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Neuburg

20.09.2019

Neuburger Polizei geht mit Kameras auf Streife

Präsentieren die neue Ausstattung (von links): Norbert Bachmaier, Leiter der PI Neuburg, Bettina Thierbach und Markus Reichensberger. 
Bild: Marcel Rother

Sogenannten Bodycams sollen helfen, Beamte vor Gewalt zu schützen. Und im Zweifel Beweismaterial liefern.

Für Polizisten kann es schnell gefährlich werden. Das kann ein Familienstreit sein, der aus dem Ruder läuft, eine nächtliche Streife unter Betrunkenen oder eine Verkehrskontrolle, bei der der Kontrollierte plötzlich ausrastet. Immer wieder richten sich Aggressionen gegen Beamte, nicht selten werden sie verbal und körperlich attackiert. Sogenannte Bodycams – Kameras, die die Beamten am Körper tragen – sollen das verhindern helfen. Die Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord werden nach und nach damit ausgestattet, nun hat die Polizeiinspektion Neuburg ihre ersten Bodycams erhalten.

„Die Hälfte unserer Kollegen wurden bereits für den Umgang mit den Kameras geschult“, erklärt Norbert Bachmaier, Leiter der Polizeiinspektion Neuburg. Der Einsatz der Kamera sei freiwillig und liege im Ermessen der Beamten. Die Bodycams könnten demnach nicht nur bei heiklen Einsätzen getragen werden, sondern auch bei einer ganz normalen Polizeistreife. Als gelbe quadratische Kästchen heben sie sich von der dunkelblauen Polizeiuniform ab und stechen dem Gegenüber sofort ins Auge. Ein zusätzliches Hinweisschild klärt den Betrachter über mögliche Video- und Audioaufnahmen auf.

Bodycams sollen Polizeiarbeit in Neuburg sicherer machen

Will ein Beamter die Bodycam aktivieren, muss er lediglich einen Schalter umlegen, ein Piepston ertönt und die Aufnahme beginnt. „Zuvor werden die Anwesenden aber darauf hingewiesen, dass wir die Kamera einschalten“, betont Bachmaier. Die Aufnahmen sind datenschutzrechtlich nicht unumstritten, aber dienten laut Bachmaier in erster Linie der Sicherheit der Beamten. Hintergrund ist ein seit mehreren Jahren zu verzeichnender Anstieg der Gewalt gegen Polizeibeamte. Im Jahr 2018 stieg die Zahl der Fälle bayernweit um 4,8 Prozent. Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord wurden im letzten Jahr 603 Fälle registriert.

Durch den Einsatz der Kameras steige die Hemmschwelle für aggressives Verhalten und die Übergriffe auf Polizisten seien zurückgegangen, sagt Bachmaier. Vorausgegangen war der Neuausrüstung ein einjähriger Pilotversuch. Ab November 2016 waren verschiedene Kameramodelle in drei bayerischen Städten (Rosenheim, Augsburg und München) getestet worden. Die Kameras können auch jungen Beamten ein beruhigendes Gefühl verleihen. „Man weiß nie, was passiert. Mit den Kameras ist wenigstens alles dokumentiert“, sagt Markus Reichensberger. Sollte es zu einem Übergriff kommen, dienen die Kameraaufnahmen zudem als Beweismittel vor Gericht. „Oft steht Aussage gegen Aussage. Aber Bilder sagen mehr als 1000 Worte – und wenn diese Bilder dann noch einen Ton haben, umso besser.“

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