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Neuburg-Schrobenhausen

17.12.2015

Tierschutzverein holt 33 Katzen aus vermüllter Wohnung

Ins Tierheim nach Riedensheim kamen die Katzen, die aus der Wohnung geholt wurden.
Bild: Symbolbild: Matthias Becker

Als Polizei, Richter und Behördenvertreter die Wohnung öffneten, fanden sie nicht nur jede Menge Müll. Ihr Einsatz dauerte daraufhin mehrere Stunden.

Der Tierschutzverein hatte gestern Vormittag einen alles andere als angenehmen Einsatz. In einem Wohnhaus in einer Landkreisgemeinde musste ein Schlüsseldienst auf richterlichen Beschluss hin eine Wohnung öffnen, in der die beiden Mieter offensichtlich seit Jahren Müll angehäuft haben. Der Eigentümer, der im ersten Stock des Hauses wohnt, hatte Alarm geschlagen und die Behörden informiert.

In der Wohnung fanden Polizei, Richter und Mitarbeiter des Landratsamtes nicht nur jede Menge Unrat, sondern auch Dutzende Katzen. Tierheimleiter Gerhard Schmidt und zwei seiner Mitarbeiter haben bei ihrer mehrstündigen Suche insgesamt 33 Katzen eingefangen. Unter den Kisten, Säcken und Müllbergen kamen auch zwei Tierkadaver zum Vorschein.

Kommunen könnten Kastration der Katzen verordnen

Die Katzen sind nun in der Obhut des Tierheims und müssen alle vom Tierarzt untersucht werden. Die Versorgung der Tiere wird nach Auskunft von Gerhard Schmidt „viele Tausend Euro“ kosten, die beim Tierschutzverein hängen bleiben. In diesem Zusammenhang beklagt er das Problem der unkontrollierten Katzenvermehrung, das sich zunehmend auch im Landkreis bemerkbar mache. Oft stammen die Tiere von Bauernhöfen, auf denen sie nicht als Haus-, sondern als Nutztiere zum Mäusefangen gehalten werden. Die Kosten für eine Kastration – bei Katzen gut 100 Euro, bei Katern etwa die Hälfte – sparen sich die Besitzer.

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Dabei hätten die Kommunen durchaus eine Rechtsgrundlage, der Katzenüberpopulation entgegenzuwirken. Denn seit 2013 haben einige Bundesländer – darunter auch Bayern – per Rechtsverordnung die Ermächtigung, ein Kastrationsgebot zu erlassen. Somit können die Kommunen selbst Verordnungen einführen, wonach Katzenbesitzer verpflichtet werden können, ihre Tiere zu kastrieren. Davon machen die Kommunen allerdings keinen Gebrauch, kritisiert Schmidt. Laut einer Liste der Tierrechtsorganisation Peta gibt es Stand August 2015 in ganz Bayern noch keine Kommune, die eine solche Kastrationspflicht eingeführt hätte.

Doch nicht nur das Leid verwilderter Katzen ist ein Problem. Einige Ornithologen sehen in streunenden Katzen auch den Hauptfeind der Vögel. Ihre Sorge: Katzen würden die Schar der Singvögel auf besorgniserregende Weise dezimieren.

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