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Armeemuseum

23.06.2014

Über Schicksale

Auch dieser Nachbau einer Kasematte ist die Arbeit von Schülern, deren Sonderausstellung zum Ersten Weltkrieg heute im Bayerischen Armeemuseum eröffnet wird. Zu sehen ist sie bis zum 1. September.
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Auch dieser Nachbau einer Kasematte ist die Arbeit von Schülern, deren Sonderausstellung zum Ersten Weltkrieg heute im Bayerischen Armeemuseum eröffnet wird. Zu sehen ist sie bis zum 1. September.

Zum 100. Jahrestag des Kriegsausbruchs gibt es weitere Sonderausstellungen. Eine rückt die Aufzeichnungen eines Soldaten im Ingolstädter Reservelazarett in den Fokus

Der 100. Jahrestag der Mobilmachung und damit der Ausbruch des Ersten Weltkrieges rückt näher. Das Bayerische Armeemuseum bietet dazu weitere Sonderausstellungen an. Damit betont das Haus des Freistaates seine Rolle als eine der führenden Dokumentationsstätten im Land auch bei diesem Thema.

Was Museumsdirektor Ansgar Reiß besonders freut, dass ist die Ausstellung, die am Montag im Neuen Schloss eröffnet wird. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Kooperation von 30 Schülern des Katharinen-Gymnasiums und der Ludwig-Fronhofer-Realschule. Die Schülergruppen und zwei engagierte Lehrkräfte stellen Feldpostbriefe und persönliche Aufzeichnungen eines Soldaten in den Mittelpunkt, der nach Fronteinsatz und Verwundung im Reservelazarett II in Ingolstadt behandelt wurde.

Die Auszüge aus den Texten und der Inhalt der Originalbriefe beklemmen den Leser. Der Infanterist schildert die Schrecken des Krieges, das menschenunwürdige Leben in den Stellungen der Hauptkampflinien und das traurige Schicksal vieler Kameraden bei den Einsätzen. Gleichzeitig reflektiert die Ausstellung auch die Verhältnisse und das Stimmungsbild in der Heimat fernab der Front. Die Verherrlichung auch im Schulunterricht damals sowie die Erinnerungskultur insgesamt werden thematisch aufgearbeitet.

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Reiß freut sich über das Engagement von Schülern und Lehrern. Denn auch durch diese Sonderausstellung kann das Armeemuseum seine dominierende Rolle unter den Museen Bayerns festigen, wenn es um den Ersten Weltkrieg geht. Etwa 350 Schulgruppen pro Jahr besuchen laut Reiß die Dauerausstellung. Damit sei Ingolstadt „einer der stärksten derartigen Bildungsstandorte in Bayern“, freut sich der Chef des Hauses.

Sehr gut ergänzt wird das Angebot in der kommenden Woche durch das städtische Kulturamt. Das öffnet die Hallen des ehemaligen Reichsbahn-Ausbesserungs-Werks Ingolstadt am Hauptbahnhof, wo damals das Reservelazarett untergebracht war. Die Bedingungen waren nach heutigen Maßstäben katastrophal: 2000 Schwerverwundete lagen teils auf Stroh oder in einfachen Betten und harrten bei oft nicht ausreichender ärztlicher Versorgung ihrem Schicksal. Unter ihnen war auch der Infanterist, dessen Briefe und Tagebuchauszüge jetzt im Neuen Schloss nachzulesen sind. Damit schließt sich nach 100 Jahren auch ein Kreis.

Die Sonderausstellung der Schulen im Neuen Schloss wird am heutigen Montag eröffnet. Von Mittwoch bis Freitag ist das Armeemuseum allerdings wegen der Umbauarbeiten für die Landesausstellung geschlossen. Danach ist die Ausstellung bis 1. September zu sehen. Treffpunkt zur Führung durch das ehemalige Reservelazarett ist am Dienstag, 1. Juli, um 18 Uhr auf dem östlichen Teil des Fußgängersteges über den Hauptbahnhof.

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