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Neuburg-Schrobenhausen

13.08.2013

Sandner tritt aus der FDP aus

Bernd Sandner
Bild: Dittenhofer

Der Vize-Kreisvorsitzende und Bezirkstagskandidat verlässt die Partei zum 1. September. Erleichterung bei den Liberalen. Sein Name bleibt aber auf den Wahlzetteln.

Bernd Sandner ist gegangen, bevor er gehen musste. Der stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP und Direktkandidat für die Bezirkstagswahl hat vergangene Woche als Konsequenz auf seinen Badesee-Werbezug für die Satirepartei „Die PARTEI“ seinen Rücktritt zum 1. September erklärt. Kurz und knapp habe er sein Anliegen in gerade mal einem Satz erklärt, wie FDP-Kreischefin Bettina Häring sagte – und zwar provokanterweise auf einem Briefpapier der „PARTEI“.

Nach den Worten von Lothar Klingenberg hat der Weicheringer der FDP damit einen Gefallen getan – „sonst hätten wir was machen müssen“. Spätestens nach den Wahlen im September hätten die Liberalen einen Parteiausschluss Sandners wegen parteischädigenden Verhaltens angestrebt. „Jetzt bin ich aber froh, dass er selbst ausgetreten ist“, sagt der Mann, der Sandner zur FDP geholt hat und ihm seinen Posten des stellvertretenden Kreisvorsitzenden überließ. Klingenberg und Sandner kennen sich seit den 1990er Jahren, wo beide bei den Grünen aktiv waren.

Seit Bernd Sandner im Juni am Weicheringer Baggersee für die Landesvorsitzende der PARTEI Unterschriften gesammelt und die FDP auf den „Freundschaftsdienst“ wenig begeistert reagiert hatte, herrscht Eiszeit zwischen Sandner und dem Rest des FDP-Vorstands. Zu einem klärenden Gespräch sei es nie gekommen, wie Bettina Häring bedauerte. „Ich habe eigentlich immer gerne mit ihm zusammengearbeitet. Dass er jetzt auf mich sauer ist, verstehe ich gar nicht.“ Auch mit Lothar Klingenberg hat der 41-Jährige nicht mehr gesprochen. Der einzige Kontakt, den die beiden seitdem hatten, war ein Schreiben der Staatsanwaltschaft, in dem Klingenberg mitgeteilt wurde, dass eine Anzeige gegen ihn wegen übler Nachrede und Verleumdung eingestellt wurde. Wie berichtet, hatte Klingenberg auf seiner facebook-Seite die Vermutung geäußert, dass hinter dem „Freundschaftsdienst“ zur PARTEI-Landesvorsitzenden möglicherweise „mehr“ stecke.

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Obwohl Sandner sich zunächst standhaft gab und via facebook verkündete, dass für ihn ein Austritt nicht infrage komme, hat er es sich offenbar nun doch anders überlegt. Welche Beweggründe er dazu hatte, ist nicht bekannt: Er hat sich gegenüber der FDP nicht erklärt, und auch eine Anfrage der Neuburger Rundschau ließ er unbeantwortet. Sein Entschluss stand aber wohl schon länger fest: Beim bislang letzten Telefonat mit einem FDP-Mitglied habe er gesagt, dass er keinen Wahlkampf machen wolle. Klingenberg kam das gerade recht: Als Listenkandidaten für den Bezirkstag hätte er sich ohnehin nicht zusammen mit Sandner auf Wahlplakaten zeigen wollen.

Auf allen oberbayerischen Wahllisten zur Bezirkstagswahl am 15. September bleibt der Name Bernd Sandner übrigens stehen. Für Änderungen sei es jetzt zu spät, erklärte eine Sprecherin des FDP-Bezirksverbands. Wer Sandner nichtsdestotrotz seine Erststimme gibt, tut der FDP trotzdem was Gutes: Das Kreuzchen ist nicht ungültig, sondern fließt in das Wahlergebnis der FDP und damit in die Anzahl ihrer Sitze im Bezirkstag mit ein.

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