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Interview

23.10.2020

Schwimmer des TSV Neuburg ziehen die Notbremse

Das traditionelle Adventsschwimmen ist „der“ Höhepunkt im Kalender des TSV Neuburg. Aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen musste die Veranstaltung jedoch schon vorzeitig abgesagt werden.
Bild: Dirk Sing

Plus Abteilungsleiter Christian Rebele erklärt, warum das traditionelle Adventsschwimmen in diesem Jahr abgesagt wird und weshalb momentan im Neuburger Parkbad auch kein Trainingsbetrieb stattfindet.

Seit vergangenen Mittwoch steht die Corona-Ampel im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen auf „Rot“. Sprich: Die Fallzahlen gehen weiter in die Höhe beziehungsweise befinden sich in einem durchaus kritischen Stadium. Den Sport betreffen diese Einschränkungen nur marginal. Dennoch ist freilich oberste Vorsicht geboten. Wie die Schwimmer des TSV Neuburg mit der momentanen Situation umgehen, verrät Abteilungsleiter Christian Rebele im NR-Interview.

Herr Rebele, welchen Einfluss hat die rote Corona-Ampel auf den aktuellen Trainingsbetrieb der Schwimm-Abteilung?

Rebele: Nun, es gibt derzeit sowohl von den „oberen Stellen“ als auch vom Parkbad selbst irgendwelche Vorgaben, dass wir beispielsweise nicht mehr rein dürften. Wir – das heißt die Abteilungsleitung und Trainer – haben jedoch gemeinsam die Entscheidung getroffen, dass wir in dieser Woche das komplette Training aussetzen. Nachdem die Corona-Ampel eben auf Rot gesprungen ist, waren wir uns trotz der Tatsache, dass wir nach wie vor sämtliche Hygiene-Vorschriften im Parkbad einhalten könnten, einig, dass wir diese Vorsichtsmaßnahme treffen wollen, um kein Risiko einzugehen. Wie es dann in der nächsten Woche weitergeht, muss man sehen. Letztlich hängt alles davon ab, wie sich die Zahlen entwickeln. Dementsprechend werden wir reagieren und entscheiden.

Wie haben denn die Kinder, Eltern und Aktiven auf die Entscheidung des vorübergehenden Trainings-Stopps reagiert?

Rebele: Als es sich am vergangenen Wochenende bereits angedeutet hat, dass die Corona-Zahlen nach oben gehen würden, kam bereits von einigen besorgten Eltern die Anfrage, wie es denn unter der Woche mit dem Training weitergehen würde. Als wir ihnen dann die Entscheidung mitgeteilt haben – sei es per Mail, WhatsApp, Instagram oder Facebook –, gab es keinerlei negative Reaktionen. Ganz im Gegenteil. Bei den Erwachsenen gab es hingegen schon die eine oder andere Nachfrage beziehungsweise Diskussion, ob es denn tatsächlich sein müsse, den Trainingsbetrieb zu stoppen. Wenn man dann aber miteinander gesprochen und seine Argumente dargelegt hat, ist man auch hier auf Verständnis gestoßen.

Seit der Wiedereröffnung des Parkbades am 28. September findet dort auch wieder das Schwimm-Training statt. Worauf wird dabei der Fokus gelegt, um das vorgegebene Hygiene-Konzept entsprechend umzusetzen?

Rebele: Nachdem das Parkbad selbst ja quasi seine eigenen Corona-Regeln hat, haben wir Vereine beziehungsweise Abteilungen uns zusammengeschlossen, um einen geregelten Ablauf zu gewährleisten. Wir achten beispielsweise darauf, dass zwischen den jeweiligen Trainingseinheiten genügend Zeit ist, damit man sich nicht begegnet oder auch die Halle gelüftet werden kann. Was speziell unsere Abteilung betrifft: Für uns war es wichtig, den Trainingsbetrieb dahingehend zu entzerren, dass die jeweiligen Gruppen verkleinert wurden und sich dadurch nur noch eine kleinere Anzahl an Schwimmern gleichzeitig im Wasser befindet. Laut Vorgaben dürfen sich ja in einem 25-Meter-Becken maximal acht Schwimmer gleichzeitig aufhalten. Mit unserer Einteilung und Regelung können wir das wunderbar und problemlos in die Tat umsetzen.

