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Gericht

12.10.2013

Beschwerde der „Zwölf Stämme“

Sektenmitglieder aus Wörnitz gehen ans Oberlandesgericht

Nördlingen/Nürnberg Wie berichtet, wurden bei einem Großeinsatz von Jugendamt und Polizei am 5. September 39 Kinder der „Zwölf Stämme“ aus Klosterzimmern und aus Wörnitz aufgrund von einstweiligen Anordnungen der zuständigen Amtsgerichte in Nördlingen und Ansbach der Obhut der jeweiligen Jugendämter unterstellt. Ein Kind aus Wörnitz, das auf der Liste des Jugendamtes stand, befindet sich in Frankreich. 38 der Kinder sind noch bei Pflegefamilien und in Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht, ein dreijähriges Kind wurde seinen Eltern wieder zurückgegeben, weil diese nur zu Besuch aus Südamerika in Wörnitz waren. Das Amtsgericht Ansbach hob in diesem einen Fall die einstweilige Anordnung auf.

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Durchaus üblicher Verfahrensweg

Vier betroffene Elternpaare aus Wörnitz haben nun vor dem Oberlandesgericht Nürnberg Beschwerde gegen die Anordnung des Amtsgerichts Ansbach eingelegt. In Wörnitz waren Kinder im Alter von zwei Monaten bis fünf Jahren mitgenommen worden. Wie Amtsgerichtsdirektorin Dr. Gudrun Lehnberger unserer Zeitung mitteilte, begründeten die Eltern ihre Beschwerde bislang nicht. Es sei ein durchaus üblicher Verfahrensweg, zunächst formell Beschwerde einzureichen und die Begründung dem Oberlandesgericht nachzureichen.

Die „Zwölf Stämme“ wenden sich sowohl in Wörnitz als auch im Ries an die Öffentlichkeit, um ihre Einstellung zu rechtfertigen, die Wegnahme der Kinder zu beklagen und Unterstützer zu finden. So wurden in Wörnitz Flugblätter verteilt, in denen aufgerufen wurde, sich an die Behörden zu wenden und sich für die „Zwölf Stämme“ einzusetzen. In Nördlingen nutzt die Sekte die Schaufenster ihres ehemaligen Cafés, um Briefe von den Kindern „aus der Gefangenschaft“, dokumentiert von Bildern der Kinder und Kommentaren zu „Sippenhaft und Razzia“ zu zeigen. (hum)

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