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Verteidigung

12.09.2014

Hier probt Europa den Ernstfall

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Der Voraustrupp hat eine Mine am Straßenrand gefunden. Ein deutscher und ein belgischer Soldat sichern Beweise und entschärfen die Waffe, damit dahinter der Konvoi ungefährdet passieren kann. Dieses Szenario entspricht der Realität. Bei vielen Auslandseinsätzen sind solche Ernstfälle Alltag.

Internationale Eurokorps-Übung an der Pionierschule. Über den Einsatzfeldern lag ein Hauch von Afghanistan. Die Tricks der fiktiven Gegner entsprechen der Wirklichkeit

Das Spezialgerät zum Aufspüren von Minen rollt langsam über die Schotterstraße. Am Steuer sitzt ein französischer Soldat. Der Fund wird von einem nachfolgenden französischen Spezialfahrzeug ausgegraben. Anschließend entschärfen deutsche und belgische Spezialisten die Mine, sichern Beweismaterial und machen die Gefahrenquelle durch eine gezielte Sprengung unschädlich.

Was wie ein Tag deutscher Soldaten in Afghanistan klingt, fand diese Woche auf dem Truppenübungsplatz bei Hepberg, nördlich von Ingolstadt statt. Heute geht die einwöchige multinationale Pionierübung EURETEX 2014 des Eurokorps zu Ende.

Wo das Eurokorps auftritt, steht die Multinationalität im Mittelpunkt. So übten bei EURETEX, eine Abkürzung für „European Engineer Training Exercise“, Spezialisten aus Deutschland. Frankreich, Belgien, Spanien, Luxemburg, Polen und Italien gemeinsam an Problemstellungen aus dem Bereich Pionierdienst, Kampfmittelbeseitigung und ABC-Abwehr. „Der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit sind wirklich hervorragend. Wir können viel voneinander lernen, da wir bei dieser Übung auch andere Technik und Verfahrensweisen erleben können“, meinte einer der deutschen Kampfmittelbeseitiger. Der Oberfeldwebel war aus Stetten vom Zentrum für Kampfmittelbeseitigung nach Ingolstadt zur Übung gekommen.

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Die Soldaten und Soldatinnen hatten während der Übung gleich mehrere Szenarien zu bestehen. So wurde ein Labor entdeckt, in dem Terroristen schmutzige chemische Waffen gebaut hatten. Dabei hieß es, äußerst vorsichtig zu Werke zu gehen. Zuerst sicherte ein französisches Kampfmittelteam das Gebäude. Dann analysierte ein belgischer Trupp, um welche Substanzen es sich überhaupt handelte und sicherte diese Chemikalien. Zuletzt mussten dann alle Soldaten, die möglicherweise mit den Substanzen in Berührung gekommen waren, dekontaminiert werden.

Der General der Pioniere, Brigadegeneral Heiko Krogmann, zeigte sich tief beeindruckt von den Fähigkeiten der rund 300 Teilnehmer an der Übung. „Ein enormer Aufwand, den die Streitkräfte in einem Szenario wie beispielsweise in Afghanistan bewältigen müssen, nur weil ein vermeintlicher Gegner sich irgendwelche Kampfmittel zusammenmischt. Aber genau das ist die Problematik einer asymmetrischen Kriegsführung.“ Die Pionierschule in Ingolstadt stellte ihre Übungsplätze zur Verfügung und unterstützte bei der Organisation der Übung.

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