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C.H.Beck

10.10.2019

Drucken in Nördlingen: Die gute alte 662 hat ausgedient

Drei Generationen von Geschäftsführern der Beck’schen in Nördlingen verabschieden sich von der alten Druckmaschine (von links): Oliver Kranert, Rudi Knapp und Hans Höhn.
Bild: Anja Ringel

Plus Nach fast 40 Jahren baut das Unternehmen C.H.Beck eine ihrer Druckmaschinen in Nördlingen ab. Was das Besondere daran ist und warum die neue Maschine anders tickt.

Zu diesem besonderen Anlass sind sie alle zusammen gekommen: Die erste Schicht, die mit der Druckmaschine 662 gearbeitet hat, und die letzte.

Nach knapp 40 Betriebsjahren hat die Nördlinger Druckerei C.H.Beck das Gerät gestern in den „wohlverdienten Ruhestand“ entlassen. Der aktuelle Geschäftsführer Oliver Kranert und die vorherigen Geschäftsführer Hans Höhn und Rudi Knapp ließen bei der Verabschiedung die Geschichte der Maschine Revue passieren. Das Druckgerät verbrauchte in den vergangenen Jahrzehnten 75.000 Tonnen Papier und rund 100.000 Rollen, berichtet Höhn. Erfolgsfaktoren seien jedoch die Drucker und Helfer gewesen, die die Maschine bedienten, ergänzt Höhn.

Die erste Maschine, für die ein Neubau errichtet wurde

Er blickt in seiner Ansprache auch auf die Anfänge zurück: Am 18. Juni 1980 wurde mit dem Aufbau der Maschine begonnen, im Herbst dann mit der Produktion. „Es war auch die erste Maschine, für die ein eigener Neubau errichtet wurde“, meint Höhn. Er spricht damit das Werk II an, das zu dieser Zeit in der Augsburger Straße gebaut wurde. Die 662 sei extra für das Unternehmen konstruiert worden, erinnert sich Höhn. Ungewöhnlich sei die Formatflexibilität gewesen. Die Maschine konnte unterschiedliche Buchformate drucken. Durch die Umstellung auf ein anderes Taschenbuchformat mussten im Laufe der Jahre andere Druckmaschinen stillgelegt werden – die 662 nicht. Sie sei deshalb eine der besten Investitionen des Unternehmens gewesen, meint Höhn. Doch was passiert nun mit der alten Maschine? Eigentlich sollte sie ins Ausland verkauft werden, sagt Geschäftsführer Kranert. Es habe unter anderem Interessenten aus Spanien, Mexiko und Ägypten gegeben. Der Verkauf scheiterte jedoch an den Finanzmitteln der potenziellen Käufer. Das Gerät werde deshalb verschrottet. Ab heute bauen die Mitarbeiter die 662 ab, um im Werk II Platz für die neue Druckmaschine zu machen.

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C.H.Beck zeigt neue Druckmaschine

Diese sei ebenfalls speziell für die Beck’sche entwickelt worden, so Höhn. Der Bereichsleiter Druck, Uwe Bauhammer, erklärt, dass die neue Maschine eine andere Philosophie haben werde. In den vergangenen Jahren seien vermehrt kleine Auflagen gedruckt worden – zum Teil 500 oder 300 Stück, aber auch nur 150. Deshalb sei das Besondere an der neuen Maschine, dass sie schnelle Einrichtzeiten für eben diese Auflagenhöhen und eine hohe Druckleistung habe. Zudem sollen hohe Seitenumfänge produziert werden.

Eine weitere Neuerung: Die Maschine verfüge über eine noch nie da gewesene Automatisierung, sagt Bauhammer. Zum Beispiel bei der Farbsteuerung. Das sei bei den kleineren Auflagen ein wirtschaftlicher Vorteil im Vergleich zu den Mitbewerbern, so der Bereichsleiter.

In einem halben Jahr soll die neue Maschine in Betrieb gehen. Ab Februar wird sie aufgebaut. Bis die neue Maschine einsatzbereit ist, arbeiten die Mitarbeiter im Vier-Schicht-Betrieb an den anderen Maschinen. Auch, um die Produktionskapazitäten gleich hoch zu halten.

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