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Neuburg

18.11.2019

Veitriedhausener Kelch dauerhaft in Neuburg zu sehen

Abendmahlskelch und Hostiendose stehen nun mit anderen Exponaten in einer Vitrine im Museumstrakt zum Fürstentum Pfalz-Neuburg im Schloss.
Foto: Dorothee Pfaffel

Ein fast 500 Jahre alter Abendmahlskelch und eine Hostiendose sind ab sofort im Schloss ausgestellt. Was es mit diesen Exponaten auf sich hat.

Die Ausstellung im Neuburger Schloss ist um zwei Exponate reicher. Dabei handelt es sich um einen evangelischen Abendmahlskelch und eine Hostiendose aus der katholischen Kirche St. Vitus im Lauinger Ortsteil Veitriedhausen. Beide Stücke sind fast 500 Jahre alt.

Der Kelch und die Dose stammten aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, erzählte Brigitte Langer von der Bayerischen Schlösserverwaltung, als sie die Exponate am Montag in Neuburg präsentierte. Der Kelch sei der einzige vollständig erhaltene evangelische Abendmahlskelch aus dieser Zeit nördlich der Alpen, ergänzte Michael Jerszynski, der das wertvolle Stück im Frühjahr 2017 ganz zufällig in St. Vitus entdeckt hat. Jerszynski sollte damals eine Chronik über Veitriedhausen schreiben und durchstöberte deshalb den Glockenturm der Kirche. In einer Nische fand er den sorgfältig eingewickelten Kelch, der kurz darauf erstmals bei der Ausstellung „Fürstenmacht und wahrer Glaube“ in Neuburg zu sehen war.

In Neuburg ist der Kelch sicher aufgehoben

Der Fund schlug bayernweit hohe Wellen. Das Besondere an Kelch und Hostiendose: Sie haben mehrere Kriege schadlos überstanden, ebenso die Konfessionswechsel in der Reformationszeit. Durch die Konfessionswechsel ist überhaupt erst zu erklären, dass sich evangelische Kircheninstrumente in einer katholischen Kirche befanden. Dass es sich bei Kelch und Dose um evangelische und nicht um katholische Stücke handelt, darauf deutet das Material Zinn hin – ein katholischer Abendmahlskelch war üblicherweise vergoldet, so Musuemsreferentin Langer.

Nun, nachdem Kelch und Hostiendose in den Werkstätten der Bayerischen Schlösserverwaltung restauriert wurden, haben sie als Dauerleihgaben im Neuburger Schloss ein neues Zuhause gefunden, genauer: im Saal zur Epoche der evangelischen Landesfürsten Wolfgang und Philipp Ludwig. Die Entscheidung fiel auf Neuburg als Ausstellungsort, weil hier die Infrastruktur stimme, sagte Jerszynski. Hier passten die Rahmenbedingungen hinsichtlich Klima und Sicherheit sowie der historische Kontext.

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