Kritisch ist die Haushaltslage der Gemeinde Alerheim auch 2024, teilt Bürgermeister Alexander Joas in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats mit. Es gibt ein Defizit im Verwaltungshaushalt, das durch Kreditaufnahmen und Überführungen aus dem Vermögenshaushalt ausgeglichen werden muss. Die Konsequenz für die Gemeinde ist klar: keine Mittel für neue Investitionen oder Projekte. Selbst zu verantworten hat die Gemeinde diese Defizite nicht. Die Planungen seien in Ordnung gewesen, führte Bürgermeister Joas aus.
Er nennt als Beispiel die Ausgaben für den Straßenbau: „Wir sind unter den kalkulierten Kosten geblieben“. „Die Gemeinde hat gut gewirtschaftet“. Das Defizit wird den Haushalt so lange prägen, bis alle Fördermittel für die Kanalsanierungen und die Dorferneuerung eingegangen sind. Das ist eventuell 2027 der Fall, so die Einschätzung auch bei anderen Kommunen. Ein weiteres Problem war der deutliche Rückgang der Einnahmen aus der Gewerbesteuer nach dem Hoch im Jahr 2022. Hier sieht Bürgermeister Joas eine langsame Erholung.
Gemeinderat verabschiedet Haushalt in Alerheim einstimmig
Der Haushalt wurde von Gemeinderat und Verwaltungsgemeinschaft lange und intensiv besprochen und in der vergangenen Sitzung ohne weitere Diskussion einstimmig verabschiedet. Jetzt liegt er bei der Rechtsaufsicht des Landkreises zur Genehmigung. Bürgermeister Joas zeigte sich am Telefon zuversichtlich, dass das wie im vergangenen Jahr auch geschehen wird. Ansonsten müsste die Behörde Änderungsvorschläge unterbreiten.
Für den Verwaltungshaushalt sind 2024 Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 3,74 Millionen Euro vorgesehen. Für den Vermögenshaushalt liegt der Betrag bei 3,04 Millionen. Der Gesamtbetrag der Kreditaufnahmen für Investitionen wurde auf 875.810 Euro festgesetzt. Die größte Ausgabe 2024 wird die Endabrechnung für die Sanierung der Hauptstraße sein. Dafür sind 320.000 Euro angesetzt. Die Umbaumaßnahmen in der Schule, die für die Kita notwendig sind, werden etwa 150.000 Euro kosten. In Rudelstetten fallen 100.000 Euro für die Erschließung von zwei privaten Bauplätzen an. Das Minus im Verwaltungshaushalt entsteht durch die Veränderung in den Ausgleichszahlungen mit dem Landkreis: weniger Einnahmen und mehr Ausgaben sind die Folge der hohen Gewerbesteuer 2022.
In Alerheim wurde der erste digitale Bauantrag genehmigt
Der Gemeinderat genehmigte außerdem den neuen Erbbaurechtsvertrag zwischen Gemeinde und Schulverband. Der alte war ausgelaufen. Die Kosten für den Vertrag lagen bei 15.000 Euro, berichtete Joas, sie hat der Schulverband zu tragen. Der Vertrag wurde auf 50 Jahre abgeschlossen. Er ist notwendig, damit der Schulverband in seine Gebäude investieren kann.
Genehmigt wurde der erste digitale Bauantrag. Er war mit einigen Anlaufschwierigkeiten verbunden, wie Joas berichtete. Die Vorteile der neuen Abläufe wurden aber auch deutlich. „Wir sind froh, dass bestehende Gebäude in Innenbereich saniert werden“, kommentierte Joas die Baumaßnahme.