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Konzert

23.11.2018

Kongeniales Duo

Max meets Charly: Max Greger jun. (links) und Charly Augschöll präsentierten im Konzertstadl Reimlingen Jazz auf höchstem Niveau.
Bild: Dieter Mack

Max Greger jun. und Charly Augschöll spielen in Reimlingen Jazz auf höchstem Niveau

Sie könnten – was ihr äußeres Erscheinungsbild betrifft – kaum gegensätzlicher sein. Max Greger jun. als Grandseigneur am Piano und der eher burschikose Charly Augschöll am Saxophon. Der eine gibt den smarten Pianisten, der andere den „Tiroler Buam“.

Charly Augschöll kommt wirklich aus Tirol und verkörpert das, was man hierzulande „ein g‘standnes Mannsbild“ nennt. Vor Kraft und Selbstbewusstsein nur so strotzend, steht er auf der Bühne im Konzertstadl in Reimlingen und lächelt süffisant ins Publikum. Und dann bläst er in das Metallrohr, oder besser in sein Saxophon, als gäbe es kein morgen mehr. Die gesamte Energie scheint förmlich in sein Saxophon zu fließen – perlende Sololäufe, und schnoddrig-kratzige Töne erzeugend. Bisweilen scheint er sein Instrument zu quälen, doch schon im nächsten Moment erfüllen weiche, angenehme Töne den Raum. Neben Kraft zeigt er auch viel Einfühlungsvermögen in Jazzballaden wie „You can‘t go home again“. Und dann lässt er wieder den „Gorilla“ ans Rohr und fetzt beim Schlussakkord die Skalen rauf und runter, bis ein langer Ton endlich die Erlösung bringt. So ist er halt, der Charly. Und irgendwie muss man ihn auch mögen. Zudem singt er auch noch an diesem Abend; natürlich wieder auf seine ganz eigene, sympathische Art, unter anderem die wundervolle Hommage an eine Stadt: „Georgia on my mind“ von Ray Charles.

Im krassen Gegensatz dazu wirkt Max Greger jun. eher unaufgeregt. Der 1951 in München geborene Pianist arbeitete bereits während seines klassischen Musikstudiums als Studiomusiker. Mit 19 Jahren verpflichtete ihn sein Vater als festes Mitglied in der legendären „Max Greger Big Band“. Derartig gereift, scheint er in allen Musikrichtungen zu Hause zu sein. Ob Lateinamerikanisches wie der wundervoll gespielte „Recardo Bossa“, oder Filmklassiker wie der „Rosarote Panther“, klassische Titel wie „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss, oder den „Mo‘better blues“ in der Zugabe – für alles findet er die pianistische Antwort. Seine Art, Klavier zu spielen, macht den Zuhörern sichtlich Freude und wird mit viel Zwischenapplaus bedacht.

Langeweile kommt an diesem Abend keine auf, das zeugt von einem abwechslungsreichen Programm. Die beiden Musiker bilden, so unterschiedlich sie auch sein mögen, ein kongeniales Duo und interpretieren Jazz auf ihre eigene Art, aber stets auf allerhöchstem Niveau. Zwei Zugaben mögen als Beweis reichen.

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