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Amerdingen

06.08.2020

Amerdingens Bürgermeister Berchtenbreiter zieht 100-Tages-Bilanz

Xaver Berchtenbreiter hat nach eigenen Angaben ein Wahlversprechen eingelöst und einen Fahrdienst für Senioren in Amerdingen eingerichtet.
Bild: Jochen Aumann

Plus Amerdingens neuer Bürgermeister Xaver Berchtenbreiter spricht über die Bauvorhaben in der Gemeinde und darüber, was seit seinem Amtsantritt bereits geschehen ist.

Herr Berchtenbreiter, Sie sind nun seit über 100 Tagen neu im Amt des Bürgermeisters. Wie war Ihr Start?
Xaver Berchtenbreiter: Der Start ist wegen Corona sehr ruhig verlaufen. Seit einem Monat geht es aber rund, weil wir viel nachholen müssen, was in den letzten Monaten liegen geblieben ist.

Wie haben Sie sich auf Ihre neue Aufgabe vorbereitet?
Berchtenbreiter: Da ich zuvor Zweiter Bürgermeister war, kannte ich die Abläufe bereits. Jetzt ist die Arbeit aber noch intensiver. Ich habe über mehrere Tage an einem Seminar im Landratsamt für die neuen Bürgermeister teilgenommen.

Sie haben vor der Wahl verschiedene Vorhaben angekündigt. Wo konnten Sie bereits etwas erreichen?
Berchtenbreiter: Wir wollen einen Fahrdienst für Senioren eingerichtet, der auch hoffentlich angenommen wird. Das war ein Wahlversprechen von mir. Der Fahrdienst wird von ein oder zwei Personen koordiniert, die einen privaten Fahrer vermitteln können, wenn jemand zum Beispiel zum Arzt nach Nördlingen muss. Für gehbehinderte ältere Menschen ist das wesentlich besser als auf einen Bus zu warten und in Nördlingen umsteigen zu müssen. Es haben sich in Amerdingen und Bollstadt mehrere Fahrer angeboten. Wir würden dabei gerne mit den Ortschaften Zoltingen, Leiheim, Unterringingen und Oberringingen kooperieren, weshalb ich mit dem Bürgermeister der Marktgemeinde Bissingen bereits in Kontakt getreten bin.

Sie wollten auch die Dorferneuerung ausweiten. Wie ist der aktuelle Stand?
Berchtenbreiter: Vergangene Woche haben wir mit Fördermitteln das letzte von vier alten landwirtschaftlichen Gebäuden abgerissen, die unbewohnt waren und leer standen. Die Gemeinde hat die Grundstücke gekauft und wird diese nach der Erschließung den Bürgern wieder zum Bauen zur Verfügung stellen. Zwei Bauplätze sind bereits verkauft und für die anderen beiden haben wir Interessenten. Damit soll der Ortskern erhalten bleiben, was der Sinn der Dorferneuerung ist.

Sie wollten auch die Grundschule unterstützen.
Berchtenbreiter: An der Grundschule haben wir aktuell mit den Sanierungsarbeiten an der Fassade und am Dach begonnen. Außerdem nehmen wir am Digitalpakt Bayern teil. Dabei wird eine Netzwerkstruktur mit WLAN eingerichtet und zwei Klassenzimmer werden mit Laptops ausgestattet. Das ist wichtig, um bei der Digitalisierung nicht den Anschluss zu verlieren. Außerdem schaffen wir zwölf iPads an, die die Schüler auch für zuhause ausleihen können. Im kommenden Schuljahr haben wir nur zwei Kombi-Klassen, aber im Jahr darauf werden es wieder mehr sein. Das ist sehr positiv.

Wie fördern Sie die Vereine?
Berchtenbreiter: Wir haben den Keller der Mehrzweckhalle, wo früher die Kegelbahn war, als Schützenheim neu ausgebaut. Diese Woche werden wir mit den Arbeiten fertig, sodass der Schützenverein mit der Inneneinrichtung weitermachen kann. Rechtzeitig zum Herbst kann der offizielle Schießbetrieb wieder aufgenommen werden. Bei der Turnhalle investieren wir in das Brandschutzkonzept und wir haben auch den Dorfladen vergrößert.

Wie sieht es mit dem Thema Jugendtreffs aus?
Berchtenbreiter: Der Jugendtreff in Amerdingen befindet sich im Feuerwehrhaus. Die Gemeinde will das Gebäude außen sanieren, es ist wegen knapper Mittel im Moment aber unklar, wann das geschehen kann.

Für den Naturschutz wollten Sie Linden pflanzen und Bachränder pflegen.
Berchtenbreiter: In Bollstadt werden wir im Herbst oder Frühjahr Linden auf der Erweiterung eines Neubaugebiets pflanzen. Wir wollen damit den vorhandenen Baumgürtel verlängern. In Bollstadt sind wir vergangene Woche auch mit der Erschließung des Gewerbegebiets fertig geworden, wo wir demnächst ebenso Anpflanzungen vornehmen werden. Die Bachränder der Kessel und des Sonderbachs sowie kleinerer Bäche in Bollstadt müssen gepflegt werden, sodass einheimische Pflanzen wie Dotterblumen oder Vergissmeinnicht sich dort wieder ansiedeln können und es wieder eine Artenvielfalt für die Insekten gibt. Das reicht aber nicht aus, wir brauchen im ganzen Gemeindegebiet Maßnahmen zur Artenvielfalt.

Welche weiteren Projekte zeichnen sich bereits für die nächsten Jahre ab?
Berchtenbreiter: In Bollstadt planen wir ein neues Wohngebiet, „An der Linde“ heißt es und liegt oberhalb des Feuerwehrhauses. Im Frühjahr können wir eventuell mit der Erschließung beginnen. In Amerdingen sind wir momentan damit befasst, am Ortsausgang in Richtung Aufhausen ein neues Baugebiet auszuweisen, die Erschließung ist im Laufe des nächsten Jahres geplant. Ob es ein Gewerbegebiet oder ein Wohngebiet wird, entscheiden wir in den nächsten Wochen. Wir suchen nach einem weiteren Standort für ein Baugebiet in Amerdingen, dieses Projekt soll auch 2021 anlaufen.


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