Anscheinend habe ich in den Köpfen etwas bewirkt, wenn sich die CSU so tiefgreifende Gedanken über die Landschaftspflege macht.“, so das Fazit von Ebner. Die Fragen seien, ob eine GmbH ähnliche Fördergelder generieren könne wie ein LPV. Und ob sich die Landwirte und Umweltverbände darin genauso wiederfinden könnten. „Ich werde schauen, wie wir bei diesem Thema zueinanderfinden.“ Wenn eine Landschaftspflege-GmbH die Arbeiten eines Landschaftspflegeverbandes genauso gut für die Natur und für die Landschaft erledige, dann sei das für ihn einerlei, so Ebner.

Und auch im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen denkt man über einen Landschaftspflegeverband nach. Zumindest Siegfried Geißler, Leiter des Umweltamtes im Landratsamt, kann sich einen solchen Verband durchaus vorstellen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG_6988(1).tif
Neuburg

Inklusion heißt mittendrin statt nur dabei

ad__querleser@940x235.jpg

Qualität auch für Querleser

Montag bis Samstag ab 4 Uhr morgens. Und die Multimedia-Ausgabe
"Kompakt" mit den wichtigsten Nachrichten von Morgen ist auch dabei.

Jetzt e‑Paper bestellen!