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Porträt

26.10.2017

Der Überflieger

Thomas Radler beim Überkehren an seinem Lieblingsgerät Reck. Mehr als 500 Geräteeinsatze hat der 35-Jährige mittlerweile für die KTV Ries absolviert, ein Ende ist noch nicht in Sicht.
Bild: Jochen Aumann

Seit fast 30 Jahren turnt Thomas Radler für die KTV Ries. Im Bundesligateam hat er diese Saison still und heimlich die unglaubliche Zahl von 500 Geräteeinsätzen erreicht

Allein die nackte Zahl ist schon eine Hausnummer: 502 Geräteeinsätze hat Thomas Radler in der zweiten und dritten Bundesliga mittlerweile für die KTV Ries absolviert, was für Kunstturner, die ja nur sechs bis sieben Mannschaftswettkämpfe pro Saison absolvieren, eine schwer vorstellbare Dimension ist. Nur zum Vergleich: In der internen KTV-Statistik folgen auf den nächsten Plätzen Claudius Hingst (327 Einsätze), Heiko Wende (285), Mike Dörner (281) und Jürgen Wundel (274), die allesamt ihre Karrieren in den Aktiven-Mannschaften längst beendet haben.

Nicht so Thomas Radler, der im zarten Alter von fünf Jahren mit dem Kunstturnen begann und mit 16 im Männerteam debütierte. Jetzt ist er 35 – kein Grund für ihn, ans Aufhören zu denken. „Ich will das am Saisonende in Ruhe überlegen, also momentan für die neue Wettkampfrunde weder zu- noch absagen.“ Fakt sei allerdings, dass es mit weniger Trainingsaufwand nicht einfacher werde, in der zweiten Bundesliga erfolgreich mit zu turnen. Vor allem für einen wie Radler, der viele Jahre zu den Leistungsträgern zählte und noch immer Kapitän seiner Mannschaft ist.

Das angesprochene verringerte Trainingspensum hat einen Namen: Seit knapp einem Jahr sind Thomas Radler und Ehefrau Julia, ebenfalls eine Kunstturnerin, stolze Eltern von Sohnemann Felix und dadurch haben sich die Prioritäten des in München lebenden Paares natürlich verschoben. „Fürs Turnen bleibt nur noch die Hälfte der bisherigen Zeit und der Tagesablauf muss anders organisiert werden“, erklärt der gebürtige Nördlinger, der in Rudelstetten aufgewachsen ist. Zweimal die Woche schaffe er es noch in die Uni-Halle im Olympiazentrum, in dessen Nähe auch Wohnort und Arbeitsplatz liegen. Da gelte es effektiv zu trainieren.

Tatsache sei allerdings auch, dass die Wettkämpfe immer noch Spaß machten, zumal dann, wenn sie so gut liefen wie diese Saison in der 2. Bundesliga Nord. Noch ein Sieg, möglichst am kommenden Samstag in eigener Halle gegen die noch sieglosen Oberhausener, und der Klassenerhalt sei vorzeitig in trockenen Tüchern, hofft Radler. Dann könne man sich in einer „hoffentlich rappelvollen Halle“ auf den Saisonabschluss am 18. November gegen den designierten Meister Schwäbisch Gmünd-Wetzgau freuen. Für den Erstliga-Absteiger aus dem benachbarten Ostalbkreis turnt schließlich kein Geringerer als der Olympia-Held von Rio de Janeiro, Andreas Toba. Ein direktes Duell Radler gegen Toba wird es dabei allerdings nicht geben: Der KTV-ler kommt heuer fast ausschließlich an seinen Spezialgeräten Barren und Reck zum Einsatz, der deutsche Nationalturner Toba ist am Seitpferd und an den Ringen Extraklasse.

Mehr als 20 Jahre Leistungssport haben auch bei Turn-Ästhet Radler Spuren hinterlassen. Die Schulter ist kaputt, Ringeturnen geht gar nicht mehr. Trotzdem waren „die 500 Einsätze eine Zahl, an die ich schon gedacht habe. Daran werden meine Nachfolger ganz schön zu knabbern haben ...“

geboren 1982 in Nördlingen, aufgewachsen in Rudelstetten, jetzt wohnhaft in München. Als Schüler und Jugendlicher vielfacher schwäbischer und bayerischer Meister. Verheiratet mit Julia Radler, geborene Eppinger, ein Sohn (Felix, 1 Jahr). Arbeitet in der IT bei BMW in München.

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