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Nördlingen

03.10.2019

Mann vor Gericht: Die „Ex“ monatelang belästigt

Ein Mann stand vor Gericht, weil er seine Freundin nicht in Ruhe ließ.
Bild: Wolfgang Widemann (Symbolbild)

Weil er eine Frau nicht in Ruhe ließ, steht ein junger Mann vor Gericht. Der warf sogar eine Matratze in ihren Garten.

„Das Mädchen hat einfach Angst. Sie sperrt alles zu. Woher soll sie denn wissen, was sie sonst noch mit ihr vorhaben könnten?“ Diese Frage stellte Richter Andreas Krug dem Beschuldigten in einem Prozess am Nördlinger Amtsgericht. Angeklagt war ein junger Mann, der seine Ex-Freundin über Monate hinweg belästigt hatte.

Der gelernte Schlosser kommt ursprünglich aus dem Landkreis Ansbach, lebte jedoch für einige Monate im Landkreis Donau-Ries. Hier fand er auch eine Freundin, die aber gegen Ende des vergangenen Jahres die Beziehung mit ihm beendet hat. Der junge Mann verkraftete die Trennung offenbar schlecht. Er suchte weiterhin den Kontakt zu ihr. „Ich wollte einfach noch einmal mit ihr reden. Ich habe gehofft, mich entschuldigen zu können und sie zurückzugewinnen,“ sagte er vor Gericht.

Immer wieder kam er auf das Grundstück der Frau

Über ein dreiviertel Jahr hinweg tauchte er immer wieder auf dem Grundstück der Frau auf, stand teilweise minutenlang mit seinem Auto in der Einfahrt. Die Ex-Freundin bekam Angst und fühlte sich verfolgt. Reden wollte sie nicht mit ihm. In der Mainacht warf der Beschuldigte sogar eine Matratze in den Garten der jungen Frau, was wohl als symbolische Geste und Beleidigung gemeint war. Das war endgültig zu viel für die Betroffene und sie ging zur Polizei.

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Der Fall wurde nun vor Gericht verhandelt. Nachdem Staatsanwältin Simone Schönberger die Anklage verlesen hatte, gab der junge Mann alles zu. „Ich weiß auch nicht so richtig, was mit mir damals los war. Die Trennung hat mich schon arg mitgenommen“, fügte er hinzu. Er habe auf jeden Fall dazu gelernt und wolle die Sache hinter sich lassen. Außerdem würde er sich nach dem Prozess beider Ex-Freundin auf irgendeinem Weg entschuldigen, sagte er weiter.

Die augenscheinliche Einsicht des Beschuldigten überzeugte die Staatsanwältin. Sie forderte lediglich einen Täter-Opfer-Ausgleich in Höhe von 1200 Euro. Zu einer solchen Strafe wegen Nachstellung verurteilte der Richter den jungen Mann dann auch. Krug fügte außerdem noch zwei Beratungsstunden zum Umgang mit der Beendigung zwischenmenschlicher Beziehungen zum Urteil hinzu.

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