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Kanurennsport

18.05.2020

Beim DRC Neuburg sind "alle Feuer und Flamme“

Freut sich bereits auf den Trainingsauftakt am Dienstag: Der neue Sportwart der Kanurennsport-Sparte des DRC Neuburg, Jonas Egeler.
Bild: Dirk Sing

Am Dienstag steigen die Kanurennsportler des DRC Neuburg in Kleingruppen wieder ins Training auf der Donau ein. Nicht nur beim neuen Sportwart Jonas Egeler ist die Vorfreude groß. Welche Vorgaben und Regeln die Paddler zu beachten haben.

In ganz kleinen Schritten geht es auch für die Sportler während der Corona-Krise langsam zurück in den gewohnten Alltag – wenn auch unter bestimmten Voraussetzungen und „Spielregeln“. Während die Sportanlagen im Freistaat bereits seit dem vergangenen Montag (11. Mai) wieder geöffnet sind und dies beispielsweise von Leichtathleten oder Fußballern schon fleißig genutzt wird, kehrt nun auch beim Donau-Ruder-Club Neuburg langsam wieder (die neue) Normalität ein. Wir haben uns mit dem Sportwart der Kanurennsport-Sparte, Jonas Egeler, über die aktuelle Situation sowie die Herausforderungen für den DRCN unterhalten.

Herr Egeler, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Job als Sportwart beim DRC Neuburg. Wie ist es denn überhaupt dazu gekommen?

Egeler: Nun, nachdem ich schon etwas länger gewusst habe, dass es mich in Sachen Studium von Erlangen wieder in die Heimat ziehen würde, habe ich bereits im vergangenen Jahr anklingen lassen, dass ich hier im Verein gerne eine Tätigkeit übernehmen würde. Es hätte zwar auch im Vorstand eine Möglichkeit gegeben. Doch ich hatte eher Lust darauf, etwas näher am Sport zu sein. Und ich denke, dass Sportwart eine schöne Aufgabe ist.

Beim DRC Neuburg sind "alle Feuer und Flamme“

Mussten Sie lange überlegen, als Ihnen dieser Posten letztlich angeboten wurde?

Egeler: Eigentlich nicht. Für mich war es einfach auch wichtig, dem Verein auf diese Weise etwas zurückzugeben, nachdem ich ja zuvor viele Jahre von ihm profitiert hatte. Schließlich bin ich ja doch schon seit der dritten oder vierten Klasse fest beim Kanurennsport dabei.

Welche Aufgaben fallen konkret in Ihren Bereich?

Egeler: In erster Linie geht es um die Koordination der Rennsport-Mannschaft. Sprich: Das Training organisieren oder auch die Regatten zusammen mit den Trainern und Eltern planen. Nachdem wir 25 aktive Sportler im Kanurennsport-Bereich haben, muss man einfach schauen, dass man letztlich alles unter einen Hut bekommt und dabei die Ressourcen, die man zur Verfügung hat, bestmöglich nutzt.

Ihr momentanes Hauptaugenmerk dürfte sicherlich auf der Umsetzung des vorgeschriebenen Hygiene-Konzepts liegen. Wie groß ist für den DRC Neuburg die Herausforderung, diese Maßnahmen und Regeln entsprechend umzusetzen?

Egeler: Was das Training betrifft, ist das Ganze schon ziemlich streng reglementiert. Wie schwierig das letztlich in der Umsetzung tatsächlich sein wird, lässt sich im Vorfeld fast nicht sagen – speziell auf unsere Kinder und Jugendlichen bezogen! Auf der anderen Seite haben die „Kids“ zuletzt ja schon in der Schule die Erfahrung gemacht, was es heißt, sich an gewisse Regeln und Vorgaben in Sachen Corona zu halten. Von dem her bin ich eigentlich recht optimistisch.

Was sind die wichtigsten Punkte, auf die Sie beziehungsweise Ihre Sportler achten müssen?

Egeler: Nun, wir müssen natürlich – ebenso wie im „normalen“ Leben – den Mindestabstand einhalten. Zudem haben wir uns entschlossen, dass der Mund-Nasen-Schutz auf dem Gelände getragen werden muss – auf dem Wasser natürlich nicht (lacht)! Auch müssen wir darauf achten, dass die Trainingsgruppen nicht größer als fünf Leute inklusive Trainer sind. Diese dürfen im Übrigen auch nicht rotieren, sondern sind von Anfang an festgelegt. Was das Material betrifft: Dieses ist ebenfalls fest zugeteilt, so dass jeder Aktive sein festes Boot und Paddel hat. Dadurch sind wir nicht gezwungen, jedes Mal alles zu desinfizieren. Gerade Letzteres wäre eine Mammutaufgabe gewesen, die kaum umsetzbar gewesen wäre.

