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Neuburg-Schrobenhausen

05.05.2020

Freibäder in der Region: Wasserratten müssen sich gedulden

Mit einem Sprung ins Becken wird üblicherweise das Neuburger Brandlbad Anfang Mai eröffnet.
Bild: Winfried Rein (Archiv)

Plus Das Wasser ist in den Becken, doch baden darf man bisher nicht in den Freibädern. Vor Juni wird das auch nicht möglich sein, wie Ministerpräsident Söder am Dienstag sagte. Was das für das defizitäre Neuburger Bad bedeutet

Eigentlich würde in diesen Tagen Oberbürgermeister Bernhard Gmehling Anlauf nehmen und mit einem dynamischen Satz ins Wasser die Freibadsaison in Neuburg eröffnen. So ist es seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten, Tradition im Brandlbad. Anfang Mai öffnet es seine Pforten nach einem langen, kalten Winter. Und auch wenn es die Temperaturen im Wonnemonat noch nicht immer hergaben, dass die Badegäste zu Tausenden ins Freibad strömten, gab es stets ein paar unverfrorene Stammgäste, die auch bei Regenwetter täglich ihre Bahnen zogen.

Das Neuburger Freibad wird vorerst nicht eröffnen

Doch die Becken sind einsam und verwaist. Keine tauchenden Kinder, keine trainierenden Donaunixen, keine Abkühlung für jemanden. Und so wird es auch erst einmal bleiben. Das Neuburger Freibad wird vorerst nicht eröffnen. Corona-bedingt bleibt es, wie zunächst alle Freizeiteinrichtungen in Deutschland, geschlossen. Ob es in diesem Sommer überhaupt seine Pforten öffnen darf, steht in den Sternen. Am Dienstag äußerte sich Ministerpräsident Markus Söder zurückhaltend dazu, vor Juni auf keinen Fall, sagte er.

Andreas Bichler, der Bereichsleiter für öffentliche Dienste bei den Neuburger Stadtwerken hofft, dass es spätestens im Juni positive Nachrichten aus München geben wird: „Wenn die Leute schon nicht in den Urlaub fahren können, wollen wir ihnen wenigstens ein bisschen Abkühlung zu Hause bieten.“ Falls nötig mit einer beschränkten Anzahl an Badegästen und mit besonderen Abstandsregeln im Wasser und auf den Liegewiesen. Das Schlimmste in seinen Augen wäre, wenn das Freibad in diesem Jahr gar nicht mehr öffnen dürfte.

Dann würden den Stadtwerken rund 190.000 Euro Umsatz durch die Eintrittsgelder flöten gehen, wie Bichler sagt – je nach Witterung mal mehr, mal weniger. Das würde der ohnehin defizitären Einrichtung, wie vielen anderen Bädern in Deutschland, gar nicht gut tun. An die 2,3 Millionen Euro Defizit sind es regulär schon jedes Jahr für die beiden Neuburger Bäder.

Freibad Schrobenhausen: keine Öffnung mit beschränkter Besucherzahl

In Schrobenhausen denkt man in eine andere Richtung. Dort will man sich noch vier Wochen Zeit geben und dann beratschlagen, wie es mit dem Freibad weitergehen soll. Falls sich eine Öffnung Corona-bedingt noch weiter nach hinten schiebt, will Christoph Gläßel, Leiter des Hauptamtes, zeitnah auf eine politische Entscheidung drängen: „Dann plädiere ich dafür, das Freibad einzuwintern. Das Defizit würde einfach zu groß werden.“

Auch eine Öffnung mit beschränkter Besucherzahl werde es in Schrobenhausen nicht geben, sagt Gläßel. An guten Tagen kommen rund 4000 Gäste ins Schrobenhausener Bad. Würde die Zahl der Besucher reglementiert werden, würde das zu großem Unmut am Eingang führen, vermutet Gläßel. Ist die maximale Besucherzahl erreicht, müssten die Badegäste vor der Türe warten, bis einer oder eine ganze Familie das Bad verlassen hat, so wie es momentan in vielen Geschäften der Fall ist. Ähnlich ist es bei den Hygienemaßnahmen. Der Personalaufwand, um die Einhaltung der Abstandsregeln zu kontrollieren, wäre dann zu groß, so Gläßel.

Trotz allem wäre das Schrobenhausener Bad sofort startklar, genauso wie das in Neuburg. Theoretisch ist alles vorbereitet. „Wir können sofort eröffnen, wenn wir dürfen“, sagt Andreas Bichler. Das Wasser ist in den Becken, Proben sind genommen, der Rasen ist gedüngt und wird regelmäßig gemäht: „Wir sind startklar.“

Und trotzdem herrscht ungewohnte Stille im Bad. Die zwölf Mitarbeiter der Neuburger Bäder sind in Kurzarbeit. Der zum 1. April abgeschlossene „Covid-19-Tarifvertrag“ macht es auch dem öffentlichen Dienst möglich. Nur ein Bereitschaftsdienst schaut regelmäßig nach den Anlagen. Das Hallenbad ist seit Mitte März geschlossen. Auch hier seien seit Anfang des Jahres die Besucherzahlen zurückgegangen. Das lag zum einen an der Corona-Pandemie, die die Menschen vorsichtiger werden ließ, zum anderen aber auch an der Baumaßnahme vor der Haustüre. Die Errichtung des Parkdecks hatte viele Parkplätze verschwinden lassen.

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