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Debatte

03.04.2018

Gegen Nördlingen als Oberzentrum

Nördlingen von oben: Geht es nach dem Landrat des Nachbarlandkreises, Klaus Pavel, wird die Stadt kein Oberzentrum.
Bild: Archivbild: Manfred Meyer

Der Landrat des Ostalbkreises, Klaus Pavel, befürchtet negative Konsequenzen für die Gemeinden in Baden-Württemberg. Bopfingens Bürgermeister Gunter Bühler sieht das ähnlich.

Der Landrat des Ostalbskreises, Klaus Pavel, befürchtet ein infrastrukturelles Ungleichgewicht in der Region, weil Bayern im Landesentwicklungsprogramm 2016 beschlossen hat, Nördlingen zu einem Oberzentrum zu machen. Benzenzimmerns Ortsvorsteherin Ilse Weber hatte Pavel für seine Kritik an Bayern im Gegenzug auch kritisiert. Sie sieht darin eine Chance für die Rieser Region, zu der auch Bopfingen und die umliegenden Gemeinden gehören.

Ausgelöst wurde die Debatte durch die Kritik von Landrat Klaus Pavel an den Beschlüssen Bayerns von 2016. Der Freistaat plant, Nördlingen und Donauwörth als neue Oberzentren zu entwickeln. Dies wird, laut Pavels Aussage negative Folgen für den gesamten Ostalbkreis haben. Die Auswirkungen werden sich nicht nur auf den Bereich der Wirtschaft beschränken, sondern weit in das infrastrukturelle Raumgefüge hineinführen. Das sieht Ilse Weber anders. Sie ist der Meinung, dass ein starkes Oberzentrum, egal ob auf bayerischer oder baden-württembergischer Seite, für die Region nur von Vorteil ist. Nördlingen könne man das Recht, ein Oberzentrum zu werden, nicht absprechen.

Pavel wird deutlich: „Ich habe den Eindruck, dass Frau Weber das Thema nicht ganz verstanden hat. Ich habe nicht gesagt, dass ich gegen ein Oberzentrum Nördlingen bin. Wenn es denn so kommen sollte, ist das bestimmt gut für die Stadt Nördlingen und ihr Umland. Aber dann muss das gleiche Recht auch für die Stadt Aalen gelten“, meint der Landrat.

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Er weist dabei auf die ungleiche Ausgangssituation in Bayern und Baden-Württemberg hin. Während in Bayern bereits Städte ab 20000 Einwohner Oberzentren werden können, geht dies auf baden-württembergischer Seite erst ab einer Einwohnerzahl von 100 000. „Wir gehen in der Beurteilung der Sache von zwei ganz verschiedenen Ausgangspunkten aus“, so Pavel. Diese führe zwangsläufig zu einem Ungleichgewicht in der Region. Die Auswirkungen wären auch im Ostalbkreis deutlich zu spüren.

Oberzentren könnten zum Beispiel Gewerbeflächen ohne Begrenzung ausweisen oder Einkaufszentren ohne Flächenbegrenzung genehmigen. Eine bessere Anbindung an den öffentlichen Personenverkehr, ein neuer, attraktiver Hochschulstandort und auch die Ärzteversorgung wäre eine komplett andere. „Das würde unsere Anstrengungen, Bopfingen sozusagen als vierte Raumschaft in unserer Region zu stärken, komplett auf den Kopf stellen. Wir haben mit viel Mühe an der Aufrechterhaltung der Ärzteversorgung in Bopfingen und Umland gearbeitet. Soll das alles jetzt nichts wert sein?“, fragt Pavel. Für den Landrat des gibt es nur eine vernünftige Lösung: Baden-Württemberg und Bayern müssten sich in der Frage der Oberzentren und infrastrukturellen Stärkung der Raumschaft gleichschalten. Das aber sei eine politische Frage.

Ein Oberzentrum Nördlingen kann auch Bopfingens Bürgermeister Gunter Bühler nicht gefallen. „Eine solche Idee bringt das komplette Raumgefüge durcheinander. Das mag in Benzenzimmern keine große Rolle spielen, für Bopfingen und das Umland, ja sogar für den Ostalbkreis, schon.“

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