Bild: Katharina Feyrer

Der jährliche Höhepunkt im Terminkalender der Schwimm-Abteilung ist das traditionelle Adventsschwimmen im Neuburger Parkbad. In diesem Jahr wäre es bereits die 48. Auflage gewesen. Doch die Corona-Pandemie lässt eine Durchführung nicht zu. Wie schwer ist Ihnen diese Absage gefallen?

Rebele: Das ist uns natürlich schon sehr schwer gefallen. Innerhalb der Abteilung haben wir schon im Sommer immer wieder über diese Veranstaltung diskutiert. Bereits zu diesem Zeitpunkt war uns klar, dass wir dieses Event voraussichtlich wohl nicht durchführen werden können. Mit den jetzigen steigenden Fallzahlen wurden wir in dieser Ansicht leider bestätigt.

In diesem Fall wären sicher auch die ganzen Vorgaben nicht umsetzbar gewesen...

Rebele: Genau. Aufgrund des Hygiene-Konzepts hätten wir beispielsweise die benötigte Anzahl an Schwimmern gar nicht in die Halle bekommen. Diese benötigen wir aber, um zumindest unsere gesamten Ausgaben zu decken. Man darf schließlich nicht vergessen, dass bei einer solchen Veranstaltung – egal in welchem Rahmen – immer Kosten entstehen. Mit maximal 200 Teilnehmern würde sich das Ganze nicht rechnen beziehungsweise wäre es sogar ein Draufzahl-Geschäft. Und dieses Risiko können und wollen wir uns nicht leisten.

Apropos Draufzahl-Geschäft: Reißt die Absage des diesjährigen Adventsschwimmens in seiner ursprünglichen Form ein Loch in die Abteilungskasse?

Rebele: Glücklicherweise nicht. Bereits in der Vergangenheit haben wir das Adventsschwimmen nie als große Einnahmequelle eingeplant. Hin und wieder ist vielleicht mal ein kleiner Betrag hängengeblieben. Doch in der Regel sind wir eigentlich immer „Null auf Null“ aus dieser Veranstaltung herausgegangen. Unsere zusätzlichen Einnahmen generieren wir vielmehr auf dem Neuburger Schloßfest, auf dem wir bereits seit vielen Jahren vertreten sind. Sollte dieses 2021 nicht stattfinden, würde es uns schon deutlich mehr treffen.

Lassen Sie uns zum Abschluss noch einen Ausblick wagen. Nach dem ersten Lockdown im März folgte bereits eine monatelange Trainingspause. Angenommen, ein solches Szenario würde sich nun wiederholen: Haben Sie Befürchtungen, dass sich dies negativ auf die Mitglieder-Entwicklung auswirken könnte?

Rebele: Ja, diese Befürchtung gibt es definitiv! Wir haben ja bereits während der ersten Phase bei den Kindern und ganz „Kleinen“ gewisse Auswirkungen gespürt, als es doch den einen oder anderen Austritt gab. Würde es diesbezüglich jetzt eine Wiederholung geben, könnte ich mir schon vorstellen, dass noch mehr Eltern auf uns zukommen und die Frage stellen, warum sie denn das ganze Jahr ihren Beitrag zahlen, wenn die Kinder nicht trainieren können. Aus diesem Grund haben wir direkt nach der Sommerpause versucht, so schnell wie möglich wieder ein Training anzubieten, um die „Kids“ bei der Stange zu halten. Denn eines ist klar: Wenn dir der Nachwuchs wegbricht, hast du als Verein ein großes Problem.

Weitere Informationen: Alles rund um die Schwimm-Abteilung des TSV Neuburg gibt es im Internet unter www.tsvneuburg-schwimmen.de

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