Newsticker

Fast ganz Österreich und große Teile Italiens sind nun Corona-Risikogebiete
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Schlechte Erlöse trotz Rekordernte

Winterversammlung

25.01.2015

Schlechte Erlöse trotz Rekordernte

Es werden zwar immer mehr Zuckerrüben geerntet, doch die Anbauer müssen wegen des sinkenden Weltmarktpreises dennoch Einbußen hinnehmen.
2 Bilder
Es werden zwar immer mehr Zuckerrüben geerntet, doch die Anbauer müssen wegen des sinkenden Weltmarktpreises dennoch Einbußen hinnehmen.

Die Anbauer von Zuckerrüben hadern weiter mit den sinkenden Weltmarktpreisen. Eine Erholung ist nicht in Sicht

Von Jim Benninger

Reimlingen Gute Zeiten, schlechte Zeiten, heißt es seit Jahren für die Donau-Rieser Zuckerrübenanbauer. Doch besonders im vergangenen Jahr gingen die Weltmarktpreise und damit auch die Erlöse für die Landwirte stark zurück. Hilfreich war dabei die neuerliche Rekordernte, doch die nächsten Einbußen drohen bereits mit dem Wegfall der Ouotenregelungen 2017, wie bei der Winterversammlung des Zuckerrübenverbands angesprochen wurde. Im Reimlinger Gasthaus Braun begrüßte das örtliche Ausschussmitglied Thomas Hurler die Referenten des Abends und zahlreiche Anbauer aus dem Kreis.

Bei der Quantität neue Maßstäbe gesetzt

Der Vorsitzende des Verbandes der bayerischen Zuckerrübenanbauer, Erhard Landes, sprach von neuen Maßstäben, schließlich hätten diesmal einige Betriebe bis zu 130 Tonnen pro Hektar geerntet. Durchschnittlich wurde mit 96 Tonnen pro Hektar der bisher höchste bayerische Flächenertrag erzielt. Doch auch der Vorsitzende deutete die Ernüchterung aufgrund der Zuckerpreisentwicklung an. Nach Rekordpreisen noch vor wenigen Jahren seien diese durch weltweite Überschüsse mittlerweile im Keller, denn von einmal 700 Euro pro EU-Tonne seien diese im vergangenen Oktober auf gerade noch 450 geschrumpft. Darum forderte Landes zumindest eine europäische Chancengleichheit für die deutschen Anbauer. Für die Zeit nach Wegfall der EU-Zuckerquote habe man mit der Südzucker AG erste Vereinbarungen für Rübenfracht und Lieferrechte getroffen, so Landes.

Als Vertreter des Vermarkters, Geschäftsbereich Zucker und Rüben, sprach Manfred Kröhl aus Ochsenfurt über die angespannte Geschäftslage und die Ausrichtung mit Blick auf die sich ab 2017 verändernden Rahmenbedingungen. Auch im deutschen Konzerngebiet habe der Ertrag mit rund 89 Tonnen pro Hektar deutlich über dem fünfjährigen Durchschnitt gelegen, der Zuckergehalt mit 17,3 Prozent allerdings auch etwas darunter. Auch wegen des Einbruchs auf dem Zuckermarkt ging der Konzernumsatz in den ersten neun Monaten des vergangenen Geschäftsjahres genauso deutlich auf 5,233 Milliarden zurück (Vorjahr 5,871), wie auch das operative Ergebnis auf 175 (Vorjahr 579) Millionen.

Kröhl sieht die Hoffnung, dass der weltweite Zuckerverbrauch nach wie vor ansteige. Wegen fehlender Quotenregelungen sei ab 2017 allerdings mit einem verstärkten Wettbewerbsdruck zu rechnen. Der Konzern wolle darauf unter anderem mit der Reduzierung von Verwaltungs-, Logistik- und Produktionskosten reagieren.

Die Rübenanbauer im Kreis müssten durch den starken Preisverfall heuer wohl einen rund 20 Prozent geringeren Hektarerlös hinnehmen, befürchtet Verbandsgeschäftsführer Dr. Rudolf Apfelbeck. Dieser rechnet auch im kommenden Anbaujahr nicht mit einer Verbesserung der Preissituation.

Spitzenstellung in Süddeutschland

Auch für den Bereich der Zuckerfabrik Rain sprach deren Leiter der Rübenabteilung, Reiner Baumann, von einer weiteren Rekordernte mit durchschnittlich 95,4 Tonnen pro Hektar und einem Zuckergehalt von 17,23 Prozent. Mit 16,4 Tonnen Zucker pro Hektar nehmen die hiesigen Rübenanbauer wieder einmal eine Spitzenstellung im süddeutschen Raum ein, so Baumann. Die Anbauer im Donau-Rieser Norden brachten es demnach auf 89,9 Hektartonnen, die im Süden sogar auf 98,8. Während bei beiden die Zuckerpolarisation mit rund 17 Prozent nahezu gleich war, hatte der Süden auch im Hektarzuckerertrag die Nase vorn mit 16,8 Tonnen gegenüber 15,4.

Anbauempfehlung für die Rübe „Hannibal“

Die Anbauempfehlung nahm wie gewohnt Gerhard Wagner von der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Zuckerrübenanbaues Regensburg vor. Den höchsten Zuckergehalt bringe derzeit „Hannibal“, die höchsten Hektarzuckererträge „Annemaria“, so der Versuchstechniker.

Die Möglichkeiten des „Greening“ mit Zwischenfrüchten beim Rübenanbau erläuterte der Geschäftsführer vom Ring südbayerischer Zuckerrübenanbauer, Stephan Steinberger.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren