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30.01.2009

City Solar AG geht in die Insolvenz

Oettingen/Bad Kreuznach Von der City Solar AG aus dem rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach, die zwischen Oettingen und Munningen einen großen Solarpark plant, gab es bisher stets positive Nachrichten: rasantes Wachstum, innovative Produkte, globale Ausrichtung. Mittlerweile hat offenbar die globale Finanzkrise auch das mehrfach ausgezeichnete Unternehmen erreicht: Gegen die Firmengruppe ist nämlich Ende vergangener Woche vom Amtsgericht Bad Kreuznach "vorläufige Insolvenz" angeordnet worden. Amtsgerichts-Direktorin Brigitte Hill bestätigte gestern entsprechende Informationen der Rieser Nachrichten auf Anfrage. Zur Firmengruppe gehört neben der City Solar AG noch eine Tochter, die "Kraftwerks Solar AG".

Nach Einschätzung des Insolvenzverwalters, Rechtsanwalt Dr. Hans-Gert Dhonau (Bad Sobernheim) ist deshalb das Großprojekt im Ries wohl nicht gefährdet. Bei ihm hätten sich inzwischen "knapp zehn" andere Unternehmen gemeldet, die die verschiedenen Vorhaben der City Solar fortführen und zu Ende bringen wollen, auch das bei Oettingen, betonte Dr. Dhonau gegenüber unserer Zeitung.

Der Antrag auf vorläufige Insolvenz ist Amtsgerichts-Direktorin Hill zufolge von einer Gläubigerbank gestellt worden. Das Solar-Unternehmen sei in Zahlungsschwierigkeiten geraten und nicht mehr in der Lage gewesen, die Forderungen der Gläubiger zu erfüllen. In den nächsten Tagen werde geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Insolvenz-Eröffnung tatsächlich vorlägen.

Mit der "vorläufigen Insolvenzverwaltung" (so der Fachjargon) durch den Insolvenzrichter gehe einher, "dass die Firmenchefs nicht mehr befugt sind, alleine Entscheidungen zu treffen", betonte die Juristin weiter. Aus der Aktenlage ergebe sich bisher nichts, dass möglicherweise im Vorfeld des Insolvenzverfahrens seitens der City Solar nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein könnte.

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Die Zukunft des Solaranlagenbauers sieht Insolvenzverwalter Dhonau in einer "übertragenen Sanierung". Das bedeutet: Es soll ein Unternehmen gefunden werden, das City Solar komplett übernimmt und die begonnenen Projekte weiterführt. Der Rechtsanwalt hat inzwischen auch die Verfügungsgewalt über das Firmenvermögen übernommen. Er hofft, mit der Übernahme von City Solar durch ein anderes Unternehmen die rund einhundert Arbeitsplätze der Firmengruppe erhalten zu können. Wie es konkret weitergehe, würden die nächsten Wochen ergeben.

Von der Firmenzentrale der City Solar in Kreuznach war gestern zur aktuellen Situation nichts zu erfahren. Unternehmenssprecherin Anne Spielberg verwies auf den zuständigen Insolvenzverwalter.

Völlig überrascht von der neuesten Entwicklung zeigte sich gestern Oettingens Bürgermeister Matti Müller, als er von dem Insolvenzantrag gegen City Solar von den Rieser Nachrichten erfuhr.

"Das ist natürlich alles andere als erfreulich", meinte der Rathauschef, der um Verständnis dafür bat, dass es sich so kurz nach seinem Amtsantritt noch nicht in die Materie im Zusammenhang mit dem geplanten Solarpark habe einarbeiten können. Er werde sich jetzt selbstverständlich der Sache annehmen.

Pacht regelmäßig gezahlt

Munningens Bürgermeister Friedrich Hertle äußerte sich ebenfalls nicht erfreut, bleibt aber optimistisch, was die Verwirklichung des Projektes betrifft. Für das rund neun Hektar große Grundstück, das bereits seit über einem Jahr die City Solar von den Besitzern in Pacht habe, sei das Geld bisher stets regelmäßig überwiesen worden, sagt Hertle und wundert sich gerade deshalb über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens. "Ich warte jetzt erst einmal ab, wie es weitergehen wird." "Kommentar

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