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Kommunalwahl 2020

10.01.2020

Jaumann und Straka hören nach der Stadtratswahl in Oettingen auf

Die Gremiumsmitglieder des Oettinger Stadtrates fällten in der zurückliegenden Periode viele Entscheidungen über den Umbau des Flussfreibades an der Wörnitz. Zwei von ihnen kandidieren 2020 nicht mehr.
Foto: Werner Rensing

Die Zweite Bürgermeisterin Oettingens und der SPD-Stadtrat wollen aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr kandidieren.

Sie haben für die Oettinger abgestimmt, für sie diskutiert und die Stadt mitgestaltet – für die nächste Stadtratswahl aber wollen sie nicht mehr kandidieren. Die Rede ist von Gertrud Jaumann, Zweite Bürgermeisterin und Stadträtin (CSU/FWG), und Robert Straka. Der 46-Jährige sitzt für die SPD seit 2014 im Gremium.

Gertrud Jaumann hat in 24 Jahren viel erlebt

Die Entscheidungen sind bereits gefallen. „In 24 Jahren habe ich viel erlebt“, sagt Gertrud Jaumann. Sie war Stadträtin und Stellvertreterin der Rathauschefs Dieter Paus, Matti Müller und Bürgermeisterin Petra Wagner. Stark geprägt habe sie die Zeit nach dem Unfall von Altbürgermeister Paus, als sie vertretungsweise einspringen musste und sogar den Historischen Markt eröffnen durfte. Es sei auch eine sehr lehrreiche Zeit zwischen Juli 2007 und Mai 2008 gewesen, erinnert sie sich. Und: „Jeder hat auf jeden Rücksicht genommen.“

Gertrud Jaumann

Für die 60-Jährige sei in all den Jahren immer der Mensch im Vordergrund gestanden. Das war schon ihr gesamtes Leben so: Noch heute arbeitet sie mehrere Tage in der Woche in der Personalabteilung von Jeld-Wen. Sie ist Schöffin am Landgericht in Augsburg, Vorsitzende des Oettinger Sängerbunds, Kirchenpflegerin und Pastoralrätin, hat außerdem in mehreren Vereinen das Amt der Schriftführerin inne – um nur einige Ehrenämter zu nennen. Mit der frei gewordenen Zeit wisse sie viel anzufangen, sagt sie. Die Familie gehört selbstverständlich mit zu denjenigen, die davon profitieren werden.

24 Jahre in solch einem Ehrenamt sind für die Zweite Bürgermeisterin genug. Sie sagt: „Wenn niemand aufhört, kommen keine Gesichter nach, Gesichter mit neuen Gedanken.“ Ihren Nachfolgern will sie mit auf den Weg geben, dass zu einem der größten Wünsche der Bevölkerung weniger Parteipolitik gehöre. Aber Mitglieder der CSU hätten nun mal zum Teil andere Ziele als Sozialdemokraten. Sie würde sich außerdem wünschen, dass Fraktionsvorsitzende öfter das Gespräch untereinander suchen. „Mehrheiten suchen ist Kommunikation. Das ist gelebte Demokratie: Wenn man miteinander spricht.“ Man solle aufhören, wenn es am schönsten ist, meint Jaumann. Sie habe das gute Miteinander geschätzt.

Robert Straka scheidet wegen beruflicher Gründe aus

Robert Straka hört ebenfalls auf, hat allerdings andere Beweggründe. Er habe die Entscheidung bereits vor einem halben Jahr getroffen. Sie sei ihm nicht leicht gefallen, er habe sich gern engagiert. Die sehr aufwendige Zeit als Stadtrat lasse sich jedoch nicht mit seinem Beruf vereinbaren. Straka ist Gebietsleiter im Außendienst auf selbständiger Basis und deshalb teilweise auch für mehrere Tage unterwegs. Stehe eine Sitzung für den Finanzausschuss oder den Bauausschuss in Oettingen an, könne er entweder nicht teilnehmen oder müsse in seinem Job kürzer treten.

Robert Straka

Deswegen kandidiert er nicht mehr. Im SPD-Ortsverein werde er allerdings weiter aktiv sein und auch Bürgermeisterkandidat Thomas Heydecker unterstützen. „Die letzten Jahre im Stadtrat waren eine sehr schöne Zeit, ich habe viele positive Erfahrungen gemacht. Man bekommt viel mit, was im Städtchen passiert“, sagt der 46-jährige Straka.

Er würde sich freuen, wenn von der recht jungen Liste der SPD der eine oder andere junge Kandidat mit in den Stadtrat gewählt würde.

Noch offen ist, ob Katharina Kaufmann und Rudolf Oesterle von der PWG wieder für den Oettinger Stadtrat kandidieren. Die Nominierungsveranstaltung soll Mitte Januar stattfinden. Fraktionsvorsitzender Oesterle will sich vor der Veranstaltung deshalb noch nicht öffentlich äußern.

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