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Neuburg/Donau

16.09.2019

Neuburg: Zoff bei den Freien Wählern wegen OB-Kandidat

Bei den Freien Wählern in Neuburg gibt es Aufregung um den möglichen OB-Kandidaten. 
Bild: Nicolas Armer/dpa

Plus Klaus Brems sagt, dass Florian Herold in einer Vorstandssitzung erklärte, für eine OB-Kandidatur nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Der sieht das völlig anders. 

Es war wohl eine hitzige Vorstandssitzung am Freitagabend bei den Freien Wählern in Neuburg. Danach jedenfalls gab es unterschiedliche Auslegungen von den in der Debatte gemachten Äußerungen. Klaus Brems erzählt in der Öffentlichkeit, dass Florian Herold verkündet habe, als OB-Kandidat nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Herold versichert, dass er das so nicht gesagt habe. „Natürlich stehe ich nach wie vor für eine Kandidatur bereit, sofern mich die Mitglieder dafür nominieren und sofern sich kein stärkerer Kandidat anbietet.“ Gäbe es tatsächlich einen Gegenkandidaten, wäre er bereit, sich mit dem zu messen und gegebenenfalls seinen Platz zu räumen.

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Noch bevor der Kommunalwahlkampf richtig angelaufen ist, gibt es offenbar interne Grabenkämpfe bei den Freien Wählern. Herold spricht von einer Lagerbildung im Vorstand, die der Gruppierung nicht gut tue. „Es gibt Leute, die nicht hinter mir stehen“, sagt der 40-Jährige und erinnert an die Abstimmung im Vorstand Ende Mai, bei der er sich doch deutlich mit 15:5 Stimmen gegen Mitbewerber Frank Thonig durchgesetzt habe. Wie berichtet, ist der 57-Jährige nun Spitzenkandidat bei der neuen Wählergruppierung namens „WIND“ (Wähler Initiative Neuburg).

Herold braucht als OB-Kandidat in Neuburg ein geschlossenes Team hinter sich

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Der Freie Wähler–Ortsvorsitzende Herold hätte sich ab diesem Zeitpunkt eigentlich eine große Rückendeckung auf dem Weg zu seiner OB-Kandidatur und dem folgenden Wahlkampf erhofft. Doch die erwartete Euphorie innerhalb der Gruppierung sei ausgeblieben. „Wenn man selbst bereit ist, den Weg zu gehen, aber einige aus den eigenen Reihen etwas dagegen haben und das auf diese Weise kundtun, dann gibt mir das schon zu denken.“ Im Vergleich zu anderen sei er jedenfalls ein Teamplayer und er brauche eine geschlossene Mannschaft hinter sich, wenn er für die Freien Wähler als OB-Kandidat ins Rennen gehen soll.

Natürlich wisse er, dass einige Mitglieder nicht seiner Meinung seien, wenn er in seiner Funktion als Vorsitzender in der Stadt und im Kreis offen sage, was er denke. Doch wenn Leute aus dem inneren Kreis nach außen hin schimpfen würden, sei das schade und unnötig und beschädige nur die Person. Denn die Kommunalwahl sei vor allem auch eine Persönlichkeitswahl. Eine Lagerbildung in den eigenen Reihen sei in diesem Fall alles andere als hilfreich. Er werde nun sein Möglichstes dafür tun, um die Wogen zu glätten.

Die OB-Kandidatur zurückziehen, dann aber nicht konsequent dazu stehen, ist für Klaus Brems keine saubere Geschichte

Stadt- und Kreisrat Brems indes versteht das Verhalten von Florian Herold nicht. Für ihn seien die Äußerungen in der Vorstandssitzung eindeutig gewesen. Der Ortsvorsitzende habe es sogar begründet, weshalb er für eine Kandidatur als OB nicht mehr zur Verfügung stehe. Da seien, so Brems, familiäre und berufliche Gründe genannt worden, aber auch, dass nicht alle hinter ihm stehen würden. „Etwa ich“, gibt Brems zu, wobei er dies bislang nie öffentlich gesagt und sich bislang stets loyal verhalten habe. Doch für den 70-Jährigen sei es keine saubere Geschichte, wenn jemand in einer Vorstandssitzung erklärt, seine Kandidatur zurückzuziehen, dann aber nicht konsequent dazu stehe. Offenbar spiele Herold mit der Zeit, um sich märtyrerhaft zurückzuziehen, falls sich ein anderer OB-Kandidat für die Freien Wähler finde, mutmaßt Brems.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Manfred Rinke: "Ein Schaden für alle Beteiligten"

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