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Fußball

29.01.2020

Roland Portune: „Keine Basis beim VfR mehr vorhanden“

Ausgespielt: Roland Portune (links), hier beim Hallenturnier der Schiedsrichtergruppe Neuburg noch für den VfR Neuburg II im Einsatz, hat in der vergangenen Woche sein Amt als Team-Manager der ersten Mannschaft mit sofortiger Wirkung niedergelegt.
Bild: Roland Geier

Der ehemalige Team-Manager des Landesligisten VfR Neuburg erklärt im NR-Interview, warum er seine Tätigkeit mit sofortiger Wirkung beendet hat

Am Montagabend ist Fußball-Landesligist VfR Neuburg in die Vorbereitung auf die Rückrunde gestartet. Mit dabei war auch Team-Manager Roland Portune – allerdings nur, um sich von der Mannschaft offiziell zu verabschieden. Wie die Neuburger Rundschau bereits in ihrer Freitagsausgabe exklusiv berichtet hatte, sah Portune nach der Vorstands-Entscheidung, den bisherigen Co-Trainer Alexander Egen in der neuen Saison zum „Chef“ beziehungsweise Nachfolger von Noch-Trainer Christian Krzyzanowski zu befördern, keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit und beendete seine Tätigkeit mit sofortiger Wirkung. Wir haben mit Roland Portune gesprochen.

Herr Portune, als einen der Gründe für Ihren Rücktritt haben Sie uns gegenüber bereits „Unstimmigkeiten in der Trainerfrage“ genannt. Können Sie das etwas genauer erläutern?

Portune: Nun, Christian Krzyzanowski hatte ja von sich aus angeboten, den Trainer-Posten noch eine weitere Saison auszuüben, um dann – und das war für mich eigentlich das Entscheidende – ein Jahr später in den Vorstand aufzurücken. Als das Ganze dann in komplett andere Bahnen gelaufen ist, war ich einfach maßlos enttäuscht und konnte mich damit nicht mehr identifizieren. Mein Wunsch wäre gewesen, dass Christian noch eine weitere Spielzeit Cheftrainer bleibt, da es rein sportlich betrachtet überhaupt keinen Grund für einen Wechsel auf dieser Position gab.

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Warum war es aus Ihrer Sicht so wichtig, dass Krzyzanowski anschließend einen Vorstands-Posten übernehmen sollte?

Portune: Um den geplanten und bereits eingeleiteten Verjüngungsprozess im Vorstand des Vereins weiter fortzuführen. In meinen Augen wäre es auch eine perfekte Lösung gewesen, den Alexander Egen in der kommenden Saison bei einem anderen Herren-Team erst einmal Erfahrungen als alleiniger Cheftrainer sammeln zu lassen, um ihn dann im darauffolgenden Jahr zum VfR Neuburg zurückzuholen. Genau das wäre meine Vision und mein Wunsch gewesen. Als ich dann jedoch in der entscheidenden Vorstandssitzung mitbekommen habe, in welche Richtung das läuft, habe ich diese vorzeitig verlassen.

Was denken Sie, warum die Trainer-Entscheidung letztlich so gefallen ist, wie sie anschließend kommuniziert wurde?

Portune: Das ist schwer zu sagen. Das Hauptargument des Vorstandes war, dass sich das Ganze nach vier, fünf Jahren abgenutzt hätte. Das kann ich aber so definitiv aus zweierlei Gründen nicht stehen lassen. Zum einen kamen in den vergangenen Spielzeiten ja immer wieder neue Akteure hinzu, die für frischen Wind gesorgt haben. Zum anderen würden wir – wenn das mit der Abnutzung stimmen würde – niemals auf dem zweiten Tabellenplatz stehen. Von dem her kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen.

Sie haben sich bekanntlich für einen sofortigen Rücktritt entschieden. Wäre es nicht auch eine Möglichkeit gewesen, die zweite Saisonhälfte noch durchzuziehen und erst danach Ihre Tätigkeit zu beenden?

Portune: Nein, definitiv nicht! Ich habe diese Entscheidung bereits zu dem Zeitpunkt getroffen, als ich diese finale Vorstandssitzung vorzeitig verlassen habe. Für mich gibt es schlichtweg keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit – nicht einmal für dieses halbe Jahr!

Ist diese fehlende Basis ausschließlich auf den Vorstand oder auch das Team bezogen?

Portune: Mit der Mannschaft hat das überhaupt nichts zu tun. Ganz im Gegenteil. Ich habe mich am Montag beim Trainingsauftakt vom Team offiziell verabschiedet, weil sich das für mich einfach gehört. In diesen rund eineinhalb Jahren, seit ich den Jon des Team-Managers ausübe, sind mir die Jungs einfach ans Herz gewachsen. Dementsprechend ist das auch sehr emotional abgelaufen und hat mich schon tief berührt.

Glauben Sie, dass diese Trainer-Entscheidung, die ja doch hohe Wellen geschlagen hat, spurlos am Team hinsichtlich der verbleibenden Rückrunde vorbeigehen wird?

Portune: Ich hoffe es natürlich nicht. Aber es ist natürlich schon möglich. Sollten gerade die ersten Begegnungen nicht wunschgemäß verlaufen und der Erfolg ausbleiben, droht von außen eine gewisse Unruhe reinzukommen. Ich habe den Jungs am Montag nochmals gesagt: Haltet zusammen und lasst euch von außen nicht beeinflussen! Ich hoffe es sowohl für das Team als auch den Verein, dass man das gemeinsame Ziel erreicht. Das wäre mein großer Wunsch – und dafür werde ich auch die Daumen drücken.

Und wie geht es mit Ihnen persönlich in Sachen Fußball weiter?

Portune: Ich werde mir auf alle Fälle auch weiterhin die Spiele des VfR Neuburg anschauen. Dafür bin ich einfach – wie bereits beschrieben – mit der Mannschaft und dem Trainerteam zu tief verwurzelt. Was eine mögliche Tätigkeit anderswo betrifft, das wird man sehen. Fest steht, dass ich früher oder später sicherlich etwas in diesem Bereich machen werde. Denn wer mich kennt, der weiß, dass ich ohne Fußball nicht leben kann (lacht).

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