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05.11.2010

Eisenfischer geht ein Licht auf

Eisenfischer geht ein Licht auf
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Vor dem ecobulb-Leuchtturm (von links): Josef Wolf (TCW), Fritz Koller (Eisenfischer), Peter Watt (Energy Mad, Neuseeland), Engelbert Stockinger (Eisenfischer), Bernhard Palm (EnBW), Leo van Bree (Geschäftsführer Eisenfischer) und der Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange. Fotos: Ronald Hummel

Nördlingen Die Geschichte fängt klein an: Der Eisenfischer-Beiratsvorsitzende Hans Bürkle bekommt von seinem Sohn aus Asien eine auffallend kleine Energiesparlampe geschickt, die sehr effektiv sein soll. Geschäftsführer Leo van Bree testet sie zu Hause und ist begeistert von dem warmen, hellen Licht. Die Energieeffizienz liegt mit 0,93 nahe beim Optimum von 1,0. Bis 0,55 ist eine bislang gängige Größe. Der Quecksilbergehalt beträgt rund ein Viertel der üblichen Menge, und zwar in Form von festem Amalgam.

Ärger über schlechte Qualität gängiger Produkte

Leo van Bree konnte bislang nicht verstehen, wie Lampen mit flüssigem Quecksilber, das beim Zerbrechen freigesetzt wird, auf dem Markt sein können. Auch über geringe Lebensdauer von unter 2000 Stunden ärgerte er sich - diese Lampe soll 15 000 Stunden halten. Van Bree recherchiert: Die neuseeländische Firma "Energy Mad" entwickelte die "ecobulb"-Lampe, die 57 Prozent der Haushalte in Neuseeland ausleuchtet. "Solch einen Marktanteil hat keine andere Lampe auf der Welt", so der Eisenfischer-Geschäftsführer. Auch in Australien, Asien, den USA, Spanien und Irland wurde ecobulb leuchtendes Vorbild von Energie-Effizienz.

Van Bree handelt: Er kommt mit "Energy Mad" ins Geschäft, will ecobulb im großen Stil importieren. Schnell wird er sich mit dem Europa-Vertriebsleiter mit dem passenden Namen Peter Watt handelseinig. Watt unterstreicht gegenüber unserer Zeitung, dass es für eine derartig innovative Technologie nirgendwo auf der Welt bürokratische Schranken gibt. Van Bree will deutschlandweit groß einsteigen, schaltet den Nördlinger Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange ein.

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Brief vom Bundesminister

"Ich will nicht für ein Produkt werben, aber Innovation ist mir wichtig", betont Lange. Der CSU-Abgeordnete stellt Verbindungen bis zum Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen her, der persönlich an Leo van Bree schreibt: "Das Bundesministerium begrüßt es sehr, wenn effiziente und gleichzeitig qualitativ hochwertige Lampenprodukte verstärkt auf den Markt kommen. Ich teile daher Ihr Bedauern darüber, dass auf dem Beleuchtungsmarkt offensichtlich immer wieder auch mangelhafte Produkte auftauchen." Der Umweltminister regt an, dass sich Eisenfischer um das Umweltprädikat des "Blauen Engels" für ecobulb bemühen soll. Das Antragsverfahren läuft, das Technologiecentrum West (TCW) in Nördlingen hat schon die ersten dafür nötigen Dokumentationen zur Effizienz erstellt.

Offene Türen eingerannt

Die alleinige Importlizenz für Deutschland und Österreich hat Eisenfischer in der Tasche. Als es gilt, einen Vertriebspartner zu finden, genügt ein Gespräch mit dem Energiekonzern EnBW/OdR, bei Prokurist Bernhard Palm läuft van Bree offene Türen ein. Palm organisiert zur Einführung von ecobulb eine noch die da gewesene Aktion, bietet 180 000 Kunden je fünf Lampen zum Sondertarif an.

Die Resonanz ist überwältigend, täglich rufen 500 Kunden an, um sich zu informieren. In zehn Tagen verkaufen die 70 beteiligten regionalen Händler 40 000 Lampen. Großhändler, Fachverbände und Internethandel vertreiben ecobulb landesweit. Die Kunden scheinen auf eine derartige Energiesparlampe geradezu gewartet zu haben.

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