1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Ein Spatenstich und ein Beschluss

Diskussion

21.03.2019

Ein Spatenstich und ein Beschluss

Mit dem Spatenstich fiel der Startschuss für den Bau des neuen Feuerwehr- und Bauhofgebäudes im Riesbürger Ortsteil Pflaumloch.
Bild: Bernd Schied

Im Riesbürger Gemeinderat geht es um die umstrittene Fotovoltaikanlage

Der Gemeinderat Riesbürg hat sich in seiner jüngsten Sitzung erneut mit der von zwei Privatinvestoren geplanten Freiflächen-Fotovoltaikanlage (PV-Anlage) am Rand des Riesbürger Ortsteils Pflaumloch in Richtung Nördlingen beschäftigt. Wie berichtet, soll die Anlage eine Größe von 1,2 Hektar haben. Der produzierte Strom wird in das Netz des Ellwanger Energieversorgers EnBW ODR eingespeist und entsprechend vergütet. Das Gremium hatte über eine ganze Reihe von Anregungen im Zuge der Anhörung der Träger öffentlicher Belange zum Bebauungsplans zu entscheiden – unter anderem auch über die Einwände der unmittelbaren Nachbarn Marlies Schleicher und Günther Hahn (wir berichteten).

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Der Gemeinderat ließ beide allerdings abblitzen. Zwar wurden ihre Anliegen zur Kenntnis genommen – Eingang in den Bebauungsplan fanden sie nicht. Schleicher stört bekanntlich die Höhe der Module, die auf 3,80 Meter festgelegt ist. Zudem fühlt sie sich in ihrem Sichtfeld beschränkt. Darüber hinaus fordert sie eine Doppelbepflanzung am Rand der Anlage in Richtung ihres Wohnhauses. Bürgermeister Willibald Freihart hielt dem entgegen, dass geringere Modulhöhen seit Jahren nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen würden und die vorgesehene Höhe im Zusammenhang mit der Wirtschaftlichkeit zu sehen sei. Die Eingrünung des Areals zum Wohnhaus hin erreiche im Laufe der Zeit eine Höhe von rund vier Metern, so dass die PV-Anlage ohnehin später hinter den Sträuchern verschwinde. Hahn brachte über einen Rechtsanwalt die Anregung ein, die Module nur 1,90 Meter hoch zu bauen, damit unter anderem störende Windgeräusche vermindert würden. Hahn stellte auch die Frage, in wieweit mit dem Projekt die planerischen Ziele der baden-württembergischen Landesregierung berücksichtigt würden, möglichst wenig Flächen zu verbrauchen.

Die Haltung der Gemeinde Riesbürg dazu: Mit der PV-Anlage werde die Fläche nicht versiegelt und gehe auch der Landwirtschaft nicht verloren. Sollte die Anlage eines Tages nicht mehr genutzt werden, stehe das Grundstück wieder voll für eine landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Keine Berücksichtigung fanden zudem die Einwände der Stadt Nördlingen und der Gemeinde Wallerstein. Nördlingen hatte wegen Auswirkungen auf das Landschaftsbild des Geoparks Ries Bedenken formuliert. Wallerstein äußerte sich in die gleiche Richtung. Riesbürg ist der Ansicht, dass der PV-Standort weder von Nördlingen noch von Wallerstein aus einsichtig sei und somit „Sichtbeziehungen“ nicht unterbrochen würden.

Laut Bürgermeister Freihart wird der Bebauungsplan-Entwurf in der aktuellen Fassung in den nächsten Wochen im Rathaus in Pflaumloch sowie auf der Website der Gemeinde öffentlich ausliegen. In dieser Zeit könnten erneut Einsprüche oder Anregungen geltend gemacht werden, mit denen sich der Gemeinderat zu gegebener Zeit befassen werde. Auch stehe für alle am Verfahren Beteiligten der Rechtsweg offen.

Vor der Gemeinderatssitzung fand der Spatenstich für das neue Feuerwehr- und Bauhofgebäude in Pflaumloch (wir berichteten) statt. Das Projekt soll 2,9 Millionen Euro brutto kosten und im Sommer kommenden Jahres fertiggestellt sein.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren