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Stadtrat

09.02.2021

Neues Hallenbad in Nördlingen: Wird die Sauna gestrichen?

Schon seit Jahren wird in Nördlingen über ein neues Hallenbad diskutiert, dass das derzeitige in der Gerhart-Hauptmann-Straße (Bild) ersetzen soll. Zuletzt war die Entscheidung für einen Neubau im Sportpark gefallen. Doch angesichts der klammen Finanzlage stellte Thomas Knie (CSU) die aktuellen Planungen wieder infrage. „Und was machen wir, wenn es ein bis zwei Millionen Euro teurer wird?“„Wir müssen jetzt die Nerven behalten und zu dem Projekt stehen.“

Plus Nördlingen muss in den kommenden Jahren hohe Schulden aufnehmen. Thomas Knie (CSU) sieht das sehr kritisch und stellt die derzeitigen Planungen für das Bad infrage. Ein Rat hat einen konkreten Sparvorschlag.

Die Sitzung des Nördlinger Haupt- und Finanzausschusses näherte sich schon ihrem Ende, als sich Thomas Knie (CSU) zu Wort meldete. Ausführlich hatte Kämmerer Bernhard Kugler zuvor darüber referiert, für was die Stadt Nördlingen in diesem und in den nächsten Jahren Geld ausgeben werde. Kitas, preisgünstige Wohnungen und natürlich das neue Hallenbad, führte der Kämmerer neben vielen weiteren Punkten auf. Und dann gelangte er zu der Folie, die den Stadträten erläutern sollte, wie all diese Projekte finanziert werden sollen. Rund 28 Millionen Euro neue Schulden werde man in Summe in den nächsten vier Jahren wohl aufnehmen müssen, so Kugler. Grund genug für Knie, ein Projekt zur Debatte zu stellen, um das die Stadt schon seit Jahren ringt: das neue Hallenbad.

Die Diskussion startete zunächst zaghaft. Knie verlieh seinem Unbehagen über den aktuellen Haushalt Ausdruck, sprach von „Wahnsinnssummen“ – und ob sich die Stadt da nicht übernehme. Als Oberbürgermeister David Wittner daraufhin (noch) ruhig nachhakte, wo Knie sparen wolle, meinte der: Man könne das Hallenbad verschieben, bis man konkrete Kosten habe: „Und was machen wir, wenn es ein bis zwei Millionen Euro teurer wird?“

Koukol stellt geplante Sauna am Hallenbad infrage

Rudi Koukol (Grüne) stellte daraufhin die geplante Sauna am Hallenbad infrage. Die sei schließlich nicht durch Förderungen gedeckt: „Man sollte überlegen, ob das sinnhaft ist.“ Wittner antwortete energischer: Im Herbst sei man noch von 40 Millionen Euro neuen Schulden ausgegangen, jetzt sei man bei 28 Millionen Euro. Für das Hallenbad bekomme man Sondermittel vom Bund, doch die seien zeitlich befristet. Es bringe folglich gar nichts, ein Jahr später mit dem Hallenbad zu beginnen, wenn man dann drei Millionen Euro weniger Zuschüsse bekomme. Und es seien die Nördlinger, die die Hauptkosten an dem Bad mit ihren Steuern trügen. Wenn man denen jetzt nur ein Schul- und Sportbad baue, dann bedeute das eine Riesenanstrengung, aber kein Plus an Attraktivität – und dann stehe man auch in der Kritik.

PWG-Fraktionsvorsitzender Helmut Beyschlag verwies auf den geltenden Beschluss zum Hallenbad und mahnte: Man habe den Bürgern jetzt über zwei Wahlperioden hinweg dieses Bad versprochen. Wenn man das jetzt ohne gewichtige Gründe nicht realisiere, dann sei das schwer vermittelbar. Zudem seien die Haushalte in der Vergangenheit stets besser gelaufen als geplant. Auch der Fraktionsvorsitzende der Stadtteilliste, Thomas Mittring, betonte, er sei eher optimistisch.

Fograscher: Nördlingen steht in Konkurrenz zu anderen Kommunen

Koukol blieb hartnäckig: Die Sauna sei lediglich eine Option, über sie sei noch nicht abgestimmt worden. Das bekräftigte Maximiliane Böckh (CSU): Die Sauna bezeichnete sie als „ungelegtes Ei“. SPD-Fraktionsvorsitzende Gabriele Fograscher dagegen argumentierte: Mit ihren Investitionen könnten Kommunen dazu beitragen, dass Deutschland aus der wirtschaftlichen Krise herauskomme. Ein Hallenbad mit Sauna steigere die Attraktivität Nördlingens, ebenso wie Kitas – und die Stadt stehe in Konkurrenz zu anderen Kommunen. Fograscher geht zudem davon aus, dass es im Superwahljahr neue Förderprogramme für Städte und Gemeinden geben wird. Kämmerer Kugler sagte, der Haushalt sei „absolut an der Grenze zu dem, was ich persönlich verantworten kann“. Man habe viele Grundstücke gekauft, das Bauland aber noch nicht verkauft – die Einnahmen kommen also noch.

Knie meldete sich erneut zu Wort: Bis zum ersten Lockdown sei er ein großer Verfechter des Hallenbades samt Sauna gewesen. Aber seit dem 1. November seien viele Menschen in Kurzarbeit, Firmen hätten Probleme. Er wisse nicht, wo man im Haushalt außer beim Hallenbad sparen könne. Woraufhin OB Wittner deutlich wurde: Man werde nicht weiterkommen, wenn man nicht zu den im Stadtrat gefassten Beschlüssen stehe. Wittner verwies auf die Bädersituation im Ries: „Wenn es die Stadt Nördlingen nicht macht, wer soll es denn sonst machen?“ So lange es irgendwie gehe, werde er an dem Bad festhalten – „auch wenn der Wind von vorne weht“: „Wir müssen die Nerven behalten und zu dem Projekt stehen.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Martina Bachmann: Nach der Wahl ist alles anders

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