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Kultserie

07.01.2019

Das "Traumschiff" in schwerer See: Wer wird Sascha Hehns Nachfolger?

Das Traumschiff wird seit 2015 auf der „Amadea“ gedreht. Die "Deutschland", ab 1999 als Drehort im Einsatz, stand wegen der Insolvenz der Betreibergesellschaft nicht mehr zur Verfügung.
Bild: Dietmar Hasenpusch, dpa

Die nächsten Dreharbeiten stehen an, aber noch ist kein neuer Kapitän benannt. Hardy Krüger jun. ist als Sascha Hehns Nachfolger im Gespräch. Aber ist er geeignet?

Au weia, die Zeit wird langsam knapp. Das „Traumschiff“ droht führungslos auf den Weltmeeren verloren zu gehen. Fast eine nationale Katastrophe. Man stelle sich vor: Die Dreharbeiten für den nächsten Teil der ZDF-Endlosserie, Nummer 84, stehen in der kommenden Woche an – und es gibt immer noch keinen Kapitän. Das berichtete die Bild am Sonntag. Dem Vernehmen nach soll zwar Hardy Krüger junior, lange Zeit eher auf der Kommandobrücke des Forsthauses Falkenau tätig, bereitstehen, auf dem berühmtesten Kreuzfahrtschiff unseres Landes die Befehle zu geben. Aber ist er dieser Herkulesaufgabe gewachsen?

Eine Herkulesaufgabe

Kapitän auf dem „Traumschiff“ zu sein, das ist schließlich nicht irgendein Job. Denn es geht nicht nur um nautische Sachkunde. Um ausgezeichnetes Benehmen. Würde, Eleganz, Charme. Tisch- und Parkettsicherheit auch im Angesicht eines aufziehenden Hurrikans. Es geht um viel mehr. Das „Traumschiff“ ist Teil der bundesrepublikanischen Kultur geworden – freilich auf belletristischer Ebene. Aber nichtsdestotrotz Sehnsuchtsort von Millionen von Menschen. Und der Kapitän dieses national bedeutsamen Sehnsuchtsortes muss eine fast schon präsidiale Ausstrahlung aufweisen. Er kommt – sozusagen vom Protokoll her – kurz nach Frank-Walter Steinmeier, zwölfter Bundespräsident.

Für das „Traumschiff“ wird aktuell der fünfte Kapitän gesucht. Eine solide Konstanz, bedenkt man, dass das Kreuzfahrtschiff bereits seit 1981 seine Leinen losmachen lässt. Der gebürtige Dortmunder Günter König stellte in der ersten Staffel in den Jahren 1981 und 1982 Kapitän Braske dar. Er war damals Mitte 50. Mit Beginn der zweiten Staffel im Jahre 1983 wurde er von Heinz Weiss abgelöst, der in der Rolle des Heinz Hansen bis 1999 den Kapitän spielte. Als Weiss an Deck kam, war er Anfang 60. Und der unvergessene, gebürtige Landsberger Siegfried Rauch ging sogar schon auf die 70 zu, als er in der Rolle von Kapitän Jakob Paulsen die Führung übernahm. Allen dreien war eines nicht abzusprechen: Das Präsidiale, das Kapitänsväterliche war ihnen absolut zu eigen.

Sascha Hehn blieb nur vier Jahre

Bei Sascha Hehn als Kapitän Nummer 4 war die Sache schon etwas schwieriger. Was nicht am Alter liegt: Der gebürtige Münchner war um die 60, als er ans Ruder kam. Aber natürlich war er in der Anfangszeit des „Traumschiffs“ zunächst einmal kein Führungsoffizier, sondern Chefsteward – mit einer gewissen Neigung zum schönen Geschlecht. Nichts gegen Chefstewards und Neigungen für alles Schöne, was das Leben zu bieten hat. Nein, nein. Aber fürs Präsidiale taugt eine derartige Vorgeschichte nur bedingt. Und, ach ja: War Alexander Josef Alberto Hehn, so sein richtiger Name, in den Siebzigern nicht auch in so anspruchsvollen Literatur-Verfilmungen wie „Schulmädchen-Report“, „Mädchen beim Frauenarzt“ und „Blutjung und liebeshungrig“ zu sehen? Hehn blieb denn auch als Kapitän Victor Burger nur vier Jahre auf der Brücke.

Sascha Hehn hat das "Traumschiff" verlassen.
Bild: Dirk Bartling/ZDF, dpa

Wie man sieht, ist das Kapitänspatent nicht unbedingt für jeden geeignet. Hardy Krüger jun. wird heuer gerade einmal 51 Jahre alt, der Altersschnitt der ZDF-Zuschauer wird aber inzwischen auf über 60 angesiedelt. Die Fernseh-Konsumentin dieses Alters mag ja knackige jüngere Darsteller durchaus und mit Recht sehenswert finden. Aber bitte nicht als Traumschiffkapitän (siehe Stellenbeschreibung zu Beginn des Textes). Und für die männlichen Zuschauer über 60 wäre ein aus ihrer Warte junger Hüpfer, für den die Ehefrau ins Schwärmen geraten könnte, womöglich ein Grund, dem Bildschirm demonstrativ fernzubleiben. Das kann niemand beim ZDF wollen.

Muss man in Mainz also völlig neu denken? Oder sollte am Ende mal eine Frau auf die Brücke? Schwere See, kann man da nur sagen, schwere See...

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