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Möttingen

09.04.2019

Erwin Seiler beendet seine Bürgermeister-Karriere

Bürgermesiter Seiler macht nur noch bis zum Jahr 2020 weiter. (Archivfoto)
Bild: Seiler

So begründet der 59-Jährige seine Entscheidung, nicht mehr als Bürgermeister zu kandidieren.

Faustdicke Überraschung in Möttingen: Bürgermeister Erwin Seiler wird bei den Kommunalwahlen 2020 nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Nach zwei Perioden könne er in einer dritten einen hundertprozentigen Einsatz für die Gemeinde nicht mehr gewährleisten, begründete er gestern im Gespräch mit den Rieser Nachrichten seine Entscheidung. Er glaube auch nicht, die Kommune noch weiter nach vorne bringen zu können. Mit seinem Schritt mache er Platz für die jüngere Generation. Im Kreistag will Seiler allerdings weitermachen und sich für die PWG erneut um ein Mandat bemühen.

Möttingen: Warum Erwin Seiler als Bürgermeister aufhört

Der bald 60-jährige Appetshofener nannte drei Punkte, die ihn als Bürgermeister immer stärker belastet hätten. Zum einen die häufig zähen, kontroversen und mitunter frustrierenden Verhandlungen mit übergeordneten Behörden, die ausufernde Bürokratie und nicht zuletzt auch das Verhalten eines Teils der Bürgerschaft ihm gegenüber.

Durch die vielen Baumaßnahmen in den zurückliegenden Jahren und die diversen Veränderungen in der Gemeinde sei er vielerlei Kritik, teilweise sogar Anfeindungen, ausgesetzt gewesen, was immer stärker an ihm gezehrt habe. Darüber hinaus denke er an seine Gesundheit, die er sich nach 50 Jahren im Arbeitsleben weiter erhalten möchte.

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„Bei meinem gesamten Engagement habe ich stets das Wohl der Kommune und seiner Bürger im Auge gehabt. Persönliche Eitelkeiten oder Machtansprüche sind mir stets fremd gewesen,“ betonte Seiler. Er habe sich schon überlegt, ob es ein oder zwei Jahre zu früh zum Aufhören sei. Sechs weitere Jahre wären jedoch zu viel gewesen.

Die kommenden großen Herausforderungen für die Gemeinde Möttingen könne seiner Überzeugung nach nur ein jüngerer Rathauschef bewältigen. Möttingen stehe gut da. Darauf könne sein Nachfolger oder Nachfolgerin sehr gut aufbauen. Aus einer vermutlich bald aufkommenden Nachfolgediskussion werde er sich völlig heraushalten.

Am Montagabend hat Seiler dem Gemeinderat seine Entscheidung mitgeteilt. Die Mitarbeiter in der Gemeindeverwaltung wurden von ihm gestern Vormittag informiert. Dort herrschte großes Bedauern und Betroffenheit über seinen angekündigten Rückzug.

Bevor Erwin Seiler Bürgermeister wurde, arbeitete er 20 Jahre bei Schwabenpräzision in Nördlingen, zuletzt als Abteilungsleiter. Danach zog es ihn zur Lebenshilfe Donau-Ries, wo er 13 Jahre beschäftigt war. Diese Arbeit entsprach seiner persönlichen, sozialen Lebenseinstellung, die ihm immer wichtiger gewesen war, als das gewinnorientierte Wirtschaftsleben. 2008 trat er in Möttingen zur Bürgermeisterwahl an und gewann gegen seinen Mitbewerber Werner Bissinger mit 56,6 zu 43,4 Prozent deutlich. 2014 wurde er mit 97 Prozent ohne Gegenkandidaten im Amt bestätigt.

Neues aus dem Gemeinderat

Im öffentlichen Teil seiner Sitzung hat der Gemeinderat die Straßennamen für das neue Wohngebiet „Römerweg“ in Möttingen festgelegt. Die vier Erschließungsstraßen werden künftig Gotenweg, Römerweg, Limesweg und Keltenweg heißen. Wie berichtet, entstehen dort 24 neue Bauplätze. Vergeben wurden gleichzeitig die Erschließungsarbeiten, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen. Derzeit finden archäologische Grabungen statt.

Ab sofort wieder befahrbar ist der sanierte Kirchenweg von der Bundesstraße 25 bis zur evangelischen Kirche. In den nächsten Tagen wird laut Bürgermeister der Fahrbahnbelag der neu gestalteten Kreisstraße DON 11, die in Möttingen „Im Mitteldorf“ heißt, aufgetragen und die Trasse wieder für den Verkehr freigegeben.

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