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Blitzer

22.02.2018

98 Punkte in Flensburg

Die kommunale Geschwindigkeitsüberwachung in Nördlingen soll es auch in Zukunft geben. Im vergangenen Jahr wurden 3714 Verkehrsteilnehmer gemessen, die zu schnell unterwegs waren.

In der Ulmer Straße in Nördlingen fährt teils ein Drittel der Verkehrsteilnehmer zu schnell. Ein Autofahrer hatte dort sogar mehr als 70 Stundenkilometer auf dem Tacho.

Nicht nur die Polizei kontrolliert Autofahrer in Nördlingen. Auch die gemeinnützige Gesellschaft für Kriminalprävention und Verkehrssicherheit misst die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer, sie tut es im Auftrag der Stadt. An insgesamt 56 Tagen war die Gesellschaft im vergangenen Jahr im Einsatz, die Bilanz der Messungen stellte Ordnungsamtschef Jürgen Landgraf am Dienstagabend in der Sitzung des Bauausschusses vor.

Von insgesamt rund 54000 überprüften Fahrzeugen waren 3714 zu schnell. Das wiederum ergebe eine sogenannte Verstoßquote von 6,88 Prozent, „nicht wirklich dramatisch“, urteilte Landgraf. Bemerkenswert ist jedoch, dass vergleichsweise viele Autofahrer genau an den Stellen geblitzt wurden, die schon im Jahr zuvor auffällig waren. Beispielsweise Löpsingen, in der Nähe der Schule, die Straße Im Oberdorf. Im Gespräch mit den RN sagte Landgraf, dass dort zwischen 18 und 24 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell waren – je nach Messtag. Auch in der Nähe des Freibades, im Herkheimer Weg, hatten viele mehr Stundenkilometer auf dem Tacho, als dort erlaubt ist – zwischen 20 und 30 Prozent. Und beim Cap-Markt, in der Ulmer Straße, überschritt an manchen Tagen sogar ein Drittel der Verkehrsteilnehmer das Tempolimit. 2016 waren dort mehrere Autofahrer zweimal hintereinander geblitzt worden – einmal auf dem Weg in die Altstadt, einmal in Richtung Kreisverkehr.

Sieben Autofahrer bekommen Fahrverbot

Die meisten Verkehrsteilnehmer kamen mit einer Verwarnung davon, berichtete Landgraf. Manche mussten ein Bußgeld bezahlen, insgesamt wurden 98 Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei verhängt. Sieben Autofahrer durften sich für eine Zeit nicht mehr hinters Steuer setzen. Sie waren mindestens 31 Stundenkilometer innerorts oder zum wiederholten Male zu schnell und bekamen ein Fahrverbot. „Wir hatten mehrere Wiederholungstäter“, sagte Landgraf im Gespräch mit den RN. So wie den einen Autofahrer, der 41 Stundenkilometer in der Ulmer Straße zu schnell war – und dabei sind die drei Stundenkilometer Toleranz bereits abgezogen. 300 Euro Geldbuße zuzüglich 28,50 Euro Gebühr, ein Fahrverbot von einem Monat und zwei Punkte in Flensburg waren die Folge.

Smileys könnten helfen

In der Sitzung des Bauausschusses sorgte besonders der wiederholte Raser-Schwerpunkt am Cap-Markt für Diskussionen. Grünen-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Goschenhofer forderte, dort einen Zebrastreifen einzurichten – das hatte auch sein Fraktionskollege Rudi Koukol im vergangenen Jahr getan. Doch auch heuer lehnte Landgraf dies mit dem Hinweis ab, dass der rechtlich nicht zulässig sei. Zudem nutze nur eine vergleichsweise geringe Zahl an Fußgängern diese Stelle, um die Straße zu überqueren. Vielmehr gebe es Überlegungen, die Kreuzung zur Nähermemminger Straße umzubauen, um dort einen „sicheren Querungsbereich“ zu bekommen. Ein Zebrastreifen vermittle nur das Gefühl von Sicherheit, faktisch passiere aber mehr, gerade wenn es sich um einen schlecht frequentierten Fußgängerüberweg handle, argumentierte der Chef des Ordnungsamtes. Johannes Ziegelmeir (PWG) stimmte zu, man vermittle dem Fußgänger eine „scheinbare Sicherheit“. Maximiliane Böckh (CSU) fragte, ob eine festinstallierte Radarkontrolle an dieser Stelle möglich sei, sie verwies auf Pilotprojekte in Bayern. Dafür müsse man erst andere Maßnahmen ausprobieren, entgegnete der Chef des Ordnungsamtes.

Eine schlug Markus Landenberger-Schneider (CSU) vor: das Schild, das Smileys zeigt – je nach dem, ob man sich korrekt verhält oder nicht, einen glücklichen oder unzufriedenen. Thomas Knie (CSU) und Koukol unterstützten diese Idee. Beschlossen hat der Ausschuss, dass die kommunale Geschwindigkeitsüberwachung auch künftig durchgeführt wird. Die auffälligen Messstellen sollen in Zukunft mindestens einmal im Monat kontrolliert werden, unauffällige nur in unregelmäßigen Abständen.

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