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Rennertshofen

27.11.2019

Was in Rennertshofen getan werden muss

Für das Areal der alten Molkerei wird ein Bebauungsplan aufgestellt. Dort sollen Wohnungen entstehen. 
Foto: Manfred Dittenhofer

Neue Schule, neue Turnhalle, neue Kläranlage – auf die Marktgemeinde kommen nächstes Jahr große Investitionen zu.

Die Rennertshofener Bürger scheinen zufrieden mit ihrer Gemeindeverwaltung. Kaum Nachfragen oder Anregungen. Nur ein Antrag. Und eine Bemerkung eines Zuhörers, der erst seit einigen Jahren in Rennertshofen lebt und sich wunderte, dass so wenig Resonanz aus dem Publikum kam. Er selbst hatte allerdings auch keine Kritikpunkte. Auf Nachfrage von Bürgermeister Georg Hirschbeck, was er denn für Wünsche an die Gemeinde habe, meinte er nur, er sei als Rentner sehr zufrieden.

Hirschbeck hatte am Dienstagabend zur Bürgerversammlung geladen. Erstmals fand sie im neuen Pfarrheim statt. Zum Jahresende ließ der Bürgermeister das Jahr Revue passieren und bot einen Ausblick auf anstehende Projekte. Finanziell ist die Marktgemeinde Rennertshofen seit Jahren eine Vorzeigegemeinde. Keine Schulden, über acht Millionen Euro in den Rücklagen. Allerdings muss Rennertshofen in den kommenden Jahren einige hohe finanzielle Hürden nehmen: Der Neubau der Schule, der Turnhalle und der Kläranlage, die Erweiterung der Kinderkrippe und weitere Kanalsanierungen werden die Rücklagen auffressen. Alleine die Kostenschätzung für die Abwasserkanäle im Ortsteil Riedensheim liegt bei rund 1,3 Millionen Euro. Ohne Kredite würde das nicht mehr funktionieren, so Hirschbeck.

Die Betriebserlaubnis für die Kläranlage Stepperg erlischt Ende 2020. Am westlichen Ortsrand von Bertoldsheim wird eine zentrale Kläranlage neu gebaut.
Foto: Manfred Dittenhofer

Die neue Schule in Rennertshofen soll 2021 fertig sein

An der neuen Grundschule wird bereits kräftig gebaut. Bodenplatte und Erdgeschosswände sind gegossen. Beim Rohbau sei man voll im Kostenrahmen, so der Bürgermeister. 2021 sollen die Schüler und Lehrer dann dort einziehen. Bei Gesamtkosten von zwölf Millionen Euro erwartet die Gemeinde einen Zuschuss von 3,5 Millionen Euro. Die Turnhalle veranschlagt die Gemeinde auf rund vier Millionen Euro, abzüglich einer Million Euro Zuschüsse. Die Kinderkrippe wird die Gemeinde nach Abzug der erwarteten Zuschüsse in Höhe von einer knappen Million Euro noch 1,7 Millionen Euro kosten. Die dort entstehenden Plätze werden dringend benötigt. Durch die Ausweisung neuer Baugebiete hat ein regelrechter Kindersegen in der Marktgemeinde eingesetzt. Momentan werden 46 Kinder in der Krippe betreut. Aber weitere 54 Kleinkinder im Alter unter einem Jahr sind bereits potenzielle Nutzer der drei neu geplanten Gruppen. Auch die Schülerzahlen an der Grundschule steigen. Sind es im Schuljahr 2019/2020 noch 160 Schüler, werden für 2024 etwa 190 Schüler erwartet. Und diese Statistik berücksichtigt laut Hirschbeck nur die Geburten. Weitere Neubaugebiete, wie das in Treidelheim, ließen auf noch mehr Kinder schließen.

Auch das neu erschlossene Gewerbegebiet findet Abnehmer. Und am neu geplanten Sportgelände in Rennertshofen hat erst vor wenigen Wochen der erste Spatenstich stattgefunden. Am neuen Pfarrheim, das Anfang Oktober eingeweiht wurde, hat sich die Gemeinde an den Gesamtkosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro mit knapp 250.000 Euro beteiligt. Und in Riedensheim wurde das neue Feuerwehrhaus seiner Bestimmung übergeben. Die Kosten lagen bei 350.000 Euro. Das sei nur durch eine immense Eigenleistung möglich gewesen, so Hirschbeck. „81 Helfer, 405 Arbeitstage, 7636 Arbeitsstunden – ein riesiges Kompliment an alle, die mitgemacht haben.“

Der Polder in Riedensheim soll noch dieses Jahr fertig werden

Und noch ein Wort zu Riedensheim: Das Ende der Polderbaustelle ist nah. Die offiziellen Arbeiten sollen laut Wasserwirtschaftsamt am 20. Dezember beendet sein. Dann folgen höchstens noch Kleinigkeiten. Seit 2014 wird nun schon am Polder gebaut.

Erstmals fand die Bürgerversammlung der Marktgemeinde Rennertshofen im neuen Pfarrheim statt.
Foto: Manfred Dittenhofer

Ein Rennertshofener regte an, die Kosten für die neue Kläranlage nicht über Verbesserungsbeiträge, sondern über die Gebühren zu finanzieren. Vor allem ältere Menschen würden durch die hohen Zahlungsaufforderungen oft überlastet. Die komplette Summe sei unmöglich, so Hirschbeck: „Dann würden wir 20 Jahre für die Finanzierung brauchen.“ Bei Kanalsanierungen habe sich der Gemeinderat mehrheitlich für Verbesserungsbeiträge ausgesprochen, die aber auch in mehreren Raten bezahlt werden können. Bei weiteren Maßnahmen werde wieder der Gemeinderat entscheiden. Hirschbeck kann sich aber auch eine Mischfinanzierung über Beiträge und Gebühren vorstellen.

Ein Zuhörer hatte dann doch noch ein Anliegen. Eine öffentliche Toilette im Marktbereich würde fehlen. Und eine Zuhörerin fragte nach, wie lange es den Markttreff noch gebe. Der Mietvertrag hierfür läuft laut Hirschbeck im Mai 2022 ab. „Wie es dann weitergeht, kann ich nicht sagen.“

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