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Malerei

13.01.2016

Voller Sehnsucht nach Vollkommenheit

Das Gemälde „Blick von Oberföhring auf München“ gehört mit zu den bekanntesten Werken des aus Rain stammenden Landschaftsmalers Ernst Kaiser.
Bild: M. Arloth

Vor 150 Jahren starb Ernst Kaiser aus Rain. Auch in Dezenacker, Dinkelshausen und Schönesberg war er aktiv

Vor gut 150 Jahren – genau gesagt am 23. Dezember 1865 – starb der Landschaftsmaler Ernst Kaiser. Der gebürtige Rainer, der in München lebte, war ein berühmter Künstler der Romantik. Der Rainer Historiker Harald Johannes Mann erforschte sein Leben und Werk. Bereits 1983 würdigte er in einer Biografie Leben und Wirken Kaisers. Ohne Manns Aufzeichnungen wäre heute kaum etwas bekannt über diese Rainer Persönlichkeit.

Ernst Kaiser sei der Romantik zuzurechnen, stellte Harald Mann fest. „Jener Epoche, in der sich Künstler nach Vollkommenheit sehnten, nach einem idealen Zustand, den sie zwar nicht genau beschreiben konnten, der aber einen Zwiespalt bedeutete zwischen Realismus und Idealismus. Letzten Endes mussten aber auch sie zusehen, wie sie ihr täglich Brot verdienen konnten.“

Hinweise auf Ernst Kaiser fand Harald Mann im Rainer Stadtarchiv, nämlich in den Aufzeichnungen des Juristen und Heimatforschers Ludwig Wilhelm Fischer (1817-1890). Glück und hilfsbereite Leute halfen ihm bei seinen Forschungen weiter. Er fand heraus, dass Ernst Kaiser nicht am 20. Juli 1803 geboren war – wie zunächst angenommen –, sondern einen Tag früher, und zwar im Vorgängerbau des jetzigen Schuhhauses Lachnitt, Hauptstraße 42. Ernst Kaisers Vater Georg, aus Feldheim stammend, sei „ein sehr erfahrener Maler“ gewesen, der beispielsweise den Kreuzweg in der Kirche von Dezenacker und die Altarbilder in den Dorfkirchen von Dinkelshausen und Schönesberg geschaffen habe. Seinem Sohn habe er in Neuburg, wo sich der Vater ein größeres Betätigungsfeld als in Rain erhofft habe, beigebracht, wie man mit Stift und Palette umging.

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Mit 19 Jahren ging Ernst Kaiser an die Münchner Kunstakademie, um Historienmaler zu werden. Nach einem Ausflug in die oberbayerische Bergwelt zeigte er sich begeistert und wurde Landschaftsmaler. Bergseen hatten es ihm besonders angetan. Später schuf er Pflanzenstudien von verblüffender Wirklichkeitstreue. Der Meister fand rasch Anerkennung, stellte im Münchner Kunstverein aus, hatte viele Freunde und Gönner und bewegte sich in München in den vornehmsten Kreisen. „Er muss ein gemütlicher, frohsinniger Mensch gewesen sein, ein lebensbejahender Mann voller Gutmütigkeit und Bescheidenheit“, berichtet Harald Mann.

Im Alter allerdings verließ Kaiser das Glück: Er verarmte, weil kaum jemand noch seine Werke kaufte. Die Münchner Künstler hielten zwar weiter zu ihm, er bekam sogar eine Staatspension, doch dann starb Ernst Kaiser am 23. Dezember 1865 an einem unheilbaren Herzleiden. In einem Nachruf in der Bayerischen Zeitung war zu lesen: „Ernst Kaiser gehört mit zu den besten und tüchtigsten Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts.“ Berühmt wurde der Landschaftsmaler Ernst Kaiser auch wegen seines wunderschönen, 1839 geschaffenen Werks mit dem Titel „Blick von Oberföhring auf München“.

Auf Initiative von Franz Müller, Mitglied im Freundeskreis Alt Rain, wurden im Jahr 2009 an den Geburtshäusern von neun bedeutenden Rainern, nämlich von Ernst Kaiser, Johannes Bayer, Ludwig Wilhelm Fischer, Ulrich Hirschhalmer, Heinrich Huber, Johann Pollak, Michael Raucheisen, Lazarus Schmid und Joseph Weber, Hinweistafeln mit biografischen Daten aus Plexiglas angebracht. Berühmt wurde Ernst Kaiser auch wegen seines wunderschönen, 1839 geschaffenen Werks mit dem Titel „Blick von Oberföhring auf München“.

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