Bild: Dirk Sing

Stichwort Training: Am Dienstag geht es offiziell wieder los! Wie werden diese Einheiten konkret aussehen beziehungsweise sich von „normalen“ Inhalten unterscheiden?

Egeler: Wir werden unter der Woche jeden Tag für Trainingseinheiten nutzen und dabei immer nachmittags eine oder zwei Kleingruppen auf dem Wasser haben. Inhaltlich wird es zunächst einmal – gerade bei den „Kleinen – vor allem darum gehen, wieder die Sicherheit im Boot zu bekommen und sich daran zu gewöhnen, auf der Donau zu paddeln. Danach wird das Ganze von der Intensität her langsam gesteigert. Auch bei den Größeren muss man erst einmal an den Ausdauer-Grundlagen arbeiten, ehe das Pensum Schritt für Schritt nach oben gefahren wird.

Ein fester und wichtiger Bestandteil bei den Kanuten ist bekanntlich das Kraft-Training. Nachdem das Vereinsheim, in dem sich bekanntlich auch der Kraftraum befindet, derzeit nicht benutzt werden darf: Gibt es diesbezüglich eine Gelegenheit für Ihre Athleten, diese Einheiten zu kompensieren?

Egeler: Wir haben unseren Leuten schon während des Lockdown ans Herz gelegt, möglichst daheim ihr Kraft-Training zu absolvieren. Um sich zu informieren, gibt es ja im Internet unzählige Möglichkeiten und gute Beispiele. Ich denke, dass das auch alle im Eigeninteresse gut in die Tat umgesetzt haben. Aber klar, der Kraftraum fehlt grundsätzlich natürlich schon in der Trainingsarbeit. Die wenigsten Athleten haben die entsprechenden Geräte bei sich zuhause.

Wenn Sie sich in den vergangenen Tagen mit Ihren Mitgliedern unterhalten haben: Wie groß ist trotz aller Einschränkungen die Vorfreude, dass das Training nun endlich wieder aufgenommen werden kann?

Egeler: Als vor einigen Tagen die Email mit dem Hinweis, dass am Dienstag das Training wieder beginnt, an unsere Sportler rausgegangen ist, kamen sofort zahlreiche positive Aufschreie (lacht). Alle sind Feuer und Flamme und haben beispielsweise auch sofort eine eigene WhatsApp-Gruppe gegründet, wer sich jetzt welches Boot schnappen will (lacht). Von dem her bin ich überzeugt, dass der Betrieb sehr schnell wieder anlaufen wird.

Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass es in diesem Jahr noch Wettkämpfe geben könnte?

Egeler: Ich denke, dass das sehr schwierig wird. Bis zum 30. Juni wurde von Verbandsseite bereits alles abgesagt. Nichtsdestotrotz gibt es dort aktuell Beratungen, ob man beispielsweise die deutsche Meisterschaft unter strengen Auflagen durchführen kann. Persönlich sehe ich das eher kritisch. Das sind Veranstaltungen, bei denen sich viele Menschen auf engstem Raum begegnen. Das alles so umzusetzen, dass es hygienisch passt – diesen Hut der Verantwortung möchte ich mir nicht aufsetzen! Natürlich hoffen wir alle darauf, dass sich die Lage verbessert und es in dieser Saison doch noch Wettkämpfe gibt, auf die man hintrainieren kann. Ob es so kommt, wird man sehen.

Lassen Sie uns zum Abschluss noch grundsätzlich über den Kanu-Sport sprechen. Warum ist dieser in Ihren Augen – ebenso wie Laufen, Golf oder Tennis – geradezu prädestiniert für die aktuelle „Corona-Zeit“?

Egeler: Nun, im Gegensatz zu vielen Mannschaftssportarten handelt es sich um einen Freiluft- beziehungsweise kontaktlosen Sport. Den Mindest-Abstand von 1,5 Metern muss man grundsätzlich einhalten, da es ansonsten zu einer Kollision kommen würde. Speziell auf Neuburg bezogen, findet man auf der Donau erstklassige Trainingsmöglichkeiten vor – egal, in welche Richtung man fährt! Die Natur ist größtenteils unberührt und man bekommt einen freien Kopf. Diese Verbindung ist in meinen Augen einzigartig.

Interessenten und Rückfragen: Wer sich mit einem Kanu und Paddel einmal versuchen möchte, kann sich per Email (info@drcn.de) an den Donau-Ruder-Club Neuburg wenden.

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