Newsticker
10.000 Impfdosen stehen bereit: Bayern beginnt mit Impfungen für Polizisten
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Fall am Amtsgericht Neuburg: Mann hebt 10.000 Euro vom Konto des Freundes ab

Neuburg

19.02.2021

Fall am Amtsgericht Neuburg: Mann hebt 10.000 Euro vom Konto des Freundes ab

Weil ein Mann fast 10.000 Euro vom Konto eines Freundes abgehoben hat, muss er sich vor Gericht verantworten.
Bild: Matthias Becker (Symbolfoto)

Plus Ein Mann nimmt sich viel Geld vom Konto eines Freundes. Das Neuburger Amtsgericht muss nun klären, ob der 62-Jährige dazu berechtigt war.

Weil er vom Konto eines langjährigen Familienfreundes fast 10.000 Euro unerlaubt abgehoben hatte, ist ein 62-Jähriger nördlichen Teil des Landkreises Aichach-Friedberg vor dem Neuburger Amtsgericht gestanden. Nach nicht einmal einer Stunde Verhandlung ging der Angeklagte jedoch ohne Urteil aus dem Saal: Wegen zu weniger Zeugen will Richterin Sabine Seitz die Verhandlung erst im Sommer fortsetzen.

Amtsgericht Neuburg: Hat der Mann das Geld mit Erlaubnis abgehoben?

Schon während dieser Sitzung drehte sich die Frage um die Schuld des Angeklagten im Kreis. Immer wieder betonte der gebürtige Münchner, das Geld des Familienfreundes mit dessen Erlaubnis abgehoben zu haben. Im Frühling des vergangenen Jahres wurde er zu einem medizinischen Notfall des älteren Mannes gerufen, bei dem letzterer schließlich ins Krankenhaus gebracht werden musste. Kurz zuvor habe er dem Angeklagten, laut dessen Aussage, seine Geldkarte und die dazugehörige Geheimnummer überlassen.

Der Angeklagte hob daraufhin zwischen Mai und Juni 2020 insgesamt 9800 Euro vom Konto des Mannes ab, um seinen Lebensunterhalt zu bezahlen. Dass der Angeklagte dafür tatsächlich die Berechtigung hatte, bezweifelte Seitz bei der Verhandlung jedoch, da es keine Vollmacht gibt, die bestätigen würde, dass der Angeklagte über das Geld des Freundes verwalten durfte.

Hat er das Geld mit Erlaubnis abgehoben? Um diese Frage dreht sich ein Prozess in Neuburg.
Bild: Elisa Glöckner (Symbolfoto)

Zwar liegt tatsächlich eine ausgestellte Vollmacht des Familienfreunds vor, allerdings nicht für den Angeklagten, sondern für dessen Mutter, die gemeinsam mit dem Geschädigten in einem Pflegeheim wohnt. Da der Angeklagte auch nach mehrmaligen Nachfragen durch Richterin Seitz beteuerte, mit Erlaubnis des Freundes und seiner Mutter gehandelt zu haben und auch eine Zeugin aus dem Pflegeheim dies nicht widerlegen konnte, entschied die Richterin schließlich, die Verhandlung erst im Sommer fortzusetzen.

Dann könne die 84 Jahre alte Mutter des Angeklagten als Zeugin geladen werden, ohne sie einem unnötigen Corona-Risiko auszusetzen. Zudem sollen weitere Zeugen geladen und dem Angeklagten ein Pflichtverteidiger zur Seite gestellt werden, was die Richterin in Anbetracht der drohenden Strafe als angemessen bezeichnete.

Lesen Sie dazu auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren