Aktionswoche

03.04.2018

Schwimmen im Almarin

Das Mönchsdegginger Almarin ist für eine Woche wieder geöffnet.
Bild: Szilvia Izsó

Das Mönchsdegginger Hallenbad ist für eine Woche geöffnet. Die Initiatoren kämpfen für einen Dauerbetrieb und versuchen, Mitstreiter zu finden

Mönchsdeggingen Schließlich stehen die Bürgermeister mittendrin im Almarin, am Rand des großen Beckens. Sie schauen auf die Schwimmer – Ältere, Jüngere, Erwachsene und Kinder. Michael Gumpp sagt, dass jetzt genau die Menschen im Wasser seien, die die Aktionswoche im Almarin erst möglich gemacht haben. Die Bürgermeister applaudieren, zollen den Helfern Respekt. Dann sagt Gumpp: „Die, die das zukünftig möglich machen können, sind die hier“ – und zeigt auf die Rathauschefs aus dem Ries.

223 Helfer aus der Region haben ehrenamtlich dafür gearbeitet, dass das Hallenbad in Mönchsdeggingen in dieser Woche geöffnet ist. Rein darf allerdings nur derjenige, der eines von 1500 Tickets ergattert hat, die die Initiatoren im Vorfeld verkauft haben. Der Andrang war riesig, die Eintrittskarten nach kurzer Zeit vergriffen. Die Organisatoren haben sogar eine Warteliste angelegt, darauf stehe eine vierstellige Zahl an Namen, sagt Gumpp.

Diejenigen, die registriert sind, erwartet in den nächsten Tagen ein umfangreiches Angebot: Am heutigen Dienstag steht das Thema Gesundheit mit Wassergymnastik und Wellnessmassagen im Fokus. Ab 18 Uhr spielt der Musikverein Mönchsdeggingen auf. Die Kleinen kommen am Mittwoch besonders auf ihre Kosten – mit Aqua-Hochsprung, einem Spielemodul, Wasserbällen, einer Kinderdisco, einem Wassermemory und vielem mehr. Zudem können die Nachwuchsschwimmer an diesem Tag im Almarin ihr Seepferdchen machen. Am Donnerstag ist Wellnesstag im Mönchsdegginger Hallenbad, samt Massageangebot, Maniküre und Früchtebuffett. Am Freitag treten die Rieser Lumpen auf, am Samstag ist eine Discoparty angesagt, am Sonntag klingt die Aktionswoche aus.

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Am Ostersonntag sind abends die Bürgermeister ins Almarin eingeladen, deren Einwohner im Helfer-Team geschuftet haben. Insgesamt kommen die Ehrenamtlichen aus 37 Orten, sagt Gumpp, nur ein Drittel stammt aus Mönchsdeggingen. Nicht alle Rathauschefs sind an diesem Abend dabei, doch einige sind nach Mönchsdeggingen gefahren – unter anderem Wilhelm Rehklau aus Deiningen, Jürgen Leberle aus Reimlingen, Erwin Seiler aus Möttingen, Helmut Bauer aus Marktoffingen, Caroline Zehnpfennig-Doleczik aus Ederheim, Klaus Schmidt aus Wechingen oder Werner Thum aus Forheim. Einig sind sich die Bürgermeister nicht. Die einen wollen das Almarin auf Dauer erhalten, die anderen sind skeptisch, ob das überhaupt möglich ist.

CSU-Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler und Landrat Stefan Rößle sind beim Rundgang der Bürgermeister dabei, anschließend gibt es Abendessen im Gastraum des Almarins. Danach geben sich Gumpp und Rolf Bergdolt alle Mühe, die Skeptiker von ihrer Vision eines Dauerbetriebs zu überzeugen. Gumpp sagt, dass die Helfer insgesamt 11180 Stunden für die Aktionswoche geleistet hätten. Dass 74 Firmen das Projekt unterstützt hätten – so gibt es jetzt unter anderem eine neue Steuerung im Hallenbad. Um das auf Dauer betreiben zu können, müssten die Kommunen im Ries einen Zweckverband gründen. Der könnte Fördermittel vom Bund und vom Freistaat erhalten. Geheizt werden könnte das Almarin künftig beispielsweise über eine Biogasanlage, die nicht weit entfernt vom Gebäude sei, sagt Bergdolt.

Er stellt vor, wie man das Hallenbad für den Schulbetrieb nutzen könnte, dass die Sauna bereits ab dem dritten Besucher am Tag wirtschaftlich sei. Gumpp argumentiert, dass das Almarin am Ende pro Jahr 200.000 Euro Defizit erwirtschaftet habe. Umgerechnet auf die Gemeinden, deren Vertreter anwesend seien oder zugesagt hätten, bedeute das pro Einwohner 50 Cent im Monat.

Auch Landrat Stefan Rößle wirbt energisch für die Unterstützung: „Wir müssen jetzt alle zusammen helfen.“ Er schlägt einen Probebetrieb vor, zu dem alle Gemeinden einen Zuschuss geben könnten. Man könne das Bad doch ein Jahr betreiben, währenddessen über zukünftige Modelle nachdenken. Man brauche das Almarin, sagt Mönchsdeggingens Bürgermeister Karl Wiedenmann: „Das ist für Eure Bürger, für Eure Leute.“

Michael Gumpp formuliert es so: „Ihr habt auch ein Hallenbad, aber Eures steht halt in Mönchsdeggingen.“

Das Hallenbad Almarin in Mönchsdeggingen ist nach Jahren wieder für eine Woche geöffnet. 224 Helfer haben mehr als 11.000 Stunden ehrenamtlich dafür gearbeitet, dass diese Aktionswoche möglich ist. Am Dienstag spielte der Musikverein Mönchsdeggingen im Bad auf - und im Wasser gab es eine Polonaise.
Video: Michael Gumpp
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