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Neuburg/Donau

17.04.2018

Er will auch am elitären Image des Clubs feilen

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Im Wittelsbacher Golfclub kam vergangenes Jahr neben dem neuen Geschäftsführer Korbinian Kofler (links) mit Ralf Wagner auch ein neuer Cheftrainer.
Bild: Manfred Rinke

Zum personellen Umbruch zählte beim Wittelsbacher Golfclub auch der Wechsel der Geschäftsführung. Wie Korbinian Kofler um neue Mitglieder werben möchte.

2017 war das Jahr des nahezu kompletten personellen Umbruchs im Wittelsbacher Golfclub in Rohrenfeld. Es wurden Gastronomie- und Sekretariatsleitung neu besetzt, es musste ein neuer Küchenchef gefunden werden, es kam ein neuer Golftrainer und schließlich wechselte auch noch die Geschäftsführung. Die Rolle von Frank Thonig übernahm im Oktober Korbinian Kofler. Mit ihm scheinen die zuletzt unruhigen Zeiten ein Ende gefunden zu haben.

Der 41-Jährige war zehn Jahre lang Manager beim renommierten Golfclub Eichenried in München. Dann kam die Anfrage des Wittelsbacher Ausgleichsfonds, ob er an einen Wechsel nach Rohrenfeld interessiert sei. In Eichenried hatte er die Weichen für die kommenden Jahrzehnte bereits erfolgreich gestellt. Der Reiz einer neuen Herausforderung packte ihn. Mit hinzu kam durchaus auch der Stolz, für die bayerische Königsfamilie arbeiten zu dürfen. „Als Bayer ist das eine Herzensangelegenheit“, sagt er.

Nun also Neuburg. Woran er hier „mit aller Kraft schrauben möchte“, sind drei Kernkomponenten. Ein Komplex umfasst das Wohlfühlklima, ein anderer die Qualität und ein dritter Freiheit und Flexibilität. „Diese drei Faktoren sind der Schlüssel zu einem erfolgreichen Clubleben. Wenn die überzeugen, gewinnt man auch neue Mitglieder“, ist sich Kofler sicher.

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Nach den personellen Umwälzungen hat er innerbetriebliche Abläufe bereits geändert, veraltete Strukturen, auch im Spielbetrieb, abgeschafft und neue geschaffen. „Es geht darum, dass das komplett neue Team ideal zusammenarbeitet, um als Dienstleister unseren Kunden ein gewisses Geborgenheitsgefühl zu vermitteln.“ Themen wie Arbeits- und Datenschutz sind abgearbeitet und die Mitarbeiter haben einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Daneben wurde das Clubhaus technisch auf den neuesten Stand gebracht, Küche, Elektrik und Brandschutz aktualisiert. Im Außenbereich wurde der Parkplatz bereits teilweise bekiest. Das staubfreie Material ist so hoch aufgetragen, dass man auch bei Nässe auf dem Trockenen steht. Wie weit man noch aufkiest, werde sich zeigen. Was folgt, ist der Umbau des Golfwaschplatzes und als größeres Projekt die Sanierung der Verbindungswege zu den einzelnen Spielbahnen. Auf dem Golfplatz waren noch im Herbst nicht nur die Grüns, sondern auch alle Fairways aerifiziert worden. „Der Platz mit diesem Baumbestand ist unser größter Schatz“, verdeutlicht Kofler. Deshalb soll das Niveau durch ein noch stärkeres Greenkeeping weiter angehoben werden. Neben dem Ansporn, die Qualität weiter zu steigern, gibt es für ihn aber auch die Herausforderung, neue Mitglieder zu gewinnen. Rund 600 sind es derzeit. Eine „Überbevölkerung“ werde es aber nicht geben. Denn niemand solle, erklärt Kofler, seiner Freiheit und Flexibilität beraubt werden.

Beim Werben für mehr Mitglieder will er an mehreren Schrauben drehen und unter anderem auch am elitären Image des Clubs feilen. Die Vielfach herrschende Meinung sei aktuell noch die, dass man nur in den Golfclub kommen könne, wenn man wer sei oder jemanden kenne, der einen hier reinbringe. In dieser Hinsicht wünscht sich Kofler mehr Normalität. „Künftig soll jeder kommen können, der sich die drei Kernkomponenten gönnen möchte“, betont der Geschäftsführer. „Sich wohl fühlen, Qualität genießen und Freiheit und Flexibilität leben.“ Die Mitglieder seien das A und O, sie seien die Kunden, für die der Aufwand betrieben werde. „Sie sollen künftig mehr Bedeutung haben, das ist wichtig für mich“, betont Kofler. Daneben sei natürlich ein gutes Verhältnis zur Königsfamilie zu pflegen. „Sie hier zu wissen, ist etwas Einzigartiges an diesem Club.“

Zu einer intensiveren Jugendarbeit und einer für Jugendliche bis Berufseinsteiger angepassten Beitragsstruktur will Kofler in der Region auch an Technischer Hochschule, Fachhochschule und Universität für den Golfsport werben und Pakete für Einsteiger und Familien attraktiver gestalten. Gerade wer im Beruf stehe, dem fehle während der Woche oft die Zeit für eine Golfrunde. Der neue Geschäftsführer denkt deshalb daran, eine weitere Übungsfläche zu schaffen, die auch mit moderner Technik Freude und Spaß am Training schenken soll. „Warum nicht mittels eines Simulators mit drei Freunden eine Runde auf den Meisterschaftsplatz in Pebble Beach in Kalifornien gehen? Auch damit schafft man eine stärkere Bindung zum Club“, ist Kofler überzeugt.

Eine herzlichere, lockere und ungezwungene Atmosphäre schaffen, damit sich alle Gäste wohlfühlen und Hobby- wie Spitzengolfer ihren Sport auf einer gemeinsamen Anlage mit Spaß nachgehen können: Diese seine Philosophie umzusetzen, ist das, was dem neuen Geschäftsführer vorschwebt. In Eichenried hat er in zehn Jahren so ziemlich alles geregelt, damit der Club zuversichtlich auf die kommenden Jahrzehnte blicken kann. In Neuburg, wo der Golfclub heuer sein 30-jähriges Bestehen feiert und nahe dran war, den Ryder Cup 2018 auszutragen, steht er mit seinen Vorhaben noch am Anfang. Doch der lässt sich schon einmal gut an.

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