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26.07.2010

"Einmal Löwe, immer Löwe" gilt auch hier

Mit einem Testspiel im Grünwalder Stadion gegen Dortmund feierte der Zweitligist TSV 1860 München am Wochenende seinen 150. Geburtstag. Auch in unserer Region haben die Löwen zahlreiche Fans. Foto: dpa
Bild: dpa

Straß/Rennertshofen Einmal Löwe, immer Löwe - nach diesem Motto "leben" auch die Anhänger des TSV 1860 München in der hiesigen Region ihre große Leidenschaft. Gerade in Zeiten, in denen es dem Traditionsverein sowohl sportlich als auch finanziell deutlich besser gehen könnte. "Wir sind bei jedem Heimspiel in der Allianz Arena und unterstützen dort von Block 132 aus lautstark unsere Mannschaft. Aber auch Auswärtsfahrten wie in der vergangenen Saison nach St. Pauli gehören dazu", sagt Thomas Hager, erster Vorsitzender des Rennertshofener Fanclubs "Ranzhofer Löwen" (www.ranzhofer-loewen.de), der mittlerweile 56 Mitglieder umfasst.

"Unser jüngstes wurde am 6. Juni dieses Jahres geboren, während unser ältestes Mitglied 75 Jahre alt ist", so Hager, der bei den jeweiligen Heimpartien noch eine weitere ehrenvolle Aufgabe übernimmt: "Ich stehe als Fahnenschwenker der Region 11 auf dem Rasen und schwenke diese sowohl vor als auch während der Spiele, wenn wir einen Treffer erzielen - was in der abgelaufenen Saison leider nicht allzu häufig der Fall war."

Auch wenn Hager erst seit 2008 die Ranzhofer Löwen führt, ein "waschechter 1860-Fan mit Haut und Haaren" ist er schon seit "ewigen Zeiten". Seine bislang schönste Erinnerung als Löwen-Anhänger sei dabei das Champions-League-Qualifikationsspiel im heimischen Olympiastadion gegen Leeds United (August 2000) gewesen - und das trotz einer 0:1-Niederlage und dem damit verpassten Sprung in die Königsklasse. "Das war ein unvergessliches Erlebnis", schwärmt Hager noch heute. Vor allem auch deshalb, "weil damals das Olympiastadion ausverkauft und dabei erstmals mehr 1860-Anhänger wie Gäste-Fans im weiten Rund waren. Im Vorfeld gab es noch eine tolle Choreographie, zudem war die Stimmung phantastisch".

Den bittersten Moment erlebte Hager freilich ebenfalls im Olympiastadion - wenn auch rund vier Jahre später! "Als Francis Kioyo am vorletzten Bundesliga-Spieltag 2003/2004 in der 89. Minute gegen Hertha BSC Berlin beim Stand von 1:1 einen Elfmeter neben das Tor schoss, ist für uns nahezu eine Welt zusammengebrochen, da wir bei einem Treffer die Klasse gehalten hätten", erinnert sich der Ranzhofer "Ober-Löwe".

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Wann die "Blauen" wieder den Sprung zurück in die erste Liga schaffen, lasse sich laut Hager "nur schwer beantworten. Aufgrund unserer finanziellen Situation sind wir leider immer wieder gezwungen, unsere besten Talente zu verkaufen. Doch die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr geben wir nicht auf".

Verlassen kann sich der traditionsreiche Zweitligist freilich auch auf die Unterstützung der "Straßer Löwen" (www.strasserloewen.de), die seit Gründung (17. Januar 2003) von der ersten Vorsitzenden Carmen Schneider geführt werden. Seitdem sind die Mitgliederzahlen des eingetragenen Vereins (Schneider: "Wir wollten etwas machen, das Hand und Fuß hat. Deshalb haben wir uns auch gleich als offiziell eingetragenen Verein angemeldet") auf rund 100 angewachsen.

"In der abgelaufenen Spielzeit haben wir die Heimspiele gegen Rostock, Greuther Fürth und Bielefeld besucht", berichtet Schneider, für die neben dem Sportlichen vor allem auch das Gesellige im Vordergrund steht. "Bei uns sollen sich alle Mitglieder wohl fühlen", so die Vereinschefin und verweist auf die jährlichen Sommerfeste, Ausflüge oder auch den nun wiederkehrenden Stammtisch im Vereinsheim des SV Straß. Dass dabei natürlich über den Fußball, sprich hauptsächlich die Münchner Löwen, gefachsimpelt wird, verstehe sich von selbst. "Hoffentlich müssen wir dabei nicht über Derby-Niederlagen diskutieren. Denn die tun nun einmal immer besonders weh", weiß Schneider, die im Übrigen in Sachen "Allianz Arena" - wie auch die restliche Löwen-Fanwelt" - hin- und hergerissen ist: "Ich kenne zwar die Verträge nicht. Aber wenn es weiterhin ein einziges Draufzahl-Geschäft bleibt, muss man sicherlich nach Alternativen an der Basis suchen." Und nachdem das altehrwürdige Grünwalder Stadion "leider nicht mehr zeitgemäß ist, wäre eine Rückkehr ins Olympiastadion - gerade eben aus finanziellen Gründen - sicher eine Möglichkeit, die man überdenken müsste". Das Wichtigste sei laut Schneider jedoch, dass künftig die Verantwortlichen "wieder alle an einem Strang ziehen, damit es für unsere Löwen wieder aufwärts geht". An den treuen Anhängern in der Region wird dieses Vorhaben sicherlich nicht scheitern. (disi)

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