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Nördlingen

22.07.2020

Schutzstreifen für Radler in Nördlinger Hallgasse und Baldingen werden ersetzt

Parkende Autos blockieren oft den Radstreifen der Hallgasse.
Bild: Philipp Wehrmann

Plus Der Bauausschuss fasst kurz vor der Sommerpause Beschlüsse zum Hallenbad, dem Egerviertel und der B25.

Die Stadt Nördlingen bringt vor der nahenden politischen Sommerpause mehrere Großprojekte auf den Weg. Eine Entscheidung hat besonders für Radler in der Nördlinger Altstadt und Baldingen Konsequenzen. Dort sind bislang Fahrradschutzstreifen aufgebracht – also Bereiche der Straße, die nur für Radler vorgesehen sind. Ordnungsamtsleiter Jürgen Landgraf erklärte in der Bauausschusssitzung am Dienstag, die Streifen seien nicht breit genug. Nun werden sie ersetzt. An ihre Stelle treten sollen sogenannte „Sharrows“.

Schutzstreifen in Baldingen sollen ersetzt werden

Damit mache man Autofahrer visuell darauf aufmerksam, dass Fahrradverkehr vorgesehen sei, eine rechtliche Wirkung hätten sie aber nicht. Der Bauausschuss beschloss, sie in der Hallgasse zwischen Weinmarkt und Brettermarkt aufzubringen. Gleichzeitig sollen Radler die Einbahnstraße in Gegenrichtung befahren dürfen – das sei im Radwegekonzept so empfohlen worden. Die Verwaltung schlug auch vor, die zu schmalen Streifen an der Romantischen Straße in Baldingen zu entfernen. Ortssprecher Thomas Mittring (Stadtteilliste) sprach sich deutlich dafür aus. Damit beende man auch gegenseitige Anzeigen von Anwohnern wegen Parkens auf dem Fahrradschutzstreifen. Nun sollen ebenfalls Sharrows aufgebracht werden. Dann könnten Autos und Lieferwagen dort parken, wie Landgraf auf Nachfrage aus dem Gremium bestätigte. Oberbürgermeister David Wittner betonte, das sei wegen des gesunkenen Verkehrsaufkommens auf der Straße vertretbar, man werde die Straße aber im Auge behalten.

Nördlinger Stadtbaumeister will gemeinsame Lösung mit Egerviertel Investor

Anschließend beschäftigte sich das Gremium mit mehreren Großprojekten. Beim Egerviertel bekräftigte Stadtbaumeister Hans Georg-Sigel, man wolle eine gemeinsame Lösung mit Investor und Eigentümern erzielen. Nur so könne man ein gutes Ergebnis für alle Beteiligten erreichen. Gleichzeitig forderte er den Stadtrat auf, sein Recht der Planungshoheit wahrzunehmen. Die Verwaltung will sich mit Investor Stephan Deurer bei der Regierung von Schwaben treffen (wir berichteten). Deurer habe Bereitschaft signalisiert, sagte Sigel. Nach der Sommerpause könnte der Stadtrat entscheiden, einen Rahmenplan und damit ein Gesamtkonzept für das Egerviertel auf Kosten der Stadt und der Bezirksregierung anfertigen zu lassen. Er sei rechtlich nicht unmittelbar bindend, sagte Sigel auf Nachfrage. Der Grundstückseigentümer Sebastian Haag war als Zuschauer gekommen – durfte sich als solcher aber nicht äußern. Er bestätigte unserer Redaktion, dass man an dem Termin teilnehmen werde.

Bauausschuss will sechs Bahnen im neuen Hallenbad im Rieser Sportpark

Der Bauausschuss empfahl dem Stadtrat außerdem, das sogenannte Raumprogramm für den Hallenbadneubau im Rieser Sportpark, der zum Beispiel die Anzahl und Größe der Becken, Umkleiden und anderes festlegt (wir berichteten), mit geringfügigen Änderungen zu beschließen. Wittner, Sigel und Kämmerer Bernhard Kugler hatten in der Sitzung appelliert, die Anzahl der Bahnen des Hauptbeckens von bislang vorgesehenen sechs auf fünf zu reduzieren, um Investitions- und Betriebskosten zu sparen. Dazu hätten externe Experten geraten. Wittner hatte appelliert: „Wenn wir jetzt das Grundmodul überfrachten, werden wir womöglich am Ende des Tages gar nichts bauen.“

Maximiliane Böckh forderte eindringlich, sechs Bahnen zu bauen. „Eine sechste Bahn können wir später nicht anbauen.“ Deshalb solle man lieber zunächst auf Module verzichten, die man später ergänzen könne. Auch das Grundmodul für sich genommen sei eine deutliche Verbesserung zum Status quo. Rita Ortler (SPD) forderte, dass schon zu Beginn eine Rutsche vorhanden sein sollte. „Das Bad muss für die ganze Familie attraktiv sein.“ Der Bauausschuss stellte sich gegen den Vorstoß der Verwaltung und gab das Raumprogramm mit weiterhin sechs Bahnen mit zehn zu sechs Stimmen weiter an die Vollsitzung, die am 30. Juli zusammenkommt.

Nördlingen will nicht gegen den B25-Ausbau klagen

Schließlich entschied der Stadtrat im Verfahren des zweiten Bauabschnitts der B25, ob die Stadt eine Klage dagegen einreichen sollte. Johannes Ziegelmeir (PWG) kritisierte den Plan des Staatlichen Bauamts, weil Kreuzungen wie jene nach Grosselfingen nicht entschärft würden. „Eine Klage wäre aber falsch“, sagte der Jurist. Nicole Schwarz, Geschäftsleitende Beamtin der Stadt, erläuterte, der Stadtrat hätte bereits in einem früheren Schritt Kritik an dem Ausbau äußern müssen, damit eine Klage erfolgreich sein könnte. Das sei nicht geschehen. Der Bauausschuss beschloss, keine Klage einzureichen.

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