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Birkhausen

28.11.2019

Wurde der Schuh im Güllefass übersehen?

Der Prozess gegen einen Landwirt aus Birkhausen, einem Ortsteil von Wallerstein, geht weiter.
Bild: Ulrich Wagner

Am neunten Verhandlungstag im Mordprozess gegen einen Landwirt aus Birkhausen geht es wieder um die Schuhe der Toten.

Die Schuhe der toten Landwirtin aus Birkhausen beschäftigen das Augsburger Landgericht auch an Verhandlungstag neun des Mordprozesses. Zeugen wurden am Vormittag zu der Suche nach einem Schuh der Frau in einem Güllefass befragt, der erst einige Wochen nach dem Vorfall auftauchte. Als die Frau neben der Güllegrube gefunden wurde, trug sie keine Schuhe.

Mordprozess gegen Landwirt in Birkhausen

Zunächst wurde ein Rieser in den Zeugenstand gerufen, der die Güllegruben mit einer speziellen Maschine gereinigt hatte. Mit dem benachbarten Landwirt sollte er außerdem auf Wunsch der Kripo das Güllefass säubern, das auf einem Feld bei Birkhausen stand. Als es gereinigt war, leuchteten sie das Innere aus.

Die Zeugen und der Kripobeamte hatten bei ihrer Suche wohl nur Steine im Fass gesehen, einen Schuh entdeckte erst einige Wochen später der Freund eines Kindes. Die Vorsitzende Richterin Susanne Riedel-Mitterwieser zeigte dem Zeugen anschließend ein Foto, auf dem der Schuh deutlich zu sehen war. „Ich seh’ jetzt da einen Schuh, der war bei uns aber nicht da“, erklärt der 48-Jährige. Das bestätigt auch der Landwirt, der anschließend befragt wurde.

Wurde der Schuh im Güllefass übersehen?

Ein Nachbar, der sich mit dem Angeklagten das Güllefass teilte. Verteidigerin Martina Sulzberger wollte von dem Landwirt wissen, ob es möglich sei, dass sich der Schuh irgendwo im Fass verkeilt haben könnte und deshalb erst später zum Vorschein gekommen sei. Der Landwirt schloss das nicht ganz aus.

Schöffengericht zeigt sich verwundert

Verwundert zeigte sich das Schöffengericht darüber, dass der Nachbar von dem Tod der Landwirtin erst am Abend danach erfahren haben will. Obwohl er am 20. September einen Wagen zum Hof zurückgebracht und das Auto von Polizei und Notfallseelsorge gesehen habe. Und obwohl der Angeklagte ihn darum bat, das Güllefass auszuspülen, weil die „Polizei etwas suche“, und sich um die Schweine kümmern sollte, habe er nicht nachgefragt, was passiert sei. Der Mann versuchte, eine Erklärung dafür vorzubringen und sagte: „Es war in meinem Hinterkopf, dass etwas Größeres passiert sein musste. Aber das mache ich doch nicht, dass ich da nachfrage – fertig, aus.“ Von dem Landwirt könnte auch der Eimer stammen, der an der Güllegrube stand. Der Zeuge erklärte dem Gericht, dass der Eimer meist am Güllefass hing, das die Männer gemeinsam benutzten.

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