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Soziales

05.02.2015

Bald mehr Plätze in der Psychiatrie

„Der Bau ist modern und schön geworden.“Chefarzt Dr. Karel Frasch

Die Abteilung an der Donauwörther Klinik bekommt fast doppelt so viele Betten – gestern wurde der Erweiterungsbau eingeweiht. Irgendwann könnte sie sogar eigenständig sein

Fast zwei Jahre lang wurde gebaut – nun hat nach der Gynäkologie und Geburtshilfe im vergangenen Jahr auch die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie ihre neuen Räume in der Donau-Ries Klinik in Donauwörth bezogen. Gestern wurden sie offiziell eingeweiht und durch die Dekane Kästle und Heidecker gesegnet. Den Festvortrag hielt die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Melanie Huml. Durch die Erweiterung kann sich die Abteilung vergrößern, fast doppelt so viele Betten kommen hinzu. Noch sind Restarbeiten zu erledigen, Anfang März soll der Betrieb ganz aufgenommen werden.

Und noch etwas anderes könnte sich ändern: Bislang ist die Abteilung noch eine Außenstelle des Bezirkskrankenhauses Günzburg, seit 2001 ist sie in Donauwörth angesiedelt. Noch in diesem Jahr aber will sich der Verwaltungsrat damit befassen, ob die Donauwörther Abteilung in ein eigenständiges Bezirkskrankenhaus übergeführt werden kann. Das kündigte gestern Thomas Düll an: „Aus meiner Sicht stehen die Chancen dafür nicht schlecht“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben.

Spatenstich für die Baumaßnahme war im Mai 2013. Zunächst bekam die Geburtshilfe einen Neubau – und die Psychiatrie bezog deren alte Räume. Nun wurde die Abteilung unter der Leitung des Psychiaters Dr. Karel Frasch noch um einen neu errichteten Zwischenbau vergrößert. Statt 18 vollstationären Behandlungsplätzen soll es ab März 40 geben – die Tagesklinik hat dafür statt bisher 18 nur noch 16 Betten. Neben der Institutsambulanz bietet die Klinik zudem acht Home-Treatment-Plätze an, ein Behandlungsangebot mit Hausbesuchen. Auch das Personal wird auf rund 60 Mitarbeiter aufgestockt – zwölf neue Pflegekräfte und zwei Ärzte sollen dazukommen.

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Die Räume im neuen Zwischenbau sind hell und freundlich gehalten. Fensterfronten lassen viel Licht herein. „Der Bau ist modern und schön geworden“, freut sich Frasch wie auch Pflegedienstleiterin Gabriele Bachhuber. Neben den zusätzlichen Patientenzimmern und Aufenthaltsbereichen gibt es nun unter anderem auch einen großen Raum für Bewegungstherapie. „Dafür ist jetzt endlich genug Platz vorhanden“, sagt Bachhuber, die schon seit 2001 im Team ist. Auch der neu entstandene geschützte Innenhof stelle eine echte Verbesserung dar, findet die Pflegedienstleiterin: Denn dort könnten sich auch Patienten alleine im Freien aufhalten, die sonst eine Begleitung bräuchten.

Im selben Zug, wie die Psychiatrie in Donauwörth vergrößert wird, fällt laut Vorstandsvorsitzendem Düll eine Abteilung im Bezirkskrankenhaus Günzburg weg. Und doch ist es genau diese Stärkung des Standorts in der Großen Kreisstadt, den alle Redner bei der Einweihung begrüßten – darunter etwa Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert und Landrat Stefan Rößle. Als „Psychiatrie um die Ecke“ sei man näher an den psychisch kranken Menschen im Donau-Ries-Kreis, sagte auch Frasch.

Es falle ihnen leichter, sich in Behandlung zu begeben, wenn sie das Krankenhaus schon kennen: „Und sie benutzen hier dieselbe Tür wie alle anderen.“ Weil körperliche und psychische Leiden zudem oft zusammen auftreten, sei eine enge Kooperation der Disziplinen notwendig – wie sie in Donauwörth praktiziert werde.

Als „Erfolgsmodell und Musterbeispiel“ für ganz Bayern bezeichnete auch Staatsministerin Huml die Kooperation zwischen dem Bezirksrankenhaus und der Donau-Ries Klinik: Auf dem Weg zu einer „modernen, dezentralen psychiatrischen Versorgung“ habe man mit der Erweiterung einen entscheidenden Schritt nach vorne gemacht.

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