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Auszeichnung

16.03.2019

Unermüdlicher Einsatz für Russlanddeutsche

Jakob Fischer mit dem Bundesverdienstkreuz neben Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer.
Bild: Gert Krautbauer

Jakob Fischer erhält für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande

Für sein gesellschaftliches Engagement hat der Nördlinger Jakob Fischer gestern im Großen Sitzungssaal des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales von Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. „Herr Fischer hat sich durch seinen unermüdlichen und engagierten Einsatz auf dem Gebiet der Vermittlung der russlanddeutschen Kulturgeschichte und des vielfältigen Engagements um die erfolgreiche Integration der Deutschen aus Russland in die deutsche Gesellschaft verdient gemacht“, fasste die Sozialministerin den Grund für die Ehrung in ihrer Laudatio zusammen.

Fischers Stärke bei seinem Engagement war, dass er beide Seiten kannte: 1991 war der frühere Geschichtslehrer von Kasachstan nach Nördlingen gekommen, wie Schreyer ausführte. In den ersten Jahren hatte er sich durch kulturelle und soziale Veranstaltungen intensiv um die Integration seiner Landsleute in Nördlingen und dem Ries gekümmert. 1992 blickte er dann weit über den Teller- beziehungsweise Riesrand hinaus und trat in Stuttgart eine Stelle als Öffentlichkeitsreferent für die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland an.

Seit 1995 ist er dort Projektleiter der Wanderausstellung „Deutsche aus Russland - Geschichte und Gegenwart“. Die Ausstellung ist ein Projekt des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Die Sozialministerin stellte heraus, dass Fischer in den vergangenen zwei Jahrzehnten bundesweit tausende Menschen „in seiner unnachahmlichen, authentischen Art“ erreicht und ihnen die Kulturgeschichte der Deutschen aus Russland mit all ihren Facetten nahegebracht und erklärt habe.

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Unserer Zeitung gegenüber erklärte Fischer, die angesprochene authentische Art, die ihm auch in seinen Vorträgen und sonstigen Aktivitäten immer wieder bestätigt werde, rühre eben davon, dass er selbst ein Zeitzeuge sei und seine Botschaften dadurch besonders glaubhaft vermitteln könne. Er ging aber auch immer über die reine Informationsvermittlung hinaus, half Immigranten aus Russland persönlich bei den alltäglichen Aufgaben, die sich ihnen im neuen Lebensumfeld stellten. Zu sozialen Einrichtungen und Vereinen nahm er direkt Kontakt auf, um konkret aus Einwanderern Vereinsmitglieder werden zu lassen, was ein sehr wichtiger Schritt für die aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sei. „Seine herausragende Leistung als leidenschaftlicher Multiplikator der Kulturgeschichte der Russlanddeutschen reicht weit über sein berufliches Pensum als Projektleiter der landsmannschaftlichen Wanderausstellung hinaus“, sagte Schreyer.

Nach der Ordensverleihung gab es noch einen Festempfang, an dem auch Nördlingens Zweite Bürgermeisterin Gudrun Gebert-Löfflad und der stellvertretende Landrat Reinhold Bittner teilnahmen. „Die Stimmung war allgemein sehr herzlich; es war für mich ein historischer Tag, der mir stellenweise vorkam wie ein Traum“, sagte der Geehrte danach. Was ihn am meisten beeindruckte? „Ich bin überwältigt von der Anerkennung meiner Arbeit. Das hätte ich noch vor wenigen Tagen niemals glauben können.“

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