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Kommunalpolitik

27.04.2015

Zwei Städte wechseln Tierschutzverein

Gefundene Tiere aus Wemding und Harburg sollen künftig ins Nördlinger Tierheim gebracht werden. Der Wechsel von Donauwörth ins Ries hat für beide Städte unterschiedliche Gründe.
Bild: Joshena Diessenbacher

Die in Harburg und Wemding gefundenen Tiere sollen nicht mehr in Hamlar, sondern in Nördlingen abgegeben werden. Welche Rolle die Erbschaft einer Frau dabei spielt

Die finanzielle Lage im Tierheim in Hamlar, das der Tierschutzverein Donauwörth und Umgebung betreibt, ist prekär. Deshalb hat sich dieser an die Kommunen gewendet und diese gebeten, einen höheren Pauschalbetrag pro Einwohner zu überweisen, nämlich mindestens 50 Cent. Etwa die Hälfte der angeschriebenen Städte und Gemeinden ist diesem Aufruf bislang gefolgt. Allerdings haben nun die Stadträte in Wemding und Harburg jeweils einstimmig beschlossen, dem Donauwörther Verein den Rücken zu kehren und sich dem Tierschutzverein Nördlingen und Umgebung anzuschließen. Offenbar wollen weitere Gemeinden diesem Beispiel folgen. Die Verantwortlichen in Donauwörth zeigen sich darüber enttäuscht.

Tiere, die in Harburg und Wemding gefunden wurden, sollen künftig im Nördlinger Tierheim grundsätzlich abgegeben werden. In Harburg nannte Bürgermeister Wolfgang Kilian nicht nur die Erbschaft einer Frau aus Hoppingen als Grund dafür. Die Verstorbene vermachte im vorigen Jahr der Kommune ihr gesamtes Vermögen – verbunden mit der Auflage, 50000 Euro an den Tierschutzverein Nördlingen zu übergeben. Die Spende sei laut Kilian bereits ausgezahlt worden. Wie hoch das gesamte Vermögen der verstorbenen Frau sei, kann Kilian noch nicht genau sagen. Das komme auf den Verkaufspreis ihrer Immobilie an. Ein weiterer Grund für den Wechsel ist, dass „ein erheblicher Teil der Bevölkerung nach Nördlingen tendiert“, sagte Kilian.

Der Wechsel des Tierschutzvereins habe keine finanziellen Gründe. Kilian sagt: „Wir waren mit Donauwörth zufrieden. Das hat aus unserer Sicht immer funktioniert. Aber wir haben einen guten Kontakt ins Ries.“ Kilian ist sich sicher, dass die Tiere in Nördlingen „in guter Hand“ seien. Der Wechsel soll spätestens Ende des Jahres vollzogen werden, nach Möglichkeit auch schon früher. Huisheim habe sich bereits vor ein paar Jahren Richtung Nördlingen orientiert.

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Bisher wurden herrenlose Tiere, die in Harburg gefunden wurden, in Donauwörth abgegeben. Seit über fünf Jahren bezahlt Kilian zufolge die Stadt dem Tierschutzverein Donauwörth einen Pauschalbetrag in Höhe von 19 Cent pro Einwohner und pro Jahr. Bei 5500 Einwohnern komme man auf einen Betrag von knapp 1050 Euro im Jahr.

In Wemding stellte Bürgermeister Martin Drexler den finanziellen Aspekt in den Mittelpunkt. Aufgrund der aktuell 19 Cent pro Einwohner bezahle die Kommune etwa 1100 Euro pro Jahr. Die gewünschten 50 Cent würden zu einer Summe von rund 2900 Euro führen. Der Betrag von 1,50 Euro je Einwohner, den der Verein mittelfristig anstrebt, hätte für Wemding gut 8700 Euro zur Folge.

Drexler schlug vor, angesichts dieser Umstände und der räumlichen Nähe zu Nördlingen zum dortigen Verein zu wechseln. Der habe ein Angebot gemacht, wonach die Stadt 30 Cent je Bürger bezahlen müsste. Dies wären 1700 Euro. Die Wemdinger Räte stimmten ohne Diskussion zu. Das Tierheim in Nördlingen werde „sehr gut verwaltet“, merkte Stadträtin Carina Roßkopf (Frauenliste) an.

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