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Energie

09.02.2015

Amprion betont: Verlauf der Trasse ist noch offen

Kommt eine Stromtrasse durch das Ries? Das ist weiterhin offen.
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Kommt eine Stromtrasse durch das Ries? Das ist weiterhin offen.
Bild: dpa

Vertreter des Netzbetreibers Amprion und Politiker aus der Region steigen gemeinsam auf den Daniel in Nördlingen. Es geht harmonisch zu.

Einen Witz kann sich Landrat Stefan Rößle ( CSU) nicht verkneifen. Er stapft zusammen mit Politikern aus der Region und Vertretern des Netzbetreibers Amprion die Treppenstufen des Daniels hoch. Als die Gruppe auf der Hälfte der Strecke an dem Laufrad vorbeikommt, mit dem Häftlinge einst Lasten auf den Turm beförderten, sagt Rößle, dass die Vertreter von Amprion früher wohl in dieses Rad gekommen wären. Er erntet Lacher dafür, auch von den Vertretern des Netzbetreibers, sie vertragen Humor. Rößle schiebt vorsichtshalber trotzdem noch einen Witz nach, dieses Mal auf seine Kosten, um die Harmonie sicherzustellen. Sie hätten dann etwas mit ihm gemein, sagt Rößle. Politik sei häufig auch eine Arbeit wie im Hamsterrad. Wieder gibt es Lacher.

Harmonie ist wichtig bei diesem Termin am Montag. Eine Amprion-Delegation hatte sich auf den Weg gemacht, um die Region kennenzulernen, in der es so heftigen Widerstand gegen die Trasse namens „Korridor D“ gibt, die der Netzbetreiber plant. Zunächst besuchten die Vertreter um Unternehmenssprecher Thomas Wiede den Landkreis Dillingen, um dort einen Blick auf die Landschaft zu werfen. Der Tag war lang, nun sind sie im Ries, in Nördlingen, es ist nachmittags und kalt. Aber der Blick vom Kirchturm muss noch sein. „Damit Sie sehen, für welche Landschaft wir uns einsetzen“, sagt Nördlingens Bürgermeister Hermann Faul (PWG) . „Man muss diese Landschaft erlebt haben“, sagt Landrat Rößle.

Der Ton zwischen den Politikern und dem Unternehmen ist sehr freundlich an diesem Tag, beide Seiten signalisieren ein Entgegenkommen, heben hervor, dass eine konstruktive Gesprächsatmosphäre herrsche. Auch wenn am Ende nicht hier in Nördlingen darüber entschieden wird, ob eine Trasse durch das Ries kommt, sondern in Berlin.

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Rößle sagt, er freue sich über die Gesprächsbereitschaft des Netzbetreibers. Das Gesprächsklima sei geprägt von gegenseitigem Verständnis. Unternehmenssprecher Wiede sagt, er wisse die „irre Mühe“ zu schätzen, die sich die Politiker mit diesem gemeinsamen Termin machten. Aber natürlich geht es auch um Inhalte, nicht nur um Freundlichkeiten. Darum, dass „moderne Industrie im Einklang mit der Natur sein muss“, wie es Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler (CSU) formuliert. Darum, wie Amprion-Sprecher Wiede betont, dass es ihnen ein Anliegen sei, „keine Trassenschneise durch eine intakte Landschaft zu ziehen“ – ein Hinweis an die Bürgerinitiativen in der Region, die dem Netzbetreiber vorwerfen, er plane eine Verschandelung der Landschaft. Peter Barth, Leiter Netzentwicklung bei Amprion, sagt, dass es sinnvoll sei, die Trasse mit bestehender Infrastruktur zu verknüpfen. Was darauf hindeutet, dass eine Trassenführung entlang der Autobahn, wie sie einige Gegner der Stromautobahn befürworten, durchaus möglich ist.

Wie so vieles möglich ist. „Wir gehen mit der Planung auf Null“, sagt Amprion-Sprecher Wiede. Es würden alle Optionen auf den Tisch liegen, auch jene, die Kabel der Trasse teilweise unterirdisch zu verlegen.

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