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Nördlingen

18.09.2020

Nördlinger Fachakademie Maria Stern wird zu Bayerns Pilot-Schule

Schwabens erster Ausbildungsjahrgang für den Beruf „Pädagogische Fachkraft für Grundschulkinder-Betreuung“.
Bild: Ronald Hummel

Plus In Nördlingen wird an der Seite der Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern eine neue Fachschule für Grundschulkinder-Betreuung eingeweiht. Schülerin ist unter anderem die ehemalige Trainerin der irakischen Frauen-Fußball-Nationalmannschaft.

Ab 2025 wird ein gesetzlicher Anspruch auf die fachliche Betreuung von Grundschulkindern bestehen. Um in Zeiten des Fachkräftemangels zu helfen, den Personalbedarf dafür aufzufangen, wurde nun an der Seite der Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern Nördlingen die neue Fachschule für Grundschulkinder-Betreuung eingeweiht – es ist bislang in Schwaben die einzige Einrichtung dieser Art, in Bayern wurden vor einem Jahr die ersten Schulen eröffnet.

15 Frauen und zwei Männer treten die zweijährige Ausbildung an. Man warb bewusst auch um Menschen mit Migrationshintergrund, so fand sich unter anderem eine islamische Theologin, die ehemalige Trainerin der irakischen Frauen-Fußball-Nationalmannschaft oder eine Türkischlehrerin, aber auch mehrere Diplom-Mathematiker oder eine Fremdsprachen-Korrespondentin.

OB Wittner: Ein "neuer Meilenstein" an Maria Stern

Die Einweihungsfeier begann mit einem Gottesdienst in der Salvatorkirche, zelebriert von Weihbischof Florian Wörner, Dekan Jürgen Eichler und Stadtpfarrer Benjamin Beck; der evangelische Pfarrer Martin Reuter hielt die Lesung. Der Bischof stellte in seiner Predigt die Kernfrage „Was brauchen Kinder?“ Wissen müsse dabei mit Weisheit verknüpft werden, um zu Standpunkten, Profil und Identität zu verhelfen. Dabei solle der Blick Gottes auf die Menschen vermittelt werden, also eine umfassende, langfristige Sicht und nicht nur ein momentaner Eindruck. Schließlich solle permanent der Weg zum Evangelium offenstehen, damit die Kinder immer wieder ihre Haltungen und Einstellungen überdenken können. Der Bischof selbst war früher Religionslehrer in Grundschulen: „An keinem anderen Ort brauchte ich mein Wissen so intensiv, wie angesichts der gigantischen Fragen dieser kleinen Philosophen.“ Der Festakt in der Maria-Stern-Turnhalle wurde moderiert von Celine Lichner und Inga Knief, Schülerinnen der Fachakademie.

Dr. Sigrid Christeiner, seit 2002 deren Leiterin, begrüßte die zahlreichen Ehrengäste und beschrieb die Ausbildung, die aus einem theoretischen und einem praktischen Jahr bestehe. Jens Schmitt, Sachgebietsleiter für Berufliche Schulen bei der Regierung von Schwaben, stellte die Vorreiterrolle von Maria Stern heraus und unterstrich, dass beispielsweise bei der Empathie Kirche und Staat die gleichen Grundsätze teilen. Oberbürgermeister David Wittner sah einen neuen Meilenstein der Ausbildung des Schulprofils von Maria Stern. Dies komme Nördlingen entgegen, da hier ein Fokus auf offenen und gebundenen Ganztagsschulen lag und weiter liegt. Peter Kosak, Direktor des Schulwerks der Diözese Augsburg, bezog sich auf den Psalm „Birg mich im Schatten deiner Flügel“, mit dem die Feier überschrieben war, stellte Höhenflüge des Modellversuchs in Aussicht und betonte die Wichtigkeit, gerade Kinder in den ersten Schuljahren schützend unter die Fittiche zu nehmen.

Antwort auf Herausforderungen unserer Zeit

Robert Bläß, Vorstand des KITA-Zentrums Augsburg, das für 150 Einrichtungen steht und Partner von Maria Stern beim praktischen Teil der Ausbildung ist, stellte eine weitere Intensivierung der Kooperation in Aussicht, um kommenden Personal-Engpässen frühzeitig zu begegnen. Schwester Ludovika Lenz, Provinzoberin der Franziskanerinnen Maria Stern Augsburg, hob die Schulgründung auf eine historische Ebene: „Vor mehr als 100 Jahren merkten die Franziskanerinnen von Maria Stern rechtzeitig, dass es eine Ausbildung für Kindergärtnerinnen geben muss – heute antworten erneut Verantwortliche von Maria Stern auf eine Herausforderung unserer Zeit.“

Das Programm war kreativ angereichert mit Musik des Musikensembles der Fachakademie, einer Tanzgruppe, einem selbst komponierten Klavierstück, einer Collage der Hortkinder des Hauses für Kinder und einem tiefgründigen Gedicht „Die hundert Sprachen des Kindes“. Ein Lehrer-Ensemble aus Streichern und Sängern hatte den Gottesdienst begleitet.

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