Natur

08.06.2018

67 Bäume – 67 Sorten

Zwischen Amerdingen und Aufhausen gibt es bereits 67 Apfelsorten zu bewundern, weitere sollen folgen.
Bild: Ronald Hummel

Der neue Obstlehrpfad zwischen Amerdingen und Aufhausen zeigt die Vielfalt der Äpfel

Von A wie Alkmene bis Z wie Zabergäu Renette reichen die Apfelsorten, die sich zwischen Autostraße und Radweg von Amerdingen nach Aufhausen auf einem lang gezogenen Wiesengrundstück stolz zu einem Obstlehrpfad aufreihen. 67 verschiedene Sorten an ebenso vielen, vor zwei Jahren eingesetzten Bäumen zeigen sich hier – alte und neue, handelsübliche und seltene.

Noch sind die Jungpflanzen kaum zu unterscheiden, aber später werden an den hochstämmigen Bäumen die Unterschiede gut erkennbar. Extrem rar ist der Leitheimer Streifling, von dem in natura nur noch ein Baum ausfindig gemacht wurde; 30 Ableger davon veredelt man derzeit. Paul Buß, Kreisfachberater und Geschäftsführer des Kreisverbandes für Gartenkultur und Landespflege in Nördlingen, präsentierte nun vor interessierten Mitgliedern von Gartenbauvereinen den Lehrpfad, der zuvor von Landrat Stefan Rößle und den Bürgermeistern der beiden beteiligten Gemeinden eingeweiht worden war. Aus den 67 Bäumen sollen in den nächsten Jahren 150 werden, jeder weist mit einem Schild eine eigene Sorte von Äpfeln und später auch Birnen aus. Daneben finden sich bereits einzelne andere Nutzpflanzen wie Sanddorn, Schlehen, Misteln oder Speierling. Die Kreisgärtnerei schneidet die Bäume; Schnittkurse sollen vor Ort ein- bis zweimal im Jahr stattfinden. Noch stehen die Bäume in einer Reihe Spalier, doch später sollen es je nach Möglichkeit auch zwei oder drei Reihen werden. Die einzelnen Wiesengrundstücke wurden im Laufe der Zeit vom Landratsamt aufgekauft und jetzt als extensive Wiese bewirtschaftet als Paradies für Bienen, Hummeln und andere Insekten. Gras und Blütenmeer stehen schon knie- bis hüfthoch, sollen aber dennoch erst in zwei bis drei Wochen gemäht werden.

Am Rand des Fahrradweges steht eine malerisch illustrierte Infotafel, die vorbeiradelnden oder -wandernden Naturfreunden eine Information zum „Landschaftselement Streuobstwiese“ vermittelt. Über Bewirtschaftung, Bedeutung für Vögel und Insekten und vor allem Höhlenbewohner wie Steinkauz, Fledermäuse oder den Gartenschläfer-Bilch wird konzentriert informiert, bevor man den lehrreichen Weg fortsetzt. Unweit der Tafel steht bereits eine Ruhebank, der weitere folgen sollen, um darauf die Streuobstwiese und die herrliche Aussicht auf sich wirken zu lassen; als nächste Baumaßnahme ist bei der bestehenden Tafel eine überdachte Bank vorgesehen.

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Paul Buß stellte in der Ortsmitte Amerdingens noch das gelungene Beispiel eines Kiesgartens im öffentlichen Raum vor. Der „Staudenring“, ein Verbund von Staudengärtnermeistern, entwickelte dazu eine Reihe spezieller Mischungen mit langfristigen Blütenabfolgen für die verschiedenen Standorte von sonnig bis schattig, trocken oder feucht. Allesamt sind sie sehr robust und halten auch Belastungen wie Streusalz stand. Das vorwiegend in Gelb- und Rottönen blühende Beispiel ist mit der Mischung „Indian sunset“ bepflanzt, die aus rund 20 Staudensorten besteht wie gelbe Schafgarbe, Montbretie, Echinacea oder Mädchenauge.

Buß ging auch kurz auf das Eichenprozessionsspinner-Problem ein, das derzeit seinen Höhepunkt erreicht hat; vereinzelt werden sogar gespritzte Bäume neu befallen. Allerdings dürfte nach den Erfahrungen der letzten Jahrhunderte die Population in den nächsten Jahren naturbedingt zusammenbrechen –unter anderem, weil die Parasiten auf dem Vormarsch seien. Sie vertilgten derzeit bereits 30 Prozent der Spinner-Raupen.

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