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Nördlingen

30.01.2021

Corona, Schulden, Projekte: So steht es um die Finanzen der Stadt Nördlingen

Die Endsumme des Umbaus der Wemdinger Unterführung in Nördlingen steht fest: Sie ist deutlich niedriger, als in den Haushaltsplanungen kalkuliert war.
Foto: Jochen Aumann (Archiv)

Plus Der Abschluss des Haushaltsjahres 2020 liegt vor. Der Kämmerer der Stadt Nördlingen informiert über einige Schluss-Abrechnungen und hält Überraschungen bereit.

Bereits Ende 2020 hatte es sich angedeutet, nun steht fest, wie die Stadt Nördlingen finanziell durch das erste Corona-Jahr gekommen ist. Im Haupt- und Finanzausschuss stellte unter anderem Stadtkämmerer Bernhard Kugler den Rechnungsabschluss für das vergangene Jahr vor. Wie steht es um die Rücklagen der Stadt? Wie hoch ist der Stand der Schulden? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie ist das Rechnungsjahr 2020 für Nördlingen ausgefallen?

Im Ausschuss sagte Kugler, dass das Haushaltsjahr deutlich besser gelaufen sei, als man zunächst angenommen hatte. Der Saldo aus Mehreinnahmen und Mehrausgaben im Verwaltungshaushalt beträgt knapp sieben Millionen Euro.

Wieso ist das Ergebnis so positiv ausgefallen?

Stadtkämmerer Kugler erklärte das in der Sitzung mit der Gewerbesteuer. Die Stadt hatte mit rund 15 Millionen Euro Einnahmen geplant, nahm letztendlich aber 18,4 Millionen Euro ein, machte also ein Plus von 3,4 Millionen Euro. Zudem teilte die Stadt mit, dass das die wichtigste Einnahmequelle für Nördlingen sei. Aber es gab auch rund zwei Millionen Euro weniger Ausgaben, die unter anderem beim Personal oder dem Unterhalt von Grundstücken und Gebäuden angefallen sind. Beim Personal habe es beispielsweise länger andauernde Krankheitsfälle gegeben, sodass Lohnfortzahlungen weggefallen seien. Die Stadt hat beispielsweise auch circa 38 000 Euro Energiekosten für nicht stattgefundene Veranstaltungen gespart, wie Michael Blank von der Finanzverwaltung mitteilte.

Wie sieht es mit den Schulden der Stadt Nördlingen aus?

Der Schuldenstand am 31. 12. 2020 beträgt rund 5,88 Millionen Euro. Am Anfang des vergangenen Jahres lag er noch bei 6,5 Millionen Euro. Die Stadt konnte also rund 700 000 Euro an Schulden tilgen, nahm aber auch ein Darlehen in Höhe von knapp 50 000 Euro auf.

Gibt es Rücklagen?

Die Rücklagen belaufen sich für den Stand Ende Dezember 2020 auf 3,43 Millionen Euro. Eigentlich hatte die Stadt geplant, fünf Millionen von den Rücklagen zu entnehmen, allerdings waren nur 2,1 Millionen Euro nötig.

Wie ist der Stand beim Vermögenshaushalt?

Aus dem Verwaltungshaushalt konnte die Stadt Nördlingen rund 10,6 Millionen Euro an den Vermögenshaushalt zuführen, geplant waren laut Nachtragshaushalt eigentlich 3,6 Millionen Euro. Sie wird aber etwa 13,56 Millionen Euro an Haushaltsausgaberesten in den kommenden Haushalt übertragen. Das liegt daran, dass es Verzögerungen beim Grunderwerb und bei zahlreichen Bauprojekten gab. Dazu zählen beispielsweise Kita-Projekte, der Neubau von Wohnungen auf dem BayWa-Gelände oder auch die Erweiterung der Mittelschule. Aber es wurden auch 17,9 Millionen Euro investiert, 3 Millionen Euro für die Sanierung der Mittelschule, für 2,7 Millionen Euro erwarb die Stadt Grund für Wohnbaugebiete. Ein weiterer Posten waren beispielsweise die Straßensanierung an der Kaiserwiese, wie Stadtkämmerer Kugler im Gespräch mit unserer Redaktion sagt.

Was gibt es noch zu berichten?

Kämmerer Kugler schilderte in der Sitzung, dass nun die Abrechnung für die Kosten der Wemdinger Unterführung abgeschlossen sei. Dabei stellte sich nun heraus, dass diese günstiger gewesen sei als ursprünglich angenommen. Eigentlich waren die Gesamtkosten mit 18 Millionen Euro beziffert worden, letztlich sei man bei 15 Millionen gelandet. Es habe eine Firma den Zuschlag bekommen, deren Ausschreibungsergebnis unter den Schätzungen lag. Zudem seien Ortbetonpfähle statt Spundwände beim Bau verwendet worden. Diese mussten später nicht mehr ausgebaut werden. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf 3,7 Millionen Euro. Oberbürgermeister David Wittner bezeichnete das als erfreulich. Es sei ein Beispiel dafür, dass die öffentliche Hand Projekte auch im Kostenrahmen umsetzen könne.

Was ist für die Zukunft zu erwarten?

Die Ausgangsposition sei besser als man eigentlich angenommen hatte, sagte Stadtkämmerer Bernhard Kugler. Doch die Einnahmen könnten in Zukunft sinken. So hätten 110 Nördlinger Betriebe beantragt, die Gewerbesteuervorauszahlungen herabzusetzen. 3,5 Millionen Euro weniger Einnahmen gab es so für die Stadt, die laut Kugler durch die guten vergangenen Jahre überkompensiert worden seien. Er schätzt, dass die Einnahmen durch die Gewerbesteuer dieses Jahr geringer sein werden, der Corona-Effekt werde verzögert eintreten. Bis die Steuereinnahmen wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen, werde es Jahre dauern. (mit pm)

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