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Kommunalwahl

04.07.2019

Ein Kandidat kommt, einer nicht

Amtsinhaber Willibald Freihalt stellte sich den Fragen und war an diesem Abend „Alleinunterhalter“.
Bild: Bernd Schied

Rund 250 Bürger wollen sich ein Bild für die Bürgermeisterwahl in Riesbürg machen. Letztlich gibt es einen „Alleinunterhalter“.

Der Andrang war groß. Rund 250 Bürger waren in die Pflaumlocher Goldberghalle gekommen, um die beiden Kandidaten der Riesbürger Bürgermeisterwahl am 14. Juli „live“ zu erleben. Doch daraus wurde nichts. Samuel Speitelsbach, neben Amtsinhaber Willibald Freihart der zweite Bewerber, kam nicht. Per E-Mail hatte er dies kurzfristig der Gemeindeverwaltung wissen lassen. Diese Entscheidung löste großes Kopfschütteln aus. Wenn einer gar nicht zur Kandidatenvorstellung erscheine, nehme er das Ganze auch nicht ernst, war der allgemeine Tenor bei den Zuhörern. Seine Kandidatur hält Speitelsbach jedoch bis jetzt aufrecht.

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Somit war Freihart quasi „Alleinunterhalter“ an diesem Abend. In einer rund 20-minütigen Rede listete der 56-jährige Ohmenheimer im Schnelldurchgang die einzelnen Investitionen der zurückliegenden acht Jahren auf. „Fette Jahre“ seien es gewesen, sagte Freihart. In der Gemeinde habe sich in seiner Zeit als Bürgermeister viel bewegt. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit habe er die Generalsanierung der Pflaumlocher Turnhalle auf den Weg gebracht, was ihm in der Öffentlichkeit viel Kritik eingebracht habe. Von der Presse sei er dafür „zerrissen“ worden. „Aber im Nachhinein gesehen, war das die einzig richtige Entscheidung“, bekräftigte Freihart. Auch danach seien eine ganze Reihe von Projekten umgesetzt worden. Exemplarisch nannte der Rathauschef den Neubau des Gemeindezentrums in Goldburghausen, die Sanierung der Kläranlage in Utzmemmingen, die Ausweisung von Baugebieten in den Ortsteilen, den Straßen- und Wegebau im gesamten Gemeindegebiet oder den Start eines Flurneuordnungsverfahrens für den Ortsteil Goldburghausen. Freilich hätten für all dies Vorhaben günstige Rahmenbedingungen geherrscht. Ohnehin vertrete er den Grundsatz, in guten Zeiten zu investieren, um Luft für schwierige Phasen zu haben. Und noch etwas sei von großer Bedeutung: „Sämtliche Maßnahmen konnten wir ohne Neuverschuldung umsetzen“, betonte Freihart.

Auf gutem Weg sei Riesbürg auch beim Breitbandausbau. Hier habe sein Vorgänger Günther Neumeister während seiner Amtszeit bereits eine sehr weitsichtige und gute Vorarbeit geleistet. In Pflaumloch und Utzmemmingen gebe es bereits seit einiger Zeit Glasfaser, Goldburghausen soll im kommenden Jahr folgen. Darüber hinaus gebe es mit der Alten Bürg, der Ringlesmühle und dem Bereich Lachwiesen derzeit lediglich noch drei „weiße Flecken“ in Riesbürg, die jedoch in absehbarer Zeit beseitigt sein würden.

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Als Zukunftsprojekte nannte Freihart die anstehende Sanierung des Wasserwerkes Kapf mit einem Kostenaufwand von rund einer Million Euro brutto, den bereits laufenden Neubau des Bauhof- und Feuerwehrhauses in Pflaumloch sowie eine „Wohnumfeldverbesserung“ in der Pflaumlocher Schillerstraße. Im Laufe der nächsten Jahre stehe zudem die Sanierung der Römerhalle in Utzmemmingen an und mittelfristig die energetische Sanierung des Rathauses in Pflaumloch. Letzteres sei allerdings nur mit Fördermitteln des Bundes umzusetzen.

In der Fragerunde kam auch der umstrittene Solarpark in Pflaumloch zur Sprache (wir berichteten). Marlies Schleicher, unmittelbare Anwohnerin, beklagte sich bei Freihart einmal mehr über die vorgesehene Modulhöhe von 3,80 Meter, die sie massiv beeinträchtigen würde. Die Hälfte müsse doch auch genügen. Der Bürgermeister konterte, in dem er darauf hinwies, dass die Gemeinde im Bebauungsplan mit einem größeren Abstand der Anlage zur Wohnbebauung als ursprünglich geplant Schleicher entgegengekommen sei. An der Höhe der Module werde sich nichts ändern, machte Freihart deutlich.

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