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Megesheim

30.07.2018

Trotz Hitze bebte der Krater beim Festival

Die „Mad Caddies“ aus den Vereinigten Staaten heizten den viele Zuschauern des Megesheimer Festivals „Der Krater bebt“ am Freitagabend ein. Die 30. Auflage der Musikveranstaltung war ab Samstag ausverkauft, die Stimmung trotz der teils brütenden Hitze bestens.
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Die „Mad Caddies“ aus den Vereinigten Staaten heizten den viele Zuschauern des Megesheimer Festivals „Der Krater bebt“ am Freitagabend ein. Die 30. Auflage der Musikveranstaltung war ab Samstag ausverkauft, die Stimmung trotz der teils brütenden Hitze bestens.
Bild: Kutscherauer

Rund 2500 Besucher feierten beim Jubiläums-Festival in Megesheim. An drei Tagen wurden 25 Bands bejubelt.

Viel Einsatz und Energie hatten die Verantwortlichen der Kraterkultur Megesheim bei der Vorbereitung des diesjährigen Open-Air-Festivals aufgebracht. Schließlich handelte es sich bei der 30. Auflage des „Kraterbebens“ um die Jubliäumsveranstaltung, zudem fühlte man sich auch als aktueller Träger des Rieser Heimatpreises in der Pflicht. Der große Aufwand wurde belohnt und auch das Wetter spielte den Veranstaltern in die Hände: die Fans strömten in Massen nach Megesheim, um drei Tage bei Sonne, bester Stimmung und jeder Menge Musik zu genießen.

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So waren Zeltstadt und der Platz vor der Bühne trotz brütender Hitze am Freitagnachmittag gut gefüllt, als „Mobhead“ aus Ansbach mit Progressive Rock und die 13-köpfige Mundart-Truppe „Losamol“ mit Allgäu-Reggae die große Party eröffneten. „Turbobier“ aus Wien – Sänger „Marco Pogo“ ist der Gründer der „Bierpartei Österreichs“ –leiteten mit Fun-Punk und schrägen Texten in den Abend über, bevor „Jaya the Cat“ mit ihrem speziellen Rock-Reggae-Mix einen furiosen Auftritt hinlegten. Die Menge tanzte ausgelassen.

Erster Top-Act des Festivals waren die „Mad Caddies“, weltweit eine Ska-Punk-Institution, die auch das Rieser Publikum mit einem mitreißenden Konzert in Begeisterung versetzten. Wer nun noch Kondition hatte, der kam bei „Paddy and the Rats“ aus Ungarn auf seine Kosten: ihr angekündigter „Pirate Punk“ erwies sich als wilder und heftiger Irish-Folk-Mix mit traditionellen Shanties wie „Drunken Sailor“.

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Ein volles Programm erwartete die Besucher am Samstag, den die Münchner Poprocker „Springstories“ eröffneten. Die Truppe um Sängerin Leonie Fischer hatte sich im Band-Contest gegen 16 Bewerber durchgesetzt. Ein kluger Schachzug von den Programmplanern war es, am Nachmittag auf die Rieser Lokalmatadoren zu setzen: Erst lockten „Stack“ mit Punkrock zahlreiche Fans vor die Bühne und bei den „Los Bressackos“ war der Festplatz rappelvoll. Der Kult-Hit „Dosawoiza“ wurde aus Hunderten von Kehlen mitgesungen. Die gesundheitlich angeschlagene Popsängerin Mira Wunder, die sich ein viertägiges Sprechverbot auferlegte, um ihren Gig durchzustehen, und die Berliner Punkrockband „Vizediktator“ leiteten in den Abend über. Wem die Umbaupausen zu lange dauerten, konnte sich an der „Do-It-Yourself-Bühne“ mit Musik versorgen. Die Kraterleute hatten heuer Bühne, Zelt und Areal erweitert sowie das Line-Up aufgefrischt, so war hier schon am Freitag die Hölle los: Bei den „Tapeten“ aus Hainsfarth wurden Konfetti-Kanonen abgefeuert, bei „Not Available“ schienen die Fans schier das Zelt abzureißen und Jon Gazi präsentierte seinen „Rockalypso“ bis weit nach Mitternacht. Mit „Andi & Die Affenbande“ gab es am Samstag ein Kinderprogramm, ehe „Harry Gump“, „Minipax“, „Max Paul Maria“ ein breites Musik-Spektrum abbildeten und am Ende „Kid Dad“ ordentlich was auf die Ohren gaben.

Pech hatte, wer sich kein Ticket im Vorverkauf gesichert hatte, denn am frühen Samstagabend war das Festival mit 2500 Besuchern – zum dritten Mal in Folge – restlos ausverkauft. Für die „Bändchen-Träger“ dagegen standen noch vier handverlesene Bands auf dem Tableau: Die Hamburger Punkrocker „Swiss & Die Andern“ überzeugten mit starken Texten und einer Punk-Version von „Ti Amo“, ehe mit „The Busters“ aus Münster eine Ska-Truppe der ersten Stunde (gegründet 1987) an der Reihe war. Die elf gestandenen Musiker kamen erst gegen Ende des Gigs auf ihr volles Tempo, ganz im Gegensatz zum Headliner: „Itchy“ zogen vor allem das junge Partyvolk vor die Bühne, zu krachendem Punkrock wurde abgetanzt bis zur Erschöpfung. Die letzte Rakete zündeten schließlich „Caravana Sun“, ihr furioser „World-Fueled-Rebellious-Surf-Rock“ mobilisierte die letzten Kräfte der Fans und darf getrost als Entdeckung des Festivals gelten.

Aufbruchstimmung herrschte am Sonntagvormittag, die vom Feiern erschöpften Festival-Besucher räumten nach und nach das Gelände. Trotzdem blieben einige zum Weißwurstfrühschoppen, der von „d’ Housemusi“-Zitherspieler Toni Fischer virtuos begleitet wurde.

Christian „Bombi“ Bauer, Chef der „Kraterkultur“, zeigte sich hoch zufrieden: „Unser Jubiläums-Festival war ein voller Erfolg. Zum dritten Mal in Folge war es ausverkauft und es gab eine tolle Resonanz bei den Fans – das schweißt unsere eingeschworene Gemeinschaft trotz aller Anstrengungen noch mehr zusammen. Und es gibt uns schon jetzt Kraft und Motivation für das Kraterbeben 2019.“

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