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Debatte

21.05.2019

Almarin: Deiningen beteiligt sich nicht

Bild: Szilvia Izsó

Der Gemeinderat stimmt knapp gegen eine Teilnahme am Arbeitskreis. Die Räte diskutieren unter anderem über die Attraktivität und die Betriebskosten des Bades

Weg von den Emotionen, hin zu einer nüchternen Betrachtung beim Thema Almarin: Das forderten einige Deininger Gemeinderäte in der Sitzung am Montagabend. Die Meinungen, ob sich Deiningen am Arbeitskreis beteiligen soll, gingen dabei auseinander:

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Bürgermeister Wilhelm Rehklau sagte, die vorgestellten Gutachten bei der Informationsveranstaltung seien für ihn sachlich und fundiert gewesen, auch wenn einige Punkte nicht regionalisiert gewesen seien. Zur Eigenleistung sagte er, dass die Summe von rund 900000 Euro seiner Meinung nach zu hoch sei. Die rund 175000 Euro an Betriebskosten, die der Förderverein ausgerechnet hat, schätzte er als zu niedrig ein.

Er rechne außerdem damit, dass das Bad ohne Außenbereich, Sauna und Gaststätte nicht mehr die hohen Besucherzahlen von früher erreichen werde. Er sagte außerdem, dass das Schulschwimmen aufgrund des gemeinsamen Schulverbandes mit Nördlingen weiterhin dort stattfinden werde. Rehklau sprach sich dennoch für eine Teilnahme am Arbeitskreis aus. Er sei mit dem momentanen Kenntnisstand nicht zufrieden und durch den Arbeitskreis könne man sich einbringen.

Almarin: Deiningen beteiligt sich nicht

Sonja Gernhäuser-Weng war ebenfalls für eine Beteiligung am Arbeitskreis. Sie sagte, dass man so ausloten könne, was alles machbar sei. Sowohl Gernhäuser-Weng als auch Rehklau erklärten, dass es möglich sein solle, dass Gemeinden ihre finanzielle Beteiligung am Zweckverband begrenzen können. Leo van Bree erklärte, Schwimmen zu lernen sei wichtiger als der Führerschein und dürfe deshalb auch Geld kosten. Man müsse jedoch das Konzept hinterfragen, das Almarin nur als reines Bad zu nutzen. Ulf Kunze sagte, durch eine Teilnahme am Arbeitskreis solle auch Druck auf den Kreis ausgeübt werden. Denn dieser solle sich mehr beteiligen. In anderen Regionen seien Kreise Teile von Zweckverbänden.

Gegen eine Teilnahme am Arbeitskreis sprach sich Andreas Husel aus. Es ist für ihn fraglich, ob die Bürger das Almarin in der Form wiederbekommen, wie es früher war. Er bezweifelte, dass Ehrenamtliche dauerhaft viele Personalstellen im Almarin übernehmen werden. Denn: Ehrenamtliches Engagement gehe zurück. Er erklärte außerdem, dass die Gemeinde erst einmal die Projekte im Ort angehen solle. Jürgen Wenzel sagte dazu, dass die Gemeinde mit Defiziten bei der Schule, dem Kindergarten und dem Friedhof aufpassen müsse, dass es nicht zu viele werden.

Auch Maximilian Faul erinnerte an die Projekte im Ort: Die Gemeinde müsse erst einmal Maßnahmen wie Kanalsanierung, Straßenbau und Feuerwehrhaus regeln. Faul rechnet beim Almarin mit jährlichen Kosten von rund 50000 Euro für Deiningen. Er glaube außerdem nicht, dass der Hype um das Bad langfristig anhalten werde. Das Bad müsse mindestens zehn bis 20 Jahre laufen, aber dafür fehle es an Attraktivität. Jürgen Eichelmann war der Meinung, dass das Bad nur mit dem Schwimmbecken nach fünf Jahren wieder schließen müsse. In Nördlingen habe das Hallenbad ein Defizit von rund 330000 Euro und ist sieben Monate geöffnet. Er rechne deshalb beim Almarin mit Kosten zwischen 500000 und 600000 Euro.

Karl Angel erklärte, für ihn sei jetzt das Ende des Almarins. Wenn man sich am Arbeitskreis beteilige, dann sei das ein bisschen eine Zusage für einen Zweckverband. Der Gemeinderat stimmte mit acht zu sieben Stimmen gegen eine Teilnahme am Arbeitskreis.

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