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Personalwechsel

17.01.2018

Nach 40 Jahren gibt Fischer die Verantwortung ab

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Die Rekrutierung und Ausbildung von Jugendlichen für das Feuerlöschwesen ist eine primäre Aufgabe der Burgheimer Feuerwehr.

Der neue Vorsitzende der Burgheimer Wehr heißt Andreas Steiner. Eine seiner Stellvertreter ist eine Frau

Angekündigt war eine „Marathon-Generalversammlung“ bei der Freiwilligen Feuerwehr Burgheim. Michael Fischer, der Vorsitzende des Vereins, wollte dies nicht wahrhaben, bestätigt hat es sich nach dreieinhalb Stunden doch. Weil das Beste bekanntlich zum Schluss kommt, zog sich die Versammlung in die Länge. Nach insgesamt 40-jährigem Feuerwehrdienst in Führungspositionen der Wehr kandidierte der Vorsitzende nicht mehr. 1977 hatte er das Amt des 2. Kommandanten übernommen. Damals, so erzählte er, hatte die Burgheimer Feuerwehr einen Opel-Blitz mit Vorbaupumpe, einen alten TSA-Spritzenanhänger und ein altes Feuerwehrhaus, in dem kein Platz für ein neues Löschfahrzeug vorhanden war. Heute sei die Burgheimer Stützpunktfeuerwehr dagegen eine der modernsten im Landkreis mit einem Feuerwehrhaus, der Kalthalle und Gerätschaften auf dem neuesten Stand. Seine Nachfolge tritt Andreas Steiner an.

Bevor allerdings mit den Neuwahlen der Führungswechsel offiziell wurde, erinnerte Fischer im nahezu voll besetzten Gasthaus Brucklachner auf die letztjährigen Ereignisse des Vereins. Unter allen Veranstaltungen sei die Einweihung des neuen Löschfahrzeuges HLF 20 der absolute Höhepunkt gewesen. Aber auch das Marktfest und der Florianstag seien wichtige Veranstaltungen, dienen sie doch zur Finanzierung des Vereins. Und über das Ferienprogramm der Gemeinde machte die Wehr den Feuerwehrdienst auch den jüngsten Burgheimern schmackhaft.

Kommandant Anton Gutjahr berichtete über das „operative Geschäft“ der Wehr. Sie wurde im abgelaufenen Jahr zu 48 Einsätzen gerufen: Ein Drittel davon waren Brandeinsätze, der Rest teilte sich auf technische Hilfeleistungen, Verkehrsabsicherungen und Arbeitseinsätze für die Gemeinde Burgheim auf. Unter allen Einsätzen sei der schwerste ein Unfall mit zwei Zuckerrübenlastern auf der B16 gewesen, bei dem ein junger Mann sein Leben ließ.

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Gut 1700 Übungs- und Ausbildungsstunden leistete die Wehr 2017. Ein Großteil betraf die Einweisung in das neue Löschfahrzeug HLF 20. Aber auch in die Ausbildung für die Leistungsabzeichen, die Schulung von Atemschutzträgern, in die richtige Handhabung von hydraulischen Rettungsgeräten sowie in die Sanitätsausbildung investierte die Wehr Zeit und Geld.

Auch die Jugendfeuerwehr war eifrig bei der Sache, wie Jugendwart Thomas Blei schilderte. So legten unter anderem 16 Jugendliche das Leistungsabzeichen der Stufe 1 in Bronze ab und im Rahmen der Brandschutzerziehung erklärte die Jugendfeuerwehr an der Burgheimer Schule wieder ihre Aufgabe. Wie Thomas Blei nicht ohne Stolz betonte, würden die Burgheimer Jungfeuerwehrler bei Veranstaltungen auf Kreisebene immer wieder herausstehen: So seien sie bei der deutschen Jugendleistungsspanne in Altmannstein die einzige Gruppe aus dem Landkreis gewesen. Auch bei den Jungen kam der Spaß nicht zu kurz: Eine vierstündige Bootsfahrt auf der Altmühl wurde mit einem anschließenden Zeltlager bei Lagerfeuer gekrönt.

Besonders freute sich Anton Gutjahr, dass der ehemalige Jugendwart Alexander Bauer nach seiner Ernennung zum Kreisbrandmeister im Landkreis weiterhin als Ausbilder für die Burgheimer Jugendfeuerwehr zur Verfügung steht.

Das Engagement der Burgheimer Wehr blieb der Landkreisfeuerwehr nicht verborgen, betonte Kreisbrandinspektor Peter Mayer. Ausbildungs- und Jugendarbeit seien Vorbild im Landkreis. Deshalb findet die MTA-Abschlussprüfung heuer auch in Burgheim statt. Auch Burgheims Bürgermeister Michael Böhm weiß die Leistung seiner Feuerwehrleute zu schätzen, wie er in der Versammlung sagte. Nicht ohne Grund sei Alexander Bauer deshalb auch zum Kreisbrandmeister ernannt worden.

Die Burgheimer Wehr arbeitet allerdings nicht nur an ihrem Nachwuchs, sondern auch an ihrer Frauenquote. Denn mit Lea Feurer zieht erstmals eine Frau in den obersten Führungszirkel der Burgheimer Wehr ein. Die Begeisterung von Lea Feurer für das von Männern dominierte Hobby kommt nicht von ungefähr. Ihr Vater Bernd Feurer leistet bereits seit 40 Jahren aktiven Feuerwehrdienst, des weiteren ist sie die Urenkelin der Burgheimer Feuerwehrlegende Ludwig Spindler, der für den Wiederaufbau des Burgheimer Feuerlöschwesens in der Nachkriegszeit stand und sehr lange den Vorsitz im Verein hatte.

Die Schlussworte des Abends oblagen dem neu gewählten Vorsitzenden Andreas Steiner, der eine Laudatio auf seinen Vorgänger Michael Fischer hielt. 1965 in die Burgheimer Feuerwehr eingetreten, hat er 1977 das Amt des stellvertretenden Kommandanten übernommen und war seitdem immer in Führungspositionen tätig gewesen. Nun ist Michael Fischer Ehrenvorsitzender, dokumentiert in einer überdimensionalen Urkunde. Zu seinem Abschied gab es einen Geschenkkorb, einen Reisegutschein und Blumen für Ehefrau Ruth.

Dass Michael Fischer auch Pionierarbeit leistete, daran erinnerte Margit Hugl. Sie war eine der Festdamen beim 100. Jubiläum im Jahr 1976. Nach dem Fest wurde in Burgheim die Damenfeuerwehr gegründet, dessen Ausbildung Fischer übernahm. Die damalige Gruppenführerin Margit Hugl überreichte dem Ex-Ausbilder ebenfalls ein Präsent.

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