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Fußball-Punktspiele: Die Frage nach dem Sinn

Kommentar Von Dirk Sing
18.10.2020

Mit den steigenden Fallzahlen im Freistaat beziehungsweise Landkreis steigt auch bei Kreisspielleiter Günther Behr die Anzahl der Telefon-Anrufe und damit verbundenen Probleme, die zumeist in Spielabsagen enden.

Fußball-Kreisspielleiter Günther Behr muss sich in den vergangenen Tagen wie in einem Call-Center gefühlt haben. Nach eigenen Angaben habe er von Mittwoch bis einschließlich Samstag mehr als 80 (!) Telefonanrufe von Vereinsvertretern entgegengenommen. Um was es in diesen Gesprächen und Diskussionen zu 99,9 Prozent ging? Richtig, die aktuelle Corona-Problematik im Punktspiel-Betrieb.

Ausfall von Fußballspielen: Besonders hart trifft es Kreisliga Ost und Kreisklasse Neuburg

Oder auch anders ausgedrückt: Mit den steigenden Fallzahlen im Freistaat beziehungsweise Landkreis steigt auch bei Behr die Anzahl der Telefon-Anrufe und damit verbundenen Probleme, die zumeist in Spielabsagen enden. Insgesamt elf Ligen hat Behr derzeit unter seinen Fittichen. Bis Samstagabend wurden bereits 20 Partien aus Corona-Gründen abgesetzt – in Behrs Tätigkeitsbereich der bisherige traurige Rekord! Besonders hart hat es dabei die Kreisliga Ost und Kreisklasse Neuburg mit jeweils vier Ausfällen erwischt. Die A-Klasse Neuburg meldete am Wochenende zwei, die B-Klasse Neuburg ebenfalls vier Absagen.

Eine Bilanz, die zweifelsohne die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Fortsetzung des Punktspiel-Betriebs in der aktuell immer kritischer werdenden Situation aufwirft. Während im Freistaat die „Corona-Ampeln“ immer mehr auf Gelb und Rot (wie im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) springen und einschneidende Einschränkungen im täglichen Leben mit sich bringen, soll weiter munter gekickt werden. Freilich, der Sport ist eine willkommene Abwechslung zum seit Monaten veränderten Alltag. Und auch die Vereine benötigen die Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Gastronomie, um finanziell über die Runden zu kommen. Alles absolut einleuchtend.

Sport: Absagenflut im Fußball bringt terminliches Chaos in die Ligen

Dennoch darf und muss die Frage gestellt werden, ob derzeit der immens große (auch finanzielle) Aufwand, den die Vereine mit der Umsetzung des Hygiene-Konzepts betreiben, und der Ertrag (oftmals fallen kurzfristig Partien wegen eines oder mehrerer Corona-(Verdachts)-Fälle aus) noch übereinstimmen. Ganz abgesehen vom terminlichen Chaos, das diese Absagenflut mit sich bringt – sowohl für den/die Spielleiter als auch die Klubs selbst.

Zu guter Letzt – und das ist vielleicht sogar der wichtigste Punkt – geht es aber auch um eine gewisse Verantwortung, die jeder Verein gegenüber seinen Mitgliedern, Spielern und Zuschauern trägt. Sicher, der Bayerische Fußballverband hat es sich in seiner letzten Online-Umfrage im September, als sich die Corona-Fallzahlen noch deutlich unter den jetzigen Werten bewegt haben, zum Thema Wiederaufnahme des Spielbetriebs beziehungsweise das Einreichen einer möglichen Klage gegen die Staatsregierung einfach gemacht.

Die Verantwortung wurde ganz elegant an die Klubs weitergereicht. Angesichts der neuen Situation müssen sich diese nun allerdings intensiv fragen, wie viel sie von dieser Verantwortung und dem vorhandenen Risiko tatsächlich bereit sind zu übernehmen. Diese Antwort muss letztlich jeder selbst für sich finden.

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