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Interview

12.08.2018

Löwendompteur: „Ich bin der Kapitän“

Alexander Lacey ist mit seiner Tiershow ab Dienstag in Nördlingen zu sehen. Der Zirkus Charles Knie tritt nämlich auf der Kaiserwiese auf.
Bild: Zirkus Charles Knie

Der Zirkus Charles Knie zeigt ab Dienstag seine Shows in Nördlingen. Was Alexander Lacey über das Programm, Angst und Tierrechtler zu sagen hat

Herr Lacey, Sie sind in den vergangenen Jahren mit ihren Löwen in den Vereinigten Staaten aufgetreten. Wie fühlt es sich an, wieder mit einem Zirkus in Deutschland zu sein?

Alexander Lacey: Meine Tochter wurde in München geboren, deshalb bin ich mit dem Land verbunden. Ich bin schon früher mit verschiedenen Zirkussen durch Deutschland getourt und bin froh, wieder hier zu sein.

Am Dienstag werden Sie mit dem Zirkus Charles Knie in Nördlingen auftreten. Waren Sie schon einmal hier?

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Lacey: Ich glaube, dass ich schon einmal in Nördlingen war. Aber ich kann mich nur wage an die Kaiserwiese zu erinnern, bin mir aber auch nicht ganz sicher, da ich so viel herumkomme.

Sie lassen sich für Ihre Show zusammen mit Löwen und Tigern in einem Käfig einsperren. Haben Sie dabei Angst?

Lacey: Es gibt keinen Grund für mich Angst, zu haben, da ich viel Zeit mit meinen Tieren verbringe. Ich weiß, wie sich die Tiere fühlen, ob sie gut drauf sind oder wann sie Hunger haben. Deshalb kann ich auch einschätzen, wann ich mit ihnen arbeiten kann und wann nicht.

Sind die Löwen und Tiger wie Haustiere für Sie?

Lacey: Es ist meine Tierfamilie. Wenn wir zusammenarbeiten, dann im Team, wie eine Fußballmannschaft: Ich bin der Kapitän und gebe die Richtung vor. Aber jedes Tier hat seine Aufgabe, die einen sind aktiver und die anderen sind ruhiger – das baue ich in die Show ein.

Wie sieht das aus?

Lacey: Ich gebe nicht genau vor, was die Tiere tun sollen. Es geht immer darum, dass wir uns in dem Käfig wohl fühlen. Wenn ein Löwe sehr aktiv ist und gerne herumspringt, dann übertrage ich das in die Aufführung.

Das hört sich harmonisch an. Aber Sie sollen zu Beginn des Jahres von einem Löwen angegriffen worden sein.

Lacey: Das wurde von Tierrechtlern aus dem Zusammenhang gerissen.

Also wurden Sie nicht angegriffen?

Lacey: Nicht in dem Maße, wie es dargestellt wurde.

Wie dann?

Lacey: Ich arbeite mit Löwen und Tigern. Es ist wie bei einem Rennfahrer, wenn man oft schnell fährt, läuft man größere Gefahr einen Unfall zu bauen. Bei mir ist es ähnlich. Ich arbeite mit Löwen, dann laufe ich auch Gefahr mal eine Schürfwunde abzubekommen. Aber es passierte bisher nichts Schlimmes.

Glauben Sie, dass ein Zirkus ohne Tiere dennoch möglich wäre?

Lacey: Jeder hat sein Publikum. Wenn jemand Lust auf eine Tiershow hat, dann soll er sie sehen können. Aber es sollte nicht zwischen Zirkussen „mit Tieren“ oder „ohne Tiere“ unterschieden werden. Es gibt so viele Tiere, die menschliche Hilfe benötigen. Deshalb sollte es darum gehen, wie man mit den Tieren richtig umgeht. Am wichtigsten ist, dass ihnen Fürsorge entgegengebracht wird und ihnen ein vernünftiger Lebensraum zur Verfügung gestellt wird.

Ihr Bruder war im Frühjahr bereits mit Circus Krone in Nördlingen. Er lässt sich ebenfalls mit Löwen und Tigern im Käfig einsperren. Was unterscheidet Sie beide?

Lacey: Mein Bruder ist eher der Showmann. Er unterhält das Publikum sehr gut und arbeitet mit viel mehr Tieren als ich, auch mit weißen Löwen. Ich mag die klassischen lieber. Aber wir beide versuchen unsere Beziehungen zu den Tieren in den Mittelpunkt zu stellen. Die Tiere sind mir ohnehin wichtiger. Sie sollen die Show sein und die Leute begeistern, nicht ich.

Arbeiten Sie auch mit ihrem Bruder zusammen?

Lacey: Wir hatten mal ein paar Shows zusammen. Aber waren nie zur selben Zeit mit den Tieren im Käfig. Das wäre aber auch irgendwann einmal möglich.

Was können wir am Dienstag zur Premiere in Nördlingen erwarten?

Lacey: Wir haben viele verschiedene Shows, Tänzer und Tiere. Aber dieses Mal ist ein Clown dabei. Ich bin zwar kein großer Fan davon, aber er ist außergewöhnlich und das wird bestimmt sehenswert. Außerdem wird es auch eine Seildarbietung geben. Interview: Julian Würzer